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Klaus Fritzinger 1937 – 2015

Klaus Fritzinger 1937 – 2015

Die Rallye- und Rundstreckenlegende Klaus Fritzinger verstarb gestern im 78. Lebensjahr – Ein Nachruf.

Michael Hintermayer
Fotos: Hintermayer/ Planai-Classic/Martin Huber / Gruppe B Rallyelegenden / Fritzinger

Wer Klaus Fritzinger einmal kennenlernen durfte, weiß warum ihn viele als „besondere Persönlichkeit“ bezeichnen. Stets freundlich, mit einer gewaltigen Portion Humor ausgestattet und immer einen coolen Spruch auf Lager – so zeigte sich Fritzinger bei seinem Start im Rahmen der Planai-Classic 2014: „Früher bin ich viele Rallyes gefahren, nun sind wir leider älter geworden und starten nur noch bei historischen Veranstaltungen, wir sind ja nun auch historisch.“

Vom Profi-Fußball zum Rennsport

Doch Klaus Fritzinger wird nicht nur durch seinen einzigartigen Charakter in Erinnerung bleiben, seine Karriere war ebenso einzigartig wie er selbst. Fritzinger spielte er beim 1. FC Kaiserslautern in der höchsten deutschen Fußballliga. Wegen eines Knieproblems, welches ihn seit einem Autounfall einschränkte, beendete er seine Laufbahn als Profi-Fußballer und startete 1966 seine Rennfahrerlaufbahn in der Tourenwagen-Szene. Zuerst trat er in der Deutschen Automobil-Rundstrecken-Meisterschaft im Ford GT40 an. Die 1971 gegründete Deutsche Rennsport-Meisterschaft war bis 1974 seine sportliche Bühne, auf der er sich mit Hans-Joachim Stuck duellierte und hinter dem er 1972 auch Vizemeister im Ford Capri RS 2600 wurde. 1973 und 1974 trat er in der Division 2 der DRM mit einem Toyota Corolla GT an. Daneben ging er in dieser Zeit auch bei einigen Rennen in der Tourenwagen-Europameisterschaft an den Start.

Die Liebe zum Rallyesport

1971 wechselte Fritzinger in den Rallyesport, dem er bis zu seinem Tod verbunden blieb und in dem er viele Erfolge in unterschiedlichen Fahrzeugen, in verschiedenen Serien, in diversen Disziplinen und bei vielen Veranstaltungen einfuhr. Dort zählen seine drei Siege bei der Rallye d'Europe 1978, 1979 und 1985 mit seinem Beifahrer Henning Wünsch mit zu seinen größten Erfolgen. Damals spulten sie bei dieser quer durch Europa führenden Rallye tausende von Kilometer ab und das oft über Tage an einem Stück. Doch seinen größten persönlichen Erfolg feierte er 1978. Die damalige Bayerwald-Rallye gewann er mit zwei Sekunden vor keinem geringeren als Walter Röhrl im Lancia Stratos und dies mit dem leistungsschwächeren 1600er Toyota Celica.

Natürlich spielte der Rallye Monte Carlo eine wesentliche Rolle in seiner abwechslungsreichen Karriere. Neunmal ging er bei der „Königin der Rallyes“ an den Start. Mit Henning Wünsch schaffte er 1983 im Toyota Celica 2000 GT mit dem 12. Gesamtrang sein bestes Ergebnis.

Auf die Frage, warum er trotz seines hohen Alters noch immer hinter das Steuer eines Rallyewagens setzt, meinte er, im Rahmen der Planai-Classic 2014: „Weil man dazugehört. Wenn man nichts anderes gelernt hat im Leben, als Autos zu fahren gehört man zur Familie und bleibt auch dabei. Ich bin nun 77 Jahre alt und immer noch so verrückt.“

Der Tüftler

Anfang der 1990er Jahre beendete er seine Rennfahrerkarriere, leitete ein Autohaus in Kaiserslautern und war Mitinhaber eines Unternehmens, das aus Recycling-Kunststoff Streckenbegrenzungselemente für Kartbahnen herstellt und vertreibt. Klaus Fritzinger lebte bis zu seinem Tod in seiner Heimatstadt Kaiserslautern.

Sein letztes Rennen fuhr Fritzinger im Sommer des Vorjahres, als er mit seiner legendären Celica beim Gruppe B Rallyelegenden-Festival in Saalfelden startete.

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