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Range Rover Evoque 2WD – schon gefahren | 04.12.2011

Evoquös provokant

Der Evoque 2WD führt nun die gedachte Linie fort und sorgt einmal mehr für Aufsehen. Motorline.cc nahm im Neuen 2WD-Range Rover Platz.

Rainer.Behounek@motorline.cc

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Als hätte man Muhammad Ali die Hände zusammen gebunden oder Usain Bolt einen Fuß aufs Kreuz geschnallt. Oder Herrn Michael Phelps kurz vorm Absprung Wasser in seine Schwimmbrillen gepumpt.

Die Besten der Besten in ihrem Fach funktionieren als Gesamtkonzept. Jede Faser und jede Vorbereitung zielt auf den Sieg ab. Auf die Absicht, den Rest an- und vorzuführen.

Als der Range Rover Evoque dieses Jahr das Licht der Autowelt erblickte, sorgte er für ungewöhnlich starkes Aufsehen. Neue Autos machen immer von sich Reden, aber der Evoque löste riesige Wellen aus. Ein Großteil davon waren Wellen der Begeisterung. Ein alteingesessener Hersteller probiert was Neues, das kann entweder herrlich gut aufgehen oder in einem Desaster enden. Und das ist nicht nur Dahergerede, den Evoque gibt es schließlich auch als Coupé, ein im Segment völlig neuer, radikaler Schritt.

Ein voller Erfolg

Bei Range Rover ging es herrlich gut auf. Möchte man den Herren im feinen Zwing Glauben schenken, dann übertrifft der Evoque bereits jetzt schon alle Erwartungen in puncto Absatz, Beliebtheit und Mitbewerb.

Der Evoque ist für Land Rover/Range Rover ein völlig neues Produkt. Wo der Freelander die Praktiablen mit dem kleinen Börserl in uns anspricht, zielt der Evoque auf die stilbewusste Mittel-/Oberschicht ab. Alle Vorteile von einem Range Rover... nur ohne die Abmessungen.

2WD statt 4WD

Die Vorteile wurden jetzt halbiert, die Füße weggebunden, die Hände aufs Kreuz geschnallt möchte man meinen. Den feschen Gentleman gibt es ab kommendem Frühjahr mit Frontantrieb. Ob da die Queen so amused ist, wenn sie davon Wind kriegt?

Die erste Ausfahrt zauberte ein Lächeln aufs Gesicht. Kein „hehe, endlich haben sie mal etwas verhaut, die Engländer unter indischer Flagge“-Lächeln, sondern ein „ha, natürlich funktioniert das, was hätten wir auch sonst denken sollen“-Lächeln.

Außen wie innen merkt man es dem Evoque nicht an, kein Badge, kein Schriftzug weist auf den Frontantrieb hin. Den Gewichtsverlust von 75 Kilogramm spürt man ebenso wenig, zumindest persönlich, im Verbrauch schlägt er sich sehr wohl nieder, 5 Liter auf 100 Kilometer im Schnitt sind eine Ansage.

Lebendig aber nicht nervös

Zwar wirkt er lebendiger als der 4WD, speziell in Schotterkurven oder auf unwegsamen Gelände greift das ultraschnelle und präzise ESP doch öfter ein, aber im Alltag gibt es keinen spürbaren Unterschied zwischen den Beiden. Der kleine Range kommt auf unter 1.600 Kilogramm, da möchte man meinen, das es da des öfteren zum einen oder anderen nach-außen-Schieber oder Reifen-Durchdreher kommt, dem ist aber nicht so.

Alle elektronsichen wie mechanischen Systeme wurden fein und ineinandergreifend auf das „neue“ Antriebskonzept abgestimmt und garantieren 4WD-ähnliche Sicherheit.

Der 2WD muss ohne dem Terrain Response System auskommen, dass einem in der Allradversion bei jedem Untergrund tatkräftig zur Seite steht. Um aber zu zeigen, wie sehr das dem Evoque kratzt prügelten wir den Fronttriebler einen eigens dafür geschaffenen Parkour rauf, mit Steigungen und Gefälle, die an die Lehmann Brothers Aktien erinnerten.

Systeme helfen tatkräftig mit

Der einzige, der da zum Schwitzen kam, war der Redakteur hinterm Steuer, der Evoque behielt die Fassung. Gleichmäßig und ohne Hast ließ er sich rauf und runter und rauf und runter bewegen. Hie und da ein kleiner Durchdreher, der aber augenblicklich vom Regelsystem unterbunden wurde. Unten wieder angekommen zeigte sich eines: der 2WD vermittelt fast genauso viel Sicherheit wie der 4WD Evoque.

Was zeigt einem das? Hätte man Herrn Ali die Arme auf den Rücken gebunden, Herrn Bolt einen Fuß versteckt oder Herrn Phelps einen Streich gespielt, sie hätten wahrscheinlich alle gewonnen. Denn auch unter anderen Voraussetzungen das Beste zu geben und unter Handicap Höchstleistungen zu erzielen, dass unterscheidet den Einen vom Anderen. Der ausgiebige Motorline-Test wird zeigen, wie sich der neue Evoque im Dauertest verhält, bei der ersten Ausfahrt konnte er jedenfalls überzeugen.

Die Preise beginnen bei 33.100 Euro beim 5-Türer und bei 34.100 beim Coupé, zu haben ist der 2WD-Evoque wie bereits erwähnt ab dem Frühjahr 2012.

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