BMW 116d & 120d Sport Line - im Test | 02.02.2012
Kompakter Fahrspaß
Motorline.cc hat mit dem 116d und dem 120d den schwächsten und stärksten 1er Turbodiesel unter die Lupe genommen und dabei durchaus interessante Entdeckungen gemacht.
Vor knapp acht Jahren betrat BMW mit der 1er-Reihe Neuland im Kompaktsegment, dank des Heckantriebs hat er bis heute ein Alleinstellungsmerkmal im Kampf gegen Golf und Co. Auch preislich hob er sich von den meisten Mitbewerbern nach oben ab, dennoch konnte der kleine Bayer bereits 2010 die Millionengrenze knacken.
Mit dem intern F20 genannten Nachfolger will man daran nicht nur anknüpfen, sondern den Erfolg weiter ausbauen. Um das zu ermöglichen, hat man auch gleich den Hauptkritikpunkt am ersten Einser ausgemerzt. Die Beinfreiheit im Fond war äußerst knapp bemessen, der Kofferraum nur unterdurchschnittlich groß.
Mehr Platz
Da gerade in der Golfklasse aber das Platzangebot mitunter ein kaufentscheidendes Kriterium ist, reagierte BMW mit dem neuen 1er auf die Kritik. Bereits optisch merkt man ihm an, dass er nicht mehr ganz so knackig eng geschnitten ist wie sein Vorgänger.
Der zunächst subjektive Eindruck bestätigt sich dann auch. Die Beinfreiheit im Fond ist zwar weiterhin nicht rekordverdächtig, dennoch deutlich größer. Auch der Kofferraum wuchs etwas, von ehemals 330 – 1.150 Liter auf nunmehr 360 – 1.200 Liter.
Was das Design betrifft, so musste die erste 1er-Generation oftmals Kritik wegen der durchhängenden, seitlichen Linie unterhalb der Türen einstecken, verantwortlich zeichnete damals noch Chris Bangle bei BMW. Und doch meinen viele Beobachter, dass der Bangle-Einser mehr Charakter hatte als der nun unter der Regie von Adrian van Hoydoonk gezeichnete Nachfolger.
Vor allem die Frontpartie geriet sehr rund, das Heck erinnert aus manchen Blickwinkeln etwas an den VW Polo. Wie auch immer, Design ist und bleibt Geschmackssache. Und dass der 1er seine Kunden finden wird, ist unbestritten.
Hochwertigeres Interieur
Das Interieur ist moderner und hochwertiger und entspricht in den Grundzügen jenem des neuen 3er BMW. An der Verarbeitung gab es auch bis dato nichts zu meckern, hochwertigere Materialien lassen den Preissprung zum Mitbewerb nun stimmiger erscheinen.
Ergonomisch ist der kleinste BMW weiterhin vorbildlich. Sitze und Lenkrad sind für kleine und große Fahrer ausreichend verstellbar, alle Bedienelemente ideal erreichbar. Eine uneingeschränkte Empfehlung gibt’s für die Sportsitze, die mit verstellbaren Seitenwangen und ausziehbarer Schenkelauflage brillieren.
Die sind übrigens auch Teil des „Sport Line“-Paketes, das BMW neben der „Urban Line“ als zweite Version anbietet. Natürlich kann man den 1er auch ohne diese Pakete bestellen, wenngleich man das Österreich-Paket – u.a. Lederlenkrad, Klimaautomatik, Durchladesystem, Nebelscheinwerfer, Licht- und Ablagenpaket – für 1.500 Euro netto in jedem Fall nehmen sollte.
Motorline.cc hatte zwei optisch vollkommen identische Autos im Test, der Unterschied lag unter der Haube. Bei dem einen handelt es sich um den 116d mit dem 116 PS starken Basisdiesel, der andere – der 120d – ist der mit 184 PS momentan stärkste Selbstzünder im 1er.
Wie sich der Leistungsunterschied in der Praxis auswirkt, mit welchem Verbrauch man rechnen muss und ob sich der Preisunterschied lohnt, lesen Sie auf Seite 2!
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