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Fahr-lässig

Die Prüforganistation Dekra zeigte im Rahmen ihres "Safety Days" anhand von Crashtests sehr anschaulich, wohin Fahrlässigkeit führen kann.

mid/ld

Sicherheit hat viele Gesichter, wissen die Experten der Dekra. Ob bei Ladungssicherung, Drohnen, der Ermittlung von Brandursachen oder Kollisionen von Kraftfahrzeugen - bei der Prüforganisation steht das Thema Sicherheit seit mehr als 90 Jahren auf der Agenda.

Jetzt hat das Unternehmen zum 2. Dekra Safety Day ins Verkehrssicherheitszentrum Bielefeld (Deutschland) eingeladen. Rund 270 Gäste folgen dem Ruf in den 2011 gegründeten Betrieb, der 2014 erweitert wurde.

Auf dem Programm stehen drei Crash-Versuche. Als erstes kollidieren ein Motorrad und ein Cabriolet. Mit rund 50 km/h rauscht das Zweirad in die Seite des Sportwagens (Bild unten). Es knallt und der Motorradfahrer fliegt in hohem Bogen über den Lenker, um dann mit dem behelmten Kopf voran im Auto auf den Insassen zu landen. Nicht nur für den Motorradfahrer wären schwere Verletzungen wahrscheinlich gewesen, aber zum Glück müssen in diesem Fall nur Testdummies ihre Gliedmaße hinhalten.

Im Anschluss lässt es der Veranstalter weiter krachen. Nun quert ein Hoverboard den Weg eines Autos, das mit etwa 45 km/h innerstädtisches Tempo aufweist. Dabei ist klar zu erkennen, dass die Risiken für Hoverboarder sehr hoch sind. Wäre es nicht ein Versuch gewesen, sondern reales Unfallgeschehen, hätte es schwere oder tödliche Verletzungen gegeben (Bild links unten).

"Genau wie Fußgänger sind Hoverboard-Fahrer im Straßenverkehr stark gefährdet", sagt Dekra-Unfallforscher Markus Egelhaaf. "Mit Geschwindigkeiten bis zu 20 km/h ist ein Hoverboard allerdings sehr viel schneller unerwegs als ein Fußgänger." So entstehen schnell kritische Situationen, die schmerzhafte Folgen zeitigen können.

Besonders mit diesen zweirädrigen Trend-Vehikeln gibt es auch eine rechtlich problematische Lage, denn sie dürfen nicht im öffentlichen Verkehrsraum fahren - weder auf der Straße noch auf dem Gehsteig. Eine Zulassung als Kraftfahrzeug ist nicht möglich, weil sie unter anderem keine Bremsen oder Beleuchtung an Bord haben.

So dürfen sie nur auf privatem Gelände benutzt werden. Im öffentlichen Raum betrieben, drohen im Ernstfall gravierende strafrechtliche Folgen. Für eine zivilrechtliche Haftung bei Schäden tritt die Privathaftpflichtversicherung jedenfalls nicht ein.

Bei einem dritten Crash geht es um das Thema Ladungssicherung. Demonstriert werden die Folgen eines Unfalls, bei dem ein Transporter in ein Stauende rauscht. Der Kleintransporter ist mit allerlei Gerätschaften beladen - ein paar Reifen, eine Waschmaschine, ein längeres Stahlrohr und einiges mehr. Simuliert wird ein privater Umzug. Statt der anvisierten 50 km/h sind es beim Versuch dann effektiv 58,5 km/h Aufprallgeschwindigkeit.

Die Folgen der mangelhaften Ladungssicherung sind offensichtlich: Die Waschmaschine erdrückt den Beifahrer-Dummie auf seinem Sitz und zerschmettert das Gestühl komplett, das Stahlrohr schießt aus der Windschutzscheibe heraus und bohrt sich durch den Innenraum des vom Transporter gerammten Wagens, in dem die Insassen dadurch akut gefährdet waren (Bild ganz oben).

Mit diesen nachdrücklichen Bildern im Kopf werden die Besucher des Dekra Safety Days entlassen. Allen ist klar, dass alle Verkehrsteilnehmer für mehr Sicherheit im Straßenverkehr etwas beitragen können - mit mehr Sorgfalt beim Laden, mehr Aufmerksamkeit für schwächere Verkehrsteilnehmer und weniger Tempo.

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