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WRC: Australien-Rallye

M-Sport will 13. Saison-Podium holen

Mit drei WM-Titeln im Gepäck schickt M-Sport den Ford Fiesta WRC in Australien auf Podestkurs. "Befreites Gasgeben" lautet die Parole.

Die frischgebackenen Rallye-Weltmeister reisen mit ehrgeizigen Zielen nach „Down under“: Das Fiesta WRC-Team M-Sport will nach der vorzeitigen Titelentscheidung beim Heimspiel in den walisischen Wäldern die Saison 2017 mit einem weiteren Glanzpunkt beenden und peilt bei der Rallye Australien erneut eine Top-3-Platzierung an.

Sollte das Vorhaben gelingen, dann hätte das auf dem in Köln produzierten Ford Fiesta basierende World Rally Car bei jedem diesjährigen WM-Lauf einen Pokalrang erreicht, so wie der Fiesta RS WRC in der Saison 2012 und der Ford Focus RS 2009. M-Sport wäre damit das erste Team in der Rallye-Weltmeisterschaft, dem dieses Kunststück zum dritten Mal gelänge.

Ein Selbstläufer ist das Saisonfinale auf der anderen Seite der Erdkugel weder für M-Sport noch für die neuen (und alten) Fahrer- und Beifahrer-Weltmeister Sébastien Ogier/Julien Ingrassia oder ihre Teamkollegen Ott Tänak/Martin Järveoja und Elfyn Evans/Daniel Barritt. Entlang der „Gold Coast“ zwischen Brisbane und Sydney wartet die 13. WM-Rallye des Jahres traditionell mit besonders schwierigen Sonderprüfungen auf.

Sie führen über Schotterpisten mit sehr kleinen Steinchen, die bei Feuchtigkeit enorm rutschig werden, während im Trockenen eine dicke Staubschicht die jeweils ersten Wettbewerbsfahrzeuge benachteiligt – auf der ersten Etappe also speziell den Ford Fiesta von Ogier, der als Tabellenführer für alle Nachfolgenden den Straßenkehrer spielen muss. Die Streckenführung besitzt einen vielseitigen Charakter, der von eng und technisch anspruchsvoll bis hin zu schnell und flüssig reicht. Dabei führen die 21, insgesamt 318,16 Kilometer langen SP oftmals nur Millimeter an dicken Baumstämmen vorbei. Mit anderen Worten: Ein Kindergeburtstag ist die Rallye Australien nicht.

„Drei WM-Titelentscheidungen und der Sieg bei der Wales-Rallye Großbritannien – was uns vergangenen Monat vor eigenem Publikum gelungen ist, bleibt für mich noch immer unfassbar“, freut sich M-Sport-Chef Malcolm Wilson. „Wir haben die eine oder andere Flasche Champagner aufgemacht, die große Party muss aber noch warten, denn die Saison ist noch nicht vorbei. Wir wollen dieses Jahr mit einem weiteren Höhepunkt abschließen und erneut aufs Podium fahren, um unsere Erfolgsserie abzurunden. Das wird nicht leicht, denn die Konkurrenz ist extrem stark. Aber jeder unserer drei M-Sport-Fahrer konnte 2017 einen WM-Lauf gewinnen und wir haben uns so konzentriert wie gewohnt vorbereitet.“

Sébastien Ogier / Julien Ingrassia (Ford Fiesta WRC, Startnummer 1)
WM-Rang: 1; Rallye-Australien-Starts: 6; Bestes Ergebnis: Platz 1 (2013, 2014 und 2015)

Mit dem fünften Rallye-WM-Titel in der Tasche können die beiden Franzosen bei der Rallye Australien befreit aufgeigen und den vierten Gesamtsieg bei diesem Klassiker anpeilen.

„Genau dies war unser Ziel für die Rallye Großbritannien: Wir wollten die vorzeitige Titelentscheidung, damit wir die Reise nach Australien ohne jeden Druck antreten“, betont Sébastien Ogier. „Jetzt haben wir den Kopf frei und können uns voll auf diese großartigen Prüfungen konzentrieren. Natürlich wollen wir das bestmögliche Ergebnis erreichen. Bislang hat bei jedem Saisonlauf mindestens ein M-Sport-Fiesta den Sprung unter die ersten Drei geschafft, diese Serie wollen wir komplettieren. Bleibt es trocken, macht uns am Freitag die erste Startposition diese Aufgabe nicht einfacher. Aber wir geben natürlich trotzdem alles.“

Ott Tänak / Martin Järveoja (Ford Fiesta WRC, Startnummer 2)
WM-Rang: 3; Rallye-Australien-Starts: 3; Bestes Ergebnis: Platz 6 (2015)

Die Ford Fiesta-Crew aus Lettland gehört nach den beiden ersten WM-Laufsiegen ihrer Karriere sicherlich zu den Aufsteigern der Saison – kein M-Sport-Fahrer sammelte dabei mehr SP-Bestzeiten als Ott Tänak. In Australien hat sich der 30-Jährige viel vorgenommen, immerhin kämpft er mit Thierry Neuville noch um den Titel des Vizeweltmeisters.

„Sicher fühlt es sich gut an, die Rallye Australien als Teil des frisch gekürten Markenweltmeister-Teams in Angriff zu nehmen“, erklärt Tänak. „Aber uns steht harte Arbeit bevor, denn für uns geht es noch um WM-Rang zwei. Die Rallye Australien gehört zu den schwierigen Aufgaben. Alles ist anders, selbst der Schattenwurf in den Wäldern. Wir müssen in Höchstform sein, um ein Topresultat einzufahren. Das beginnt bereits beim Abfahren der Prüfungen, denn ohne blindes Vertrauen in den Aufschrieb stehst du hier auf verlorenem Posten. Bleibt es trocken, müssen wir am ersten Tag für die anderen ziemlich viel Staub von den Strecken fegen…“

Elfyn Evans / Daniel Barritt (Ford Fiesta WRC, Startnummer 3)
WM-Rang: 5; Rallye-Australien-Starts: 2; Bestes Ergebnis: Platz 8 (2014)

Beflügelt von ihrem Rallye-Sieg auf WM-Ebene haben Elfyn Evans und Daniel Barritt unverzüglich mit der Vorbereitung auf die Rallye Australien begonnen. Mit erst zwei Starts in „Down under“ gehört Evans bei diesem Lauf noch zu den „Rookies“. Das Perfektionieren des Aufschriebs steht deshalb an erster Stelle – die Grundlage für Erfolge in der Zukunft.

„Der WM-Laufsieg bei unserem Heimspiel in Wales hat uns mächtig Auftrieb verliehen, doch leider blieb zum Feiern nicht viel Zeit – das Saisonfinale folgt ja direkt auf dem Fuß“, so Evans. „Ich habe die Rallye Australien immer genossen, auch wenn wir dort bisweilen schwierige Zeiten erlebten. Sie gehört nicht zu den einfachsten Veranstaltungen, dies liegt zum Beispiel auch an den Sichtverhältnissen. Bei trockenem Wetter bleibt der Staub zwischen den Bäumen hängen, und bei Sonnenschein erzeugen die einzelnen Lichtstrahlen in den Wäldern eine Art Stroboskop-Effekt, der das Lesen der Strecke erschwert – da brauchst du totales Vertrauen in den Aufschrieb. Wir waren im vergangenen Jahr in Australien nicht am Start, einige Wertungsprüfungen stellen für uns komplettes Neuland dar. Aber egal wie: Wir lieben dieses Land und werden unser Bestes geben.“

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Sydney vom Tisch Sydney vom Tisch Hyundai nur mit drei WRCs Hyundai nur mit drei WRCs

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