Rallye-WM: Schweden 2012 | 08.02.2012
TV-Übertragung gesichert, aber ...
Bei der Schweden-Rallye werden wie gewohnt Fernsehbilder produziert, die außerhalb Skandinaviens allerdings wohl nur im Spartenkanal Motors TV zu sehen sein werden.
Von der am Donnerstag beginnenden Schweden-Rallye wird es nun doch Fernsehbilder geben. Dies gaben die Veranstalter des Traditionsevents am Dienstag in Karlstad bekannt. Für das Team um Glenn Olsson, Geschäftsführer der Veranstaltung, waren die Verhandlungen der vergangenen Tage und Wochen ein Rennen gegen die Zeit – welches offenbar knapp gewonnen wurde. Jetzt ist klar: In Skandinavien wird der zweite WRC-Lauf dieser Saison im Fernsehen zu sehen sein.
In Großbritannien übernimmt Motors TV die Ausstrahlung einer Tageszusammenfassung aller Etappen. Ob der Rallye-Klassiker am Wochenende im deutschsprachigen Raum zu sehen sein wird, ist derzeit allerdings noch völlig offen. Die Sportkanäle Eurosport und Sport1 etwa haben bislang noch keinerlei entsprechenden Programmhinweis veröffentlicht.
Den aktuellen Vermarktungsproblemen der Rallye-WM ging ein monatelanger Rechtepoker voraus, der in Teilen an einen Wirtschaftskrimi erinnerte. Der bisherige Rechteinhaber North One Sports musste im Januar Insolvenz anmelden, nachdem dessen Mutterfirma Convers Sports Initiatives bereits im November pleite gegangen war.
Zuvor war Firmeneigentümer Wladimir Antonow festgenommen worden, da er der Veruntreuung von Geldern der litauischen Snoras Bank verdächtigt wird. Im Zuge dieses Skandals war die Bank im November von der Regierung in Vilnius notverstaatlicht worden.
Im Januar versuchte der Automobil-Weltverband FIA, einen neuen Vermarkter für die WRC zu finden. Doch Verhandlungen mit Eurosport waren nach dem Saisonauftakt, der Rallye Monte-Carlo, überraschend gescheitert. Nun muss sich in diesem Jahr wohl jeder Veranstalter einer WM-Rallye bis auf weiteres selbst um die Produktion und die Verteilung von TV-Material kümmern.
In Schweden ist dies nun kurzfristig gelungen. "Wir tun es für all unsere Fans", stellt Olsson klar. "Um die Meisterschaft, ihre Veranstalter und die Teams, und nicht zuletzt uns selbst und unsere Sponsoren zu schützen. Dies ist ein Multi-Millionen-Projekt." Solange die wirtschaftlichen Aspekte der WRC nicht geklärt sind, sei dies für die einzelnen Veranstalter sehr gefährlich.








