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Rückschau: Owen Magnetic

Hufe des Fortschritts

E-Autos gab es schon in der finsteren Urzeit der Mobilisierung. Doch ein Hybrid mit berührungslosem Antrieb, das gab es nur einmal auf vier Rädern beim Owen Magnetic.

Roland Scharf

Es war tatsächlich nicht so ganz klar, welche Form des Antriebs sich vor mehr als 100 Jahren wirklich durchsetzen würde. Dampfantrieb? Natürlich sehr kraftvoll, aber viel zu kompliziert. Reiner E-Antrieb? Natürlich sehr leise, aber mit der damaligen Akku-Technik einfach unzumutbar. Also kam der Benziner zum Zug, der dank der Erfindung des Startermotors zum einfachsten System wurde. Aber dennoch gab es immer wieder Versuche, die Elektrifizierung voranzutreiben – wenn auch manchmal mit höchst skurriler Umsetzung.

Fehlende Verbindung
Die Owen Magnetic Motor Car Corporation fand die Art und Weise der Kraftübertragung immer irgendwie sehr unkultiviert. Getriebe und Kupplung, alles klonkte und brummte, das müsse doch eleganter gehen. Man griff daher zu einem Patent von Tüftler Justus B. Entz, das sich den simplen elektromagnetischen Effekt zu Nutze macht: Am Ende der Kurbelwelle des verbauten Sechszylinders saß keine Schwungscheibe sondern ein Generator, an den wiederum ein klassischer Hufeisen-Magnet angebracht war. Genau zwischen dessen zwei Polen saß am Anfang der Antriebswelle ein kleiner E-Motor. Lieferte der Generator – angetrieben vom Benziner – nun Strom und leitete diesen an den Magneten weiter, entstand ein Magnetfeld, das wiederum den kleinen E-Motor an der Antriebswelle in Bewegung setzte, und damit den ganzen Wagen.


Diese Erfindung war nicht nur so gut, dass die US Navy die U.S.S. New Mexico damit ausrüstete. Auch im Auto hatte die Entz-Lösung tolle Effekte. Es bestand zwischen Motor und Antrieb keine mechanische Verbindung. Die Fahrt gestaltete sich also völlig vibrationsfrei und extrem geräuscharm. Über einen kleinen Hebel am Lenkrad konnte man dank der Stromstärke die Geschwindigkeit wählen, und weil das ziemlich reibungslos ging, nannte man den Owen bald „Auto der 1.000 Geschwindigkeiten.“

Kostenfragen
Entz wollte natürlich richtig Kohle machen und gründete 1914 daher die Entz Motor Car Corporation. Als Partner konnte das New Yorker Autohaus R.M. Owen & Company gewonnen werden, als die Finanzierung aber scheiterte, übernahm Owen die Patente und begann, selbst ein Fahrzeug zu entwickeln, das es so bis dato noch nicht gab. Alles in allem haben wir es ja mit einem der ersten Hybride der Welt zu tun, da keine direkte Verbindung von Motor zu den Antriebsrädern bestand und die Geschwindigkeit unabhängig von der Motordrehzahl gewählt werden konnte.

Jetzt daraus aber Geld zu machen, war eine ganz andere Geschichte. Die ersten 250 produzierten Stück ließen kaum Gewinne zu, da an Entz eine Lizenzgebühr entrichtet werden musste. Auch diverse Fusionen konnten 1918 das Ruder nicht wirklich rumreiße, zumal Walter Baker, Partner und Eigentümer von Baker Motor Vehicle zu dieser Zeit viel lieber Kriegsausrüstung produzierte und somit viel mehr Geld verdiente.
Der Stückpreis von 3.000 bis 6.000 Dollar sorgte ohnehin nicht für eine überbordende Nachfrage, und als 1920 ein Auftrag aus England über 500 Stück kam, war es leider schon zu spät – und Owen Magnetic in Konkurs.

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