AUTOWELT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Buzz Lightweight

Wieviel Potential im "konventionellen" Kleinwagen noch drinnen steckt, soll der neue Mazda2 zeigen - Motorline.cc war auf erster Testfahrt!

Johannes.Gauglica@motorline.cc

Hier sehen Sie einige Bilder des neuen Mazda2!

Mazda Austria betreibt „Zoom-Zoom“ im Schnellgang: Was da in der Toskana der europäischen Presse vorgestellt wurde, steht hierzulande bereits bei den Händlern. Mit dem Mazda2 kehren die Japaner zum „klassischen“ Kleinwagen zurück, denn der Vorgänger mit Großraum-Konzept war in der gesamteuropäischen Betrachtung kein sehr großer Erfolg – die Verkaufszahlen in Österreich liefen da allerdings gegen den Trend, generell hatten die Japaner bei uns ein erfreuliches Jahr 2007.

Die Zeit war trotzdem reif für einen neuen, vifen, kleinen Einstieg in die Mazda-Welt. Und im Vergleich zum recht sachlichen Vorgänger gibt dieser neue Kleine aus Hiroshima tatsächlich ein deutlich frischeres Bild ab: Flatterkragen statt Krawattenknopf.

Zuerst zu den trockenen Daten: Der knapp 3,9 Meter lange Mazda2 wiegt je nach derzeit verfügbarer Motorisierung (dazu später mehr) 955 bzw. 960 Kilogramm, das ist um ungefähr 100 kg weniger als das abgelöste Modell. Und kleiner ist er auch, nämlich um exakt 4 Zentimeter. Mazda meint, der neue Zweier sei „gerade richtig groß“.

Kalorienarmer Grünschnabel

Und nach all diesen sachlichen Überlegungen suchen wir uns unseren Testwagen wonach aus? – Nach der Farbe. Auch das emotionale Element gehört dazu, und das prächtige Grünmetallic (das übrigens Aufpreis kosten wird) ist ein nach unserer bescheidenen Meinung genialer Farbton für dieses Auto.

Gratulation an die Designer, die einen ganz nach Mazdas Intentionen „konventionellen“, aber trotzdem flott gezeichneten Kleinwagen auf die Räder gestellt haben. Neben den üblichen „Nur-ned-Auffallen“-Schattierungen sticht vor allem das Grün erfrischend heraus und wird trotzdem nicht so schnell lästig.

Der Fünftürer mit dem jugendlichen Aufschwung in der Gürtellinie wird im Laufe des nächsten Jahres durch eine dreitürige Variante ergänzt, an optischer Dynamik mangelt es aber auch dieser Version beileibe nicht. Das Design ist rundum gelungen. Auffallend schon beim Öffnen von Türen und Heckklappe: Der Mazda2 ist nicht nur laut Papierform leichter geworden, er fühlt sich auch, in positivem Sinn, so an: Nicht klapprig, sondern fettfrei.

Wie wohnt es sich?

Der Innenraum gibt sich dezenter, mit gedeckten Grautönen und praktischen Details statt Designexperimenten. Zwischen den Vordersitzen wurde auf eine Konsole verzichtet, eine niedrige Ablage eignet sich als sicherer Ort für den MP3-Player - der serienmäßige AUX-Anschluss liegt gleich daneben - oder als Abstellplatz für schmales Gepäck (sprich: Laptop).

Eine gute Idee, aber doch auch Geschmackssache – manche vermissen die klassische Klapptruhe fürs Familiensilber. Ebenfalls clever: Ein Zeitschriftenfach im Handschuhfachdeckel, fast wie im Flieger. (Schwimmweste war keine an Bord.)

Die Materialwahl ist schlüssig, es gibt keine allzu „billigen“ Ausrutscher. Das Lenkrad erinnert an den Roadster MX-5 und sorgt, zumal in Aufpreis-Leder, für etwas sportliches Flair. Weiß unterlegte Instrumente sind keine Neuheit mehr, aber trotzdem hübsch.

In Reihe 1 mangelt es auch „hohen Herrschaften“ nicht an Platz. Kleine Enttäuschung: Das Lenkrad ist nur höhenverstellbar, und auch eine verstellbare Lendenwirbelstütze fehlt auf längeren Fahrten etwas.

Und in Reihe 2? – Tja, es ist ein Kleinwagen. Im Klassenverhältnis geht der Platz auf der Heckbank aber vollauf in Ordnung. Der Kofferraum fasst 250 Liter (in anderen Worten: zwei Reisetaschen, zwei Laptoptaschen, etwas Kleinkram), die Rückbank lässt sich je nach Ausstattung im Ganzen oder 2:1 umlegen, dann sind maximal 787 Liter leerer Raum verfügbar. Hier gibt es also keine Überraschungen. Ganz so praktisch im Zugriff wie der Vorgänger ist der neue Zweier aufgrund der runderen Karosserieform naturgemäß nicht mehr.

Toscana con brio

Unser grüner Bolide wurde von einem 1,5l-Benziner angetrieben, der stärksten von drei beim Marktstart verfügbaren Motorvarianten. Die beiden schwächeren Vierzylinder haben jeweils 1,3l Hubraum und 75 bzw. 86 PS. Einen Diesel gibt es noch nicht, er folgt im Frühjahr 2008 und wird aus 1,4l samt Turbo 68 PS schöpfen. Mazda ortet in diesem Segment einen Rückgang der Diesel-Verkäufe, deshalb wird es wohl bei dieser einen Selbstzünder-Version bleiben.

Genug geschwafelt: Auf den ersten Kilometern durch die malerische Landschaft kommt man wiederum zum Grundthema „leicht“ zurück. Das Auto liegt solid und stabil, fühlt sich aber nicht schwerfällig an.

Die Agilität des DOHC-Vierzylinders mit variabler Einlasssteuerung wird vom Fünfgang-Getriebe unterstützt, es bietet in seiner Abstimmung einen angenehmen Kompromiss. Der Schaltknüppel sitzt übrigens in angenehm hoher Position auf der Mittelkonsole.

In Bewegung

Der Motor bietet für seine Größe tapferen Durchzug und hat mit dem schlanken Auto recht leichtes Spiel, zwecks Beschleunigung „Zurückhakeln“ muss man auch auf gebirgigen Straßen – von denen es rund um Siena einige gibt - nur selten.

Ein bisschen Drehen schadet nie, das maximale Drehmoment steht bei 4.000 Touren an. In 10,4 Sekunden ist man aus dem Stand auf 100 km/h. Beim Kurvengeschlängel wie auch im Stadtverkehr freut man sich über die geschwindigkeitsabhängige Servolenkung – je langsamer, desto leichtgängiger.

Auf der Autobahn gibt es sowieso keine Beschwerden, die Bauartgeschwindigkeit der 1,5l-Variante wird bei 188 km/h angesetzt – wir glauben es aufs Wort. Die Maschine verrichtet stets akustisch unaufdringlich ihre Arbeit, und generell bleibt es im Mazda2 angenehm leise.

Dazu kommt eine bequeme, aber nicht lasche Fahrwerksabstimmung. Auch in flotteren Kurven bleibt der Japaner stets auf der sicheren Seite, richtige Hetzjagden taugen ihm allerdings dann nicht mehr so ganz. Den Durchschnittsverbrauch für diese Maschine setzt das Werk bei 5,9l an.

Die Preisliste des Mazda2 startet bei 11.990,- Euro mit der 75-PS-Maschine. In dieser Variante sind allerdings nur Frontairbags serienmäßig; für das Paket mit Seiten- und Fensterairbags müssen allerdings 2.000 Euro draufgelegt werden – Ökonomie am falschen Platz, möchten wir meinen. Immerhin sind dann auch Klimaanlage, elektrische Fensterheber und CD-Radio in diesem Aufpreis enthalten.

Die Ausstattungslinien sind an die Motorisierung gebunden, bei 86 PS fahren bereits ESP und Traktionskontrolle, CD-Wechsler und Klimaautomatik serienmäßig mit. Die Variante GT mit dem stärksten Motor bietet zusätzlich das schlüssellose Zugangssystem „Smart Card“. Dafür wird um Überweisung von 18.690,- Euro gebeten.

Die Zukunft: Diesel, Dreitürer – und MPS?

Für die Zukunft stehen wie gesagt der Diesel und der Dreitürer in den Startlöchern, letzterer dann auch in einer sportlichen Version. Das gelungene optische Tuning (30 mm Tieferlegung, Seitenschweller, andere Kühlermaske, etc.) ist optional auch für den Fünftürer erhältlich.

Und jetzt denkt natürlich jeder Mazda-Fan dasselbe: „MPS“. Wird es eine High-Performance-Variante des Mazda2 geben? Dazu James Muir, der Europapräsident der Marke, mit verschmitztem Lächeln: „Wir überlegen noch – aber wenn ich für Europa sprechen darf: Gern!“

Eine Übersicht über technische Daten, Ausstattung und Preise des Mazda2 finden Sie hier!

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Die Women's Worldwide Car of the Year (WWCOTY) Jury freut sich, die Gewinner der acht Kategorien der diesjährigen Auszeichnung bekannt zu geben: Stadtmodell, kompakter SUV, großer Pkw, großer SUV, 4x4 und Pick-up, Performance- und Luxuswagen, beste Technik und Sandy Myhre Award für die frauenfreundlichste Marke.

Mit dem Tayron erhebt VW eine ehemalige Tiguan-Variante zum eigenständigen, betont hochwertigen und luxuriösen Modell. Inklusive sieben Sitzen, viel Technik und Komfort.

Hypercar aus Molsheim mit Plug-in-Hybridtechnologie

Bugatti Tourbillon in Wien präsentiert

Das erste Modell unter Bugatti-Chef Mate Rimac wirft seine Schatten voraus: Erstmals konnten wir mit dem 1.800 PS starken Tourbillon im neuen Showroom in Wien auf Tuchfühlung gehen. Marktstart ist 2026.

Neues Segment, neues Glück

Vorstellung: Das ist der neue Dacia Bigster

Die fünfte Baureihe von Dacia geht in die nächsthöhere Klasse der beliebten Kompakt-SUV und richtet sich auch gezielt an Flottenkunden. Der Name ist beim Bigster Programm, nur die Preise bleiben erstaunlich klein.

Autozubehör von Epico

Sicherer Halt für das Handy

Ein Smartphone-Halter mit Qi-Ladefähigkeit und eine Kopfstützenhalterung für die Fondgäste im Test. Eine der Erkenntnisse: Als Herausforderung stellt sich eher das Automodell heraus.