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ORM: Schneebergland-Rallye.

So war die Stimmung vor dem Start

S2000 im Vorteil? Baumschlager schüttelt den Kopf, schließlich testet er gerade den neuen R5-Skoda. Landet diesmal ein 2wd-Pilot auf dem Podium?

Michael Noir Trawniczek
Foto: Daniel Fessl

Im idyllischen Rohr im Gebirge haben auf dem Holzplatz die Teams der Schneebergland-Rallye ihre Zelte aufgeschlagen. An der Spitze gelten nach der Absage von Hermann Neubauer und dem Fehlen von Hannes Danzinger zwei Piloten als Topfavoriten: Der regierende Staatsmeister Raimund Baumschlager im Skoda Fabia S2000 und Gerwald Grössing im Ford Fiesta R5.

Grössing sagt: „Natürlich gehören wir zu den Favoriten, denn Raimund und ich fahren nun auf einem vergleichbaren Niveau.“ Allerdings ortet Grössing einen Vorteil bei seinem Konkurrenten: „Ich verfüge mit diesem Auto über keine Schotter-Erfahrung. Und: Auf Schotter hat der S2000-Saugmotor aufgrund seines weniger abrupt einsetzenden Drehmoments eine bessere Traktion. Auf Asphalt wiederum hat wohl der Turbomotor des R5 einen kleinen Vorteil.“ Der Hintergrund: Am Freitag wird zu einem Teil auch auf Asphalt gefahren.

Raimund Baumschlager kann mit dieser Argumentation wenig anfangen und erklärt: “Jetzt darf ich es ja sagen: Ich bin als Pilot in die laufenden Testfahrten des neuen Skoda Fabia R5 involviert und kann daher einen direkten Vergleich zwischen S2000 und R5 ziehen, und ich sehe da keine so großen Unterschiede.“ Laut Baumschlager werden mit dem neuen R5-Skoda erste Rallyeeinsätze ab April 2015 vorgesehen sein.

Wer wird hinter Baumschlager und Grössing Dritter? Martin Kalteis in seinem Mitsubishi Lancer Evo VII kann sich einen Podiumsplatz unter Umständen vorstellen – doch zunächst werden am Freitag (mit Asphalt-Teilen) die Top 6 angestrebt. „In Schlagdistanz zu den Top 3“, wie Kalteis hinzufügt. Die beiden Suzuki Swift S1600 von Andi Aigner und Michael Böhm seien auf Asphalt „nicht zu erwischen“, glaubt Kalteis. Am Samstag wiederum würde ihm die Schotter-Erfahrung fehlen: „Ich bin schon dreimal hier gestartet, fiel aber immer schon vor dem zweiten Tag aus…“

Walter Mayer fährt zum ersten Mal mit Jürgen Heigl, der schätzt: “Weit weg vom Podium werden wir nicht sein – vielleicht so gegen Platz fünf.“ Die Entscheidung würde ohnehin erst am Samstag fallen, glaubt Heigl: „Auf der langen SP Bieglhof kann viel passieren.“

Durchaus möglich, dass es diesmal ein 2wd-Pilot auf das Podium schafft. Andi Aigner belebt die 2wd-Klasse mit seinem Start im Zellhofer Suzuki Swift S1600. Aigner schwärmt: „Die Prüfungen sind sensationell, die sind durchaus WM-tauglich – Bernhard Ettel und ich wollen in erster Linie die Prüfungen genießen und Spaß haben.“ Während der PWRC-Weltmeister 2008 respektive ERC Production Cup-Champion 2013 bereits sehr erfolgreiche 2wd-Erfahrungen im Renault Clio vorweisen kann (als er in der ORM sensationell aufs Podium stürmte und Kreise um seine 2wd-Konkurrenz zog) hat er auf Schotter noch keine Erfahrungen mit Zweiradantrieb machen können. Daher wolle er keine Prognosen anstellen, erklärt Aigner.

In die gleiche Kerbe schlägt Michael Böhm: „Wir wissen nicht, was passieren wird. Ich bin noch nie gegen Andi gefahren – wir werden sehen, ob ich am Ende etwas von ihm oder er etwas von mir lernen kann.“ Schwer einzuschätzen sei daher auch Daniel Wollinger im Opel Adam R2 – Wollinger wiederum sagt klipp und klar: „Ich fahre zum ersten Mal mit dem Adam auf Schotter – wir wollen in die Top 3 der 2wd, Aigner und Böhm sind für mich kein Thema, die liegen außer Reichweite.“

Kris Rosenberger zündest erstmals einen historischen VW Golf, er begründet: „Der Umbau meines Porsche auf Schotterfahrwerk hätte mehr gekostet als dieser Golf, den ich in Deutschland samt Wagenpapiere erworben habe.“ Rosenberger ist gespannt: „Es heißt ja immer, ich sei nur wegen meines Porsche so schnell – jetzt habe ich eindeutig das schwächste Auto im Feld….“

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