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ORM: Lavanttal-Rallye

Turbo-Odyssee

Bei der Lavanttal-Rallye zweifelte Johannes Keferböck bereits an sich selbst - denn das Gefühl, dass sein geliebter Škoda Fabia R5 nicht die gewohnte Power freigeben konnte, wurde zunächst von der Datenaufzeichnung vom Tisch gefegt. Bis sich endlich herausstellte, dass ein Ladeluftleck hinter der Messstelle den Technikern einen Streich spielte. Letztendlich mussten Johannes und Ilka Minor die gesamte Rallye schaumgebremst fahren...

Foto: Daniel Fessl

Was Johannes Keferböck und Ilka Minor bei der 43. Weinbergerholz Lavanttal-Rallye erleben mussten, kann man durchaus als Odyssee bezeichnen. Denn das Wochenende des Vizestaatsmeisters und seiner ihre Heimrallye bestreitenden Copilotin war von Anfang an eine technische Irrfahrt, die sich zunächst als "Rätselrallye" darstellte...

Schon am Donnerstag wurden im Rahmen des Shakedowns rund zwölf Testkilometer mit dem vom Eurosol Rallye Team Austria eingesetzten Škoda Fabia R5 absolviert - Johannes Keferböck erzählt: "Wir haben ein paar Dinge am Setup ausprobiert - da habe ich es bereits gespürt." Die Rede ist von einem Kraftverlust: "Ich hatte das Gefühl, dass der Motor nicht mit voller Kraft läuft." Beim Studium der aufgezeichneten Daten stellte sich jedoch heraus: "Es konnte kein Kraftverlust festgestellt werden - die Daten haben alle gepasst."

Am verregneten Freitagnachmittag wurde die Lavanttal-Rallye gestartet. Johannes gesteht: "Da haben wir beim Setup in die Bananenschachtel gegriffen - da war ich selbst schuld. So ist uns auf den ersten beiden Sonderprüfungen stets das Heck gekommen - man konnte beinahe glauben, wir hätten nur Heckantrieb."

Der erwähnte Kraftverlust war zwar immer noch zu spüren, doch "da waren wir voll mit dem Setup beschäftigt", erklärt Keferböck. Im zweiten Durchlauf der beiden Prüfungen "haben wir das Differenzial gewechselt", berichtet Johannes. "Das Setup hat nun gepasst. Wieder spürte ich den Kraftverlust, doch weil wir das Diff gewechselt haben, dachte ich mir, dass ich mich wohl fahrerisch noch darauf einstellen müsse. Dennoch ist es mir erneut so vorgekommen, als würde der Motor nicht seine volle Kraft entfalten." Voller Zweifel, ob sein Eindruck tatsächlich dem üblichen Hunger aller Piloten nach mehr PS geschuldet sei, ging Johannes an diesem Freitagabend zu Bett...

Gebrochene Schraube bestätigt Kraftverlust

Am Samstagmorgen jedoch passierte Folgendes: "Beim Start der Prüfung ist die Leistung völlig zusammengebrochen. Auf den Bergauf-Passagen hatten wir erneut keinen Schub - wieder berichtete ich dem Teambesitzer, dass der Motor brustschwach sei. Das Pop Off Ventil beim Turbolader hat stets aufgemacht, danach schaltet die Elektronik jedesmal ein Zehntel Ladedruck weniger. Doch dann hat der Teambesitzer entdeckt, dass beim Turbolader eine Schraube gebrochen ist, durch die Ladeluft entweichen konnte."

Plötzlich wurde klar, dass sich Johannes Keferböck ganz und gar nicht getäuscht hatte mit seinem Eindruck des Kraftverlusts. Dass die Datenaufzeichnung keine Fehler meldete, lag daran, dass das Leck hinter der Messstelle lag. Für Johannes Keferböck immerhin die Bestätigung seines Eindrucks: "Ich habe mich den ganzen Freitag über hinterfragt - denn ich habe keine Fehler gemacht, der Motor fühlte sich einfach nicht so stark wie früher an." Tatsächlich dürfte der Ladedruck um rund 0,5 bar weniger betragen haben - also etwa 1,0 statt 1,5 bar.

Dass mit dem Auffinden der gebrochenen Schraube das Problem gelöst sei - diese Hoffnung war leider nur von kurzer Dauer: "Es stellte sich heraus, dass der Motorblock die Schraube immer wieder abgedrückt hat. Wir sind letztendlich also die gesamte Rallye mit einem brustschwachen Auto gefahren, weshalb ich auch davon Abstand nehme, die gefahrenen Zeiten zu analysieren. Immerhin konnten wir ein paar Punkte mitnehmen - doch alles in allem wurde unsere Rallye quasi der 'Defekthexe' geopfert."

Komplette Revision vor der Wechselland-Rallye

Dass sich dies bei der nächsten ORM-Rallye, der OBM Wechselland-Rallye am 3. und 4. Mai keinesfalls wiederholen darf, ist allen Beteilgten klar, wie Johannes versichert: "Das Team versprach uns, das Auto komplett in Revision zu stellen - denn so etwas wollen wir alle kein zweites Mal erleben."

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