Waldviertel-Rallye 2003 | 08.11.2003
Baumschlager gewinnt einmal mehr
Staatsmeister Baumschlager war auch im Waldviertel unschlagbar, Hideg Zweiter knapp vor Gaßner, dahinter Harrach und Lietz.
Mehr als 20 Jahre wurde dieser Rallye-Klassiker im nördlichen Waldviertel, im Raum Waidhofen/Thaya, ausgetragen.
Organisationsleiter Helmut Schöpf musste aus wirtschaftlichen Gründen dieser Rallye eine neue Plattform geben. Er wechselte mit der Veranstaltung etwas südlicher in den Raum Horn und fand neben einem tollen Ambiente auch 11 Gemeinden, die diese Veranstaltung in jeder Hinsicht voll unterstützt haben.
„Ich glaube man kann von einer erfolgreichen Premiere in Horn sprechen. Trotz der schwierigen Wetterbedingungen speziell am ersten Tag, kam es zu keiner einzigen Verspätung, alle Sonderprüfungen wurden pünktlich ohne Ausfall gefahren, dafür möchte ich meiner Mannschaft und allen Beteiligten gratulieren,“ so der neue Rallye-Guru im Waldviertel.
Wohl lag das Zuschauerinteresse mit geschätzten 45.000 Fans etwas hinter den letzten Jahren, doch trifft dies nicht nur auf die Waldviertel-Rallye zu, sondern liegt durchaus im Schnitt der übrigen heimischen Rallyes im heurigen Jahr.
Einziger Wermutstropfen war ein durch den Dauerregen am ersten Tag eingetretener Unfall, bei dem ein Zuschauer verletzt wurde.
Sportlich stand die Rallye ganz im Zeichen des schon vorzeitig als Meister feststehenden Raimund Baumschlager mit Co.-Pilot Stefan Eichhorner auf Mitsubishi.
Baumschlager gewinnt einmal mehr
Der siebenfache Saisonsieger aus Rosenau gewann von den insgesamt 16 Sonderprüfungen nicht weniger als 15: „Ein Erfolg im Waldviertel freut immer. Das letzte Mal habe ich hier 1991 gewonnen. Jetzt, 12 Jahre später wieder ganz oben zu stehen, gibt mir, meinen Fans und meinen Sponsoren viel Genugtuung. Es war eine sehr gut organisierte Rallye, ich möchte Helmut Schöpf für seine Arbeit mein Kompliment aussprechen.“
Spannender Kampf um Platz zwei
Um Gesamtrang Zwei entbrannte gegen Ende der Rallye noch ein erbitterter Kampf. Der deutsche Rallyemeister Hermann Gassner startete eine furiose Aufholjagd, konnte auf Grund der Bremsprobleme von Beppo Harrach diesen noch überholen und dem Zweitplazierten Ungarn Krisztian Hideg bis auf 7 Sekunden näher kommen. Gassner fixierte damit auch den Vize-Titel in der Gruppe N der österreichischen T-Mobile Rallyemeisterschaft.
Harrach mit Bremsproblemen
Gruppe N-Meister Beppo Harrach lag lange Zeit auf Platz Drei, hatte aber auf den beiden langen Prüfungen über 36 Kilometer mit Problemen zu kämpfen:
„Auf zwei Drittel der Strecke waren wir immer sehr schnell, im letzten Teil hatte ich gewaltige Bremsprobleme und habe so wertvolle Zeit verloren. Trotzdem bin ich mit meiner Leistung zum Saisonabschluss zufrieden.“
Ausgezeichnet auch die Aufholjagd von Martin Zellhofer, der am ersten Tag mit Elektronikproblemen zu kämpfen hatte, sich langsam unter die Top-Ten kämpfte und am heutigen Schlusstag noch bis auf Platz 5 vorfahren konnte.
Sensationelle Leistung von Lietz
Sechster wurde der erst 19jährige Niederösterreicher Richard Lietz mit seinem deutschen Beifahrer Klaus Wicha.
Lietz, als reiner Rundstrecken-Spezialist in der Euro Formel 3 Serie, war eine der ganz großen Überraschungen im Feld und wurde verdientermaßen Gesamtsechster und Fünfter in der Gruppe N.
Eine gediegene Leistung mit Rang 7 bot Kris Rosenberger mit dem schon sehr betagten Lancia Delta. Sein größtes Problem war der Unfall am ersten Tag.
Der anfänglich sehr gut platzierte Pole Michal Solowow fiel durch eine Turboschaden weit zurück und konnte sich im Verlauf der Waldviertel-Rallye wieder unter die Top-Ten fahren.
Auch Wittmann Junior mit toller Leistung
Zu den großen Überraschungen zählten neben Lietz noch zwei weitere Youngster. Franz Wittmann junior, 20 Jahre alt, durch eine erfolgreiche Lateinprüfung erst vom Vater zur Rallye zugelassen, war gestern bis zur Dunkelheit unter den Top-Ten zu finden, heute fixierte er bei seiner Rallyepremiere den sehr guten 13. Rang.
Er wurde von einer Fachjury auf Grund dieser Leistung auch zum „Rookie of the Rallye“ gekürt. Einen Platz dahinter der jüngste Teilnehmer der Rallye:
Der erst 18jährige Pole Michal Kosciuszko ging mit der Nummer 83 an den Start, am Ende belegte er mit seinem Opel Corsa Super1600 Platz 14 unter 70 Startern der Europameisterschaft.
Kogler Vize-Meister in der Gruppe A
Gottfried Kogler wurde 15.ter und sicherte sich nach dem Ausscheiden von Ernst Haneder hinter Baumschlager noch den Vize-Titel in der Gruppe A.
Formel 2 an Heinz Jakobitsch
Die Entscheidung im OSK Pokal der Formel 2 holt sich Heinz Jakobitsch, da Marcus Leeb am ersten Tag vorzeitig durch einen Unfall ausgeschieden war.
Weitere Ausfälle betrafen den einzigen WRC-Starter auf Skoda, Stansilav Chovanec (CZ) mit Servolenkungsschaden, Milan Chvojka (CZ) auf Ford mit kaputter Bremse, Martin Ertl mit Kupplungsdrucklager. Von den ursprünglich 95 gestarteten Teams sind ca. ein Drittel der Piloten ausgefallen.
Trophywertung an Stilo-Piloten Christian Mrlik
Sieger in der Trophywertung, außerhalb des EM-Klassements wurde Lokalmatador Christian Mrlik vor seinem Fiat Stilo Diesel Kollegen Michael Böhm.
Rallye-Challenge-Titel an Michael Hofer
Gesamtsieger der Rallye Challenge wurde Michael Hofer aus Tulln, Zweiter Christian Hofecker.
Endstand der Int. Waldviertel-Rallye nach 16 Sonderprüfungen:
1. Raimund Baumschlager/Stefan Eichhorner A/A Mitsubishi 2:16:04,6
2. Krisztian Hideg/ Peter Tajnaföi H/H Mitsubishi 1.Grp N + 3:29,9
3. Hermann Gassner/Karin Thannhäuser D/D Mitsubishi 2.Grp N + 3:36,8
4. Beppo Harrach/Michael Kölbach A/D Mitsubishi 3.Grp N + 4:07,5
5. Martin Zellhofer/Franz Novotny A/A Mitsubishi 4.Grp N + 5:19,8
6. Richard Lietz/Klaus Wicha A/A Mitsubishi 5.Grp N + 5:27,6
7. Kris Rosenberger/Sigi Schwarz A/A Lancia Delta + 6:04,7
8. Walter Kovar/ Werner Kohlbacher A/A Mitsubishi 6.Grp N + 7:00,9
9. Johann Holzmüller/Stefan Langthaler A/A Mitsubishi + 8:15,7
10. Michal Solowow/Maciek Baran PL Mitsubishi 7.Grp N + 8:53,7
11. Laszlo Vizin/Zoltan Dorombi H/H Subaru + 9:35,2
12.Christian Häfele/Günter Lang A/A Mitsubishi 8.Grp N + 10:59,3
13.Franz Wittmann jun./Richard Jeitler A/A Mitsubishi 9.Grp N + 11:15,9
Sonderprüfungsbestzeiten:
Baumschlager 15, Gassner 1
Endstände in der Rallye-ÖM 2003
Gruppe A:
1. Raimund Baumschlager 155 Punkte
2. Gottfried Kogler 83
3. Ernst Haneder 67
4. Stefan Reininger 53
5. Johann Holzmüller 44
6. Alfred Kramer 35
Gruppe N:
1. Beppo Harrach 123 Punkte
2. Hermann Gassner 102
3. Martin Zellhofer 87
4. Walter Kovar 68
OSK-Pokal Formel 2 (GrpN bis 2000 ccm):
1. Heinz Jakobitsch 129 Punkte
2. Marcus Leeb 119
Dieselwertung:
1. Andreas Waldherr 95 Punkte
2. Christian Lippitsch 85
3. Manfred Pfeiffenberger 72
4. Karim Pichler 71
5. Michael Böhm 61
6. Hannes Danzinger 60
weiters:
11. Christian Mrlik 24 Punkte






