RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
WRC: Schweden-Rallye

FIA-Rallyedirektor fordert mehr Schnee

Die einzige Winterrallye der WM mit wenig Schnee und ohne Schneewände missfällt der FIA zunehmend – nun macht Jarmo Mahonen Druck.

Der globale Klimawandel macht der Schweden-Rallye zu schaffen: Seit einigen Jahren ist fast schon regelmäßig eine Zitterpartie angesagt, ob denn der WM-Lauf eine echte Schneerallye wird. Schon 1990 musste die Veranstaltung wegen zu milder Temperaturen abgesagt werden, in den Jahren 2002, 2005 und 2016 war die Rallye rund um Karlstad zum Teil gar nicht mehr als Winterrallye zu erkennen. Jarmo Mahonen, der Rallyedirektor der FIA, setzt den Veranstaltern nun die Pistole an die Brust und fordert künftig eine Schneegarantie.

2016 musste fast die Hälfte aller Prüfungen abgesagt werden. Bei der diesjährigen Ausgabe gab es erneuten Ärger, denn ohne die schützenden Schneewände am Straßenrand war es für die FIA nicht vertretbar, eine Prüfung mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 138 km/h ein zweites Mal durchzuführen. Mahonen hat nun genug davon. "Diese Rallye muss Schnee garantieren", sagte er gegenüber Autosport. "Das ist mitnichten optional, darauf bestehen wir. Mit Schneewänden ist diese Rallye wesentlich sicherer."

Karlstad liegt in der Mitte Schwedens. Ein Großteil der Prüfungen spielt sich in der Provinz Värmland im schwedisch-norwegischen Grenzgebiet ab, zum Teil auch auf norwegischem Boden. Muss sich das nun ändern? "Die Organisatoren sind mit Auswahl der Austragungsorte ein hohes Risiko eingegangen", behauptete Mahonen. "Sie haben bislang Glück gehabt, aber wir wie auch die WRC Promoter GmbH haben ihnen deutlich gemacht, dass dies eine Schneerallye ist. Natürlich hilft es, wenn man ein guter Veranstalter ist, aber die Bedingungen müssen stimmen."

Im schlimmsten Falle müsste die Rallye weiter nach Norden ziehen. Ähnlich große Städte nördlich von Karlstad gibt es mit Sundsvall im Västernorrlands Iän, Östersund im Jämtlands Iän und Lulea ganz im hohen Norden im Norrbottens Iän. Allerdings ist Karlstad seit jeher das Rallyezentrum mit entsprechender Akzeptanz in der Bevölkerung. Auch beliebte Zuschauerpunkte wie die Sprungkuppe Colin's Crest wären bei einem Umzug wohl Geschichte.

Rallyeleiterin Christina Lundqvist versuchte zu beruhigen: "Das Wetter spielt derzeit überall ein bisschen verrückt. Selbst weiter im Norden gibt es Orte, an denen es momentan kaum Schnee gibt – und es ist nicht nur eine Frage des Breitengrades, sondern auch der Höhe." Das würde jedoch für eine Verlegung nach Norden sprechen: Nahe Östersund gibt es höhere Gebirge als rund um Karlstad, was auch eine höhere Schneewahrscheinlichkeit bedeuten würde; die von der FIA geforderte Garantie kann freilich kein seriöser Veranstalter abgeben.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

WRC: Schweden-Rallye

Weitere Artikel:

TEC7 ORM Rallye BackStage: #2

TEC7 ORM-Podcast widmet sich den CopilotInnen

Die zweite Ausgabe von TEC7 ORM Rallye BackStage, dem offiziellen Podcast der Österreichischen Rallye Staatsmeisterschaft, widmet sich jenen mutigen Menschen, die auf der Beifahrerseite nicht nur aus dem „Gebetsbuch“ lesen…

EHRC Historic Rally Fafe: Bericht Rosenberger

Der "Technikteufel" war erneut aktiv

Nach den Troubles auf Mallorca war der „Technik-Teufel“ nun auch in Portugal aktiv - Der Subaru Impreza GT Turbo Gr. A von Autosportif blieb schon nach SP1 stehen
- Rosenberger & Co Schwarz glänzten danach mit SP-Bestzeiten und Klassensieg

In seiner neuesten Kolumne berichtet ORF-Legende Peter Klein auf berührende Art und Weise von seiner jüngsten Begegnung mit Andi Hulak.

WRC Kroatien: Spätes Drama um Neuville

Neuville nach spätem Drama "am Boden zerstört"

Trotz klarer Führung endet Thierry Neuvilles Rallye in Kroatien im Desaster: Nach dem folgenschweren Patzer erhält der Belgier Rückendeckung von Hyundai

Ob in ERC3 oder ERC4, im WRC Masters Cup, in der CZ-Meisterschaft, in der EHRC, im Mitropa oder Alpe Adria Cup - überall sind Teams aus Österreich ganz vorn dabei…

TEC7 HRM, Lavanttal Rallye: Bericht

Nach Gaubinger-Ausfall folgte der Wagner-Durchmarsch

Kurioser, wechselhafter Freitagnachmittag im Lavanttal. Wie im Rebenland übernahm zunächst Patrik Gaubinger die Führung, nach dessen Ausfall zündete Karl Wagner ein Bestzeitenfeuerwerk. Bei den ORC war Federico Laurencich der einzige im Ziel.