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Österreichs Autoimporteure zu Diesel-Gipfel Günther Kerle 2017

Gipfeltreffen

Autoimporteure wollen einen Diesel-Gipfel auch für Österreich – mit Nachrüstungen und Ökoprämie, aber ohne Fahrverbote und Diesel-Ausstieg.

Der Sprecher der österreichischen Automobilimporteure, Günther Kerle (Bild oben), forderte anlässlich des Diesel-Gipfels in Deutschland, auch in Österreich wichtige Fragen zum Thema Verbrennungsmotoren ehestmöglich zu klären, um damit Rechts- und Planungssicherheit zu gewähren.

Ein österreichischer Diesel-Gipfel, wie es unter anderem die Grünen fordern, ist auf jeden Fall auch im Sinne der Automobilimporteure. In der derzeitigen öffentlichen Diskussion werden Fakten vermischt und dadurch sowohl Industrie als auch Kunden verunsichert. Das ist klar zu verurteilen“, so Kerle.

„Für Österreich wären Maßnahmen auf zwei Ebenen der effizienteste Weg. Einerseits halten wir Nachrüstungen, wie sie soeben in Deutschland beschlossen wurden (Anm.: für fünf Millionen Diesel-Fahrzeuge der Abgasklassen Euro 5 und 6, die bereits umgerüsteten 2,5 Millionen Autos von VW mit eingerechnet), für eine gute Lösung. Andererseits müssen wir den Austausch von Altfahrzeugen gegen emissionsarme Neuwagen forcieren“, so Kerle.

Derzeit sind noch rund 1,6 Millionen Pkw, die maximal der Abgasnorm Euro 3 entsprechen, auf Österreichs Straßen unterwegs. Diese älteren Fahrzeuge werden zum großen Teil von Menschen aus finanziell schwächeren Schichten gefahren, die sich den Kauf eines emissionsarmen Neuwagens schwer leisten können. Aus diesem Grund würde ein finanzieller Anreiz in Form einer Ökoprämie NEU, wie es ÖAMTC und Ökosoziales Forum vor kurzem vorgeschlagen haben, am richtigen Hebel ansetzen.

Automobilimporteure lehnen Fahrverbote und Ausstiegsdatum klar ab

„Diskutierte Fahrverbote für ältere Diesel-Pkw hingegen würden wieder vor allem finanziell schwächere Menschen treffen. Eine derartige Maßnahme wäre somit sozial mehr als nur bedenklich“, so Kerle. Einer Berechnung von Eurotax zufolge würden Fahrverbote in Österreich einen Wertverlust bis zu 5,56 Milliarden Euro für die Österreicherinnen und Österreicher bedeuten. „Das gleicht einer beinharten Enteignung“, warnte der Sprecher der österreichischen Automobilimporteure.

Zudem sei es aus heutiger Sicht noch völlig illusorisch, ein konkretes Ausstiegsdatum für Verbrennungsmotoren zu nennen. „Die Automobilbranche befindet sich derzeit in einem massiven Wandel. Die Politik sollte zwar Rahmenbedingungen setzen, die technologische Umsetzung ist aber weiterhin Angelegenheit der Industrie. Hier müssen natürliche technologische Entwicklungen sowie die Marktentwicklungen abgewartet werden. Alles andere geht an der Realität vorbei.

Der Idealfall: Modernste und emissionsarme Dieseltechnologie plus parallele Entwicklung im Bereich der alternativen Antriebstechnologien“, so Kerle. Die Elektromobilität schreitet ohnehin bereits in großen Schritten voran. In Österreich wurde unter anderem mit dem Elektromobilitätspaket ein wichtiger Schritt getan. Die österreichischen Automobilimporteure haben sich mit 24 Millionen Euro an der Förderung beteiligt.

„Wichtig ist es, die unterschiedlichen Diskussionen, die derzeit zum Thema Verbrennungsmotoren geführt werden, nicht zu vermischen. Wir warnen eindringlich davor, eine etablierte Technologie voreilig zu verunglimpfen. Vor allem wenn man bedenkt, wie viel Wirtschaftsleistung und Wohlstand am Dieselmotor in Österreich hängen“, so Kerle. 250.000 Arbeitsplätze sind in Österreich auf den Dieselmotor rückführbar. Der Wertschöpfungsbeitrag des Dieselantriebs beläuft sich auf 17 Milliarden Euro.

Minister Leichtfried für Diesel-Gipfel und gegen Fahrverbote

Österreichs Verkehrsminister Jörg Leichtfried begrüßt seinerseits ein Diesel-Gipfeltreffen in Österreich. Er will dazu noch im August Einladungen an die Chefs von VW (samt Tochtermarken Audi und Porsche), BMW und Mercedes nach Wien aussprechen. Leichtfried sprach sich gegen Diesel-Fahrverbote aus. Im Gegensatz zu Deutschland können solche in Österreich nicht gerichtlich beschlossen werden, sondern sind nur aufgrund von politischen Entscheidungen möglich.

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