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ORM: Waldviertel-Rallye

Kogler: Kein Glück beim Grande Finale

Michael Kogler wollte beim ORM-Finale im Waldviertel den nach der Liezen-Rallye wieder möglichen ORM2WD-Titel holen - doch das Glück war diesmal nicht auf seiner Seite...

Foto: UNIOR Racing Team Austria

Bei der von unheimlich vielen Zuschauern besuchten letzten Waldviertel-Rallye, dem Finale der Österreichischen Rallye-Staatsmeisterschaft (ORM) zeigte sich Michael Kogler vom ersten Meter an top motiviert. Schließlich hatte Michael in seinem Citroen DS3 R3T noch die Chance, sich zum ORM2WD-Staatsmeister zu küren - denn wie in der großen Spielklasse kämpften auch in der Rallye Staatsmeisterschaft für zweiradgetriebene Fahrzeuge beim Grande Finale noch drei Piloten um den Titel...

Michael Kogler und sein erfahrener Copilot Andre Kachel begannen die Rallye mit einer Bestzeit, nach zwei Sonderprüfungen führte das Team in der ORM2WD mit einem Vorsprung von 3,2 Sekunden. 

Für den zweiten Durchgang jedoch vergriff man sich bei der Reifenwahl. Teamchef Gottfried Kogler erklärt: „Wir haben ja als eines von wenigen Teams einen Vertrag mit Pirelli, einen solchen hat auch Raimund Baumschlager - und die Italiener haben alles daran gesetzt, dass wir den Titel holen können. Es wurde sogar extra ein Reifentechniker aus Italien eingeflogen. Dafür möchte ich Pirelli auch meinen Dank aussprechen.“ Dennoch war der empfohlene weiche Reifen für Michael Kogler die falsche Wahl, weshalb er auf SP3 runde zehn Sekunden einbüßte. Wieder mit der härteren Mischung gelang ihm auf SP4 erneut eine Bestzeit. Nach dem ersten Tag fehlten Michael auf Platz zwei der 2WD liegend exakt acht Sekunden.

Kettenreaktion nach „verschlafener“ SP

Doch auf der morgendlichen SP6 büßte Michael gleich einmal weitere 18,6 Sekunden ein. Vater Gottfried erklärt: „Michael kam an diesem Morgen nicht richtig in Fahrt und hat auf dieser Prüfung im Grunde den Titel verloren. Denn in der Folge wollte er natürlich unbedingt den Rückstand wieder gutmachen und fuhr, wie wir sagen, mit der ‚Brechstange‘. Das war auch die einzige Chance, um den Überraschungstitel doch noch zu holen.“

Doch ein so genannter „Wackelstein“ kam dem Unterfangen in die Quere. Die „rasende Werkzeugkiste“ schlug mit dem rechten Hinterrad gegen den Stein, dabei wurde die Hinterachse verbogen. Michael Kogler berichtete im Ziel der Prüfung: „Ich musste Tempo rausnehmen, denn das Auto fährt nur noch quer.“ Nach einer Begutachtung jedoch stellte sich heraus, dass nichts gebrochen war, so konnte Michael mit der verbogenen Achse sogar noch eine Bestzeit markieren. 

„Meister der Improvisation“

Im Service dachte man trotz fehlender Ersatz-Hinterachse noch lange nicht daran, aufzugeben. Grinsend erzählt Gottfried Kogler: „Wir haben uns eine Stahlpresse von Baumschlager Rallye Racing ausgeborgt und unsere Tschechischen Mechaniker sind wahre Meister der Improvisation. Sie wussten genau, wo sie ansetzen mussten, um die Achse wieder gerade zu biegen, ohne dass dabei ein Riss entstand.“

Auf der vorletzten SP fehlte Michael noch das nötige Vertrauen in das solchermaßen reparierte Fahrzeug, doch auf der letzten Prüfung ließ er den Citroen noch einmal fliegen und konnte solchermaßen noch eine Bestzeit markieren. Insgesamt gelangen Kogler sechs Bestzeiten in der ORM2WD.

„Tolle Saison mit zwei Titel“

Michael Kogler beendete die Rallye auf Platz drei der ORM2WD, konnte aber noch die Niederösterreich Rallye Trophy für sich entscheiden. Schon bei der Herbstrallye krönte sich Kogler zum Champion der Austrian Rallye Challenge, als erster Pilot eines 2WD-Fahrzeugs. 

Und so zieht Gottfried Kogler trotz des verlorenen ORM2WD-Titels eine positive Bilanz: „Wir hätten heuer drei Titel holen können - jetzt sind es halt nur zwei geworden, da kann man sich nicht beklagen. Eigentlich haben wir nach der dritten Rallye bereits gedacht, dass wir in der ORM2WD keine Chance mehr haben - erst durch das Pech unserer Mitbewerber in Liezen hat sich hier noch einmal eine Chance ergeben. Dennoch blicken wir auf eine tolle Saison zurück - wir hatten keinen einzigen Crash und auch keine gröberen technischen Probleme. Und: Es war eine hochkarätig besetzte ORM2WD-Saison mit drei gleichwertigen großartigen Piloten, die bis zur letzten Rallye um den Titel gekämpft haben.“

„Habe gratuliert“

Michael Kogler sieht es nicht anders und zeigt sich als Sportsmann: „Es ist für mich keine Schande, einem aufstrebenden, wirklich großartig fahrenden Jungtalent den Titel zu überlassen. Ich habe auch schon im Verlauf der Rallye herzlich zum Titel gratuliert. Ich denke, dass wir heuer insgesamt eine großartige Meisterschaft gesehen haben und ich freue mich, ein Teil davon gewesen zu sein. Nächstes Jahr wollen wir wieder vermehrt internationale Rallyes bestreiten und darauf freue ich mich jetzt schon sehr.“

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