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ORM: Rebenland-Rallye

Jagd auf Julian Wagner ist eröffnet

Zehn R5-Piloten kämpfen um den Gesamtsieg; Großangriff auf ÖM-Führenden Julian Wagner; einige Premieren und Kämpfe in allen Klassen.

Bereits zum achten Mal steht am 15./16. März die Rebenland-Rallye mit Start und Ziel in der Marktgemeinde Leutschach im Mittelpunkt des heimischen Motorsportgeschehens. Für die Gesamtorganisation und für die Bewerbung als Veranstalter sorgt wieder der Tourismusverein Rebenland-Leutschach mit Bürgermeister Erich Plasch an seiner Spitze.

Die Rebenland-Rallye ist die zweite Station im heimischen Meisterschaftskalender. Die Rallye zählt zur österreichischen Rallyestaatsmeisterschaft, zur österreichischen 2WD-Rallyestaatsmeisterschaft, zur österreichischen Juniorenrallyestaatsmeisterschaft, zur historischen Rallyestaatsmeisterschaft, zum österreichischen sowie zum historischen Rallyepokal der AMF und ist der Saisonauftakt des Mitropa Rally Cups und des M1 Rallye Masters.

Rein sportlich wird die heurige Rebenland-Rallye wieder zur Standortbestimmung in den einzelnen Bewerben und Divisionen. Der Grund dafür ist schnell erklärt: Beim Saisonauftakt, der Jännerrallye in Freistadt, haben einige der Meisterschaftsfavoriten gefehlt oder sind vorzeitig ausgeschieden; somit beginnt die Punktejagd in Leutschach mit neuen, interessanten Aspekten.

Insgesamt haben heuer 69 Teams aus acht Nationen ihre Nennung für die Rebenland-Rallye abgegeben. Darunter befinden sich acht nationale Prioritätsfahrer. 42 heimische stehen 27 ausländische Crews gegenüber. In den bisherigen sieben Jahren konnte man ca. 110.000 Besucher auf den einzelnen Sonderprüfungen begrüßen. Diesmal wird für die Zuschauerzonen ein Unkostenbeitrag von fünf Euro eingehoben. Diese Regelung gilt an beiden Rallyetagen. Kinder bis 15 Jahre sind davon ausgenommen.

Für die Topklasse 2 wurden fünfzehn Autos genannt, davon werden sich zehn Starter in R5-Boliden gegenüberstehen. Ein Fahrzeug wurde in der neu geschaffenen Klasse RGT genannt. Bei den zweiradgetriebenen Boliden (Klassen 3, 4, 5, 7.2/2WD und 7.3/2WD) sind 22 Fahrzeuge auf der Nennliste zu finden. Die historischen Starter sind in den Klassen 6.1 bis 6.6 mit achtzehn Startern vertreten. Für den österreichischen Rallyepokal (Klassen 2, 3, 4, 5, 7.1, 7.2 und 7.3) haben 27 Teams ihre Nennung abgegeben.

30 Teams haben sich für den Mitropacup inkl. der historischen Wertung eingeschrieben. Acht verschiedene Nationen sind bei der Rebenland-Rallye 2019 vertreten. Die Ungarn kommen mit zehn Piloten, die Deutschen mit neun Startern, Italien ist vier Mal vertreten, je eine Crew kommt aus der Tschechischen Republik, Rumänien, der Slowakei und der Schweiz. Österreich stellt 42 Teams.

Mit der achten Ausgabe der Rebenland-Rallye steht die zweite Station der heurigen Rallye-ÖM auf dem Programm. Nach dem turbulenten Auftakt im tiefsten Winter des Mühlviertels, der Jännerrallye in Freistadt, geht es für die besten Piloten des Landes und etliche internationale Starter ins malerische Landschaftsbild der Südsteiermark.

Mit dem größten Augenmerk muss wohl der Oberösterreicher Julian Wagner rechnen. Der 23jährige Mauthausener war der Sensationsmann des Meisterschaftsauftakts und fuhr, obwohl zum ersten Mal am Steuer eines R5-Boliden, die Konkurrenz in Grund und Boden. Er gewann schließlich mit über acht Minuten Vorsprung. Wagner kann wieder auf die tatkräftige Hilfe von BRR-Teamchef Raimund Baumschlager setzen. Aus dessen Team kommt sein sicherlich wieder siegfähiges Arbeitsgerät, der Škoda Fabia R5. Trotz des beeindruckenden Saisonstarts bleibt der 2WD-Staatsmeister des Jahres 2017 auf dem Boden, lässt Erfolgsdruck (noch) nicht aufkommen.

Wagner: "Die Rebenland-Rallye taugt mir sehr, ich kenne sie bisher aber nur mit einem zweiradgetriebenen Auto. Mit einem R5-Boliden ist es meine Asphaltpremiere. Daher werden wir es nicht anders anlegen als bei der Jännerrallye. Wir werden versuchen, unseren Speed zu fahren, und nicht auf irgendjemand anderen schauen. Die Meisterschaft ist zweitrangig, im Vordergrund steht noch immer das Lernen und die Suche nach der perfekten Abstimmung."

Hochmotiviert und mit ein wenig Wut im Bauch kommt Hermann Neubauer mit seinem Ford Fiesta R5 nach Leutschach. Der Staatsmeister des Jahres 2016 war bei der Jännerrallye schon nach einer Sonderprüfung draußen und gilt diesmal dennoch erneut als Siegertipp Nummer 1. Neubauer: "Mein Streichresultat für heuer habe ich bei der Jännerrallye ja leider schon verbraucht, aber jetzt freue ich mich riesig auf die Rebenland-Rallye, die ich vor drei Jahren ja schon einmal gewonnen habe. Dort werde ich versuchen, es etwas ruhiger anzugehen und vor allem den Spaß am Rallyefahren, den ich im Vorjahr schon ein bissel verloren habe, wiederzufinden. Ich war schon einmal Meister, muss mir und niemandem etwas beweisen und auch nicht mit Muss noch einmal Meister werden. Mit der nötigen Gelassenheit werde ich trotzdem versuchen, so schnell wie möglich unterwegs sein."

Auch der Drittplatzierte von Freistadt, der Oberösterreicher Gerhard Aigner, hat es wieder geschafft, einen Einsatz in der Südsteiermark aufzustellen. Der Vorchdorfer sitzt wie zuletzt in einem Škoda Fabia R5 von BRR, hat jedoch einen neuen Beifahrer an seiner Seite. Aigner: "Bei mir ist es wie immer ein finanzielles Roulette, ob ich bei einer Rallye dabei sein kann oder nicht. Fürs Rebenland hat es zum Glück wieder geklappt. Diese Rallye mag ich sehr gern, dort war ich immer irgendwie vorne dabei. Das ist auch diesmal mein Ziel. Mit Sigi Schwarz hab ich einen äußerst routinierten und erfolgreichen Co-Piloten an Bord. Er ist aus meiner Gegend, und so hat sich eine Zusammenarbeit für Leutschach relativ einfach ergeben."

Im Verfolgerfeld möchte auch Johannes Keferböck eine führende Rolle spielen. Der Vizestaatsmeister aus Oberösterreich bildet mit WM-Co-Pilotin Ilka Minor im Škoda Fabia R5 ein pfeilschnelles Gespann. Keferböck: "Ich bin die Rebenland-Rallye letztes Jahr zum ersten Mal gefahren und habe da meine wichtigsten Aufschlüsse für den Umgang mit einem R5-Auto auf Asphalt gewinnen können. Für heuer ist das Ziel dementsprechend ganz klar, so viele Punkte als geht mitzunehmen, aber man muss es auch sehr vorsichtig angehen. Die Meisterschaft ist noch sehr jung, da muss man erst einmal schauen, wo man eigentlich steht."

Sehr gespannt darf man auf die ÖM-Premiere des Grazers Günther Knobloch in einem Škoda Fabia R5 sein. Der zweifache Gesamtsieger des M1 Rallye Masters erfüllte sich mit dem Einstieg in die höchste heimische Klasse einen persönlichen Traum. Knobloch: "Dem Start im Rebenland fiebere ich schon richtig entgegen. Die Schneerosen-Rallye, wo ich vor zehn Tagen Zweiter geworden bin, war ein gutes Training, aber ein ORM-Lauf ist natürlich eine andere Liga. Hier gilt es einmal eine Standortbestimmung zu suchen. Was ich auf jeden Fall schon weiß ist, dass es ein unglaublich geiles Gefühl ist, in einem R5 zu sitzen und damit um Punkte zu fahren."

Eine Premiere feiert auch der Kärntner Günther Lichtenegger, der einen Citroën C3 R5 lenken wird. Dieses Fabrikat war erst letztes Jahr im April beim WM-Lauf auf Korsika erstmals international im Einsatz. Günther Lichtenegger ist als Geschäftsführer einer Firma in Wolfsberg beruflich extrem ausgelastet, umso mehr freut er sich auf seinen Einsatz im Rebenland: "Ich habe eine kleine Lücke in meinem übervollen Terminplan genützt, um nach längerer Zeit wieder einmal bei einer Rallye starten zu können. Dazu habe ich mir einen Citroën C3 R5 von Wurmbrand Racing angemietet. Das ist ein Auto, das mir optisch wirklich total gut gefällt, und ich freue mich, dass ich dieses Fahrzeug auch den Zuschauern bieten kann. Nachdem ich, wie gesagt, schon länger nicht dabei war und auch mein Arbeitsgerät erst kennen lernen muss, darf ich mir nicht allzu viel ausrechnen. Ich werde aber sicher mit viel Freude an die Sache herangehen und versuchen, den Leuten eine gute Show zu bieten."

Die Stichwörter Premiere und Show passen freilich auch ganz gut auf den Wahl-Grazer Kris Rosenberger. Momentan weilt er bei der Rally Isla Mallorca, die er im Vorjahr gewinnen konnte. Im Rebenland präsentiert er erstmals in der Rallye-ÖM einen Porsche 997 GT3 und hofft, damit nicht nur die Fans mit dem unvergleichlichen Sound zu faszinieren, sondern über kurz oder lang auch im Spitzenfeld mitreden zu können. Rosenberger: "Die Rebenland-Rallye ist leider die denkbar ungünstigste für die Premiere mit meinem GT3-Porsche, weil es dort immer sehr viel Splitt gibt und es da mit den breiten Reifen umso schwieriger ist, auf der Straße zu bleiben, aber ich denke doch, dass ich trotzdem in der Lage bin, den einen oder anderen Kontrahenten zu sekkieren; vielleicht nicht gleich in Leutschach, aber in weiterer Folge sind schon die Top 5 mein Ziel. Zu einem Sieg wird's meiner Meinung nach nicht reichen, weil im Normalfall ein Hecktriebler gegen einen R5 keine Chance hat."

Der prominenteste ausländische Starter kommt aus der Tschechischen Republik und ist niemand geringerer als der zweifache 2WD-Europameister Jan Černý. In Leutschach bringt er jedoch wie schon im letzten Jahr einen Allradler zum Einsatz, diesmal allerdings keinen Ford Fiesta R5, mit dem er ja 2018 den zweiten Platz holte, sondern einen Škoda Fabia R5, mit dem er aber gewiss auch nicht langsamer unterwegs sein wird. Aus Ungarn kommen ebenfalls drei R5-Piloten, die vor allem den Mitropacup im Auge haben: Pál Lovász lenkt einen Hyundai i20 R5, Szabolcs Várkonyi einen Škoda Fabia R5 und Mitropa-Cup-Titelverteidiger Gergely Fogasy einen Ford Fiesta R5.

Als Hechte im R5-Karpfenteich dürfen sich wieder Gernot Zeiringer aus dem steirischen Birkfeld und Stefan Fitz aus Weiz fühlen. Beide pilotieren einen Škoda Fabia S2000 und liegen auch in ihrer Zielsetzung nahezu gleichauf. Zeiringer: "Bei uns ist alles im grünen Bereich. Ich habe am letzten Samstag noch einen Test absolviert. Nun steht die Rallye vor der Tür, und da möchte ich zumindest der beste Nicht-R5-Pilot sein." Fritz: "Die kürzlich abgelaufene Schneerosen-Rallye war ein gutes Training für mich. Ich bin für Leutschach gerüstet, freue mich drauf und habe einen Top-10-Platz im Visier."

Das Klasse-2-Feld komplettieren die deutschen Piloten Hermann Gaßner (Mitsubishi Evo X), Wolfgang Irlacher und Martin Kainz (beide Evo IX), der Tiroler Hans-Peter Haid (Evo X), der Niederösterreicher Christian Luif und der Wiener Stefan Müller (beide Evo IX) sowie die Subaru-Fahrer Hermann Haslauer, Herbert Weingartner und Christian Windischberger (alle aus NÖ) plus Robert Zitta aus Oberösterreich.

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