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Renault Latitude - schon gefahren

Made for Korea

Erster Ausflug mit dem neuen Renault-Flaggschiff. Wie es sich fährt, warum dieser Renault gar kein Franzose ist und wieso der Laguna unterm Strich das deutlich bessere Angebot ist.

Stefan.Schmudermaier@motorline.cc

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Die französischen Hersteller sind bei Klein- und Kompaktwagen sehr stark, je höher das Segment, umso dünner wird allerdings die Luft. Egal ob Peugeot 607, Citroen C6 oder Renault Vel Satis, der Durchbruch blieb den französischen Flaggschiffen außerhalb Frankreichs in den letzten Jahren verwehrt.

Nun unternimmt Renault einen neuen Anlauf und besinnt sich nach dem doch extravaganten Vel Satis wieder auf deutlich traditionellere Designwerte. Wobei der Latitude genau genommen gar kein Franzose ist.

Um Entwicklungskosten für ein eigenes Modell zu sparen, hat man sich dazu entschlossen, den im Markenverbund befindlichen Samsung SM5 als Basis zu nehmen. Die Limousine wird in Korea gebaut und erfreut sich dort auch großer Beliebtheit.

Großzügiges Platzangebot

Doch hat die für Renault-Verhältnisse optisch eher biedere Limousine das Zeug zum würdigen Flaggschiff? Motorline hat versucht, genau das auf einer ersten Testfahrt herauszufinden. Die Erscheinung wirkt durchaus stattlich, auch das Platzangebot im Innenraum ist in Ordnung.

Solange man jedenfalls nicht zum doppelten Schiebedach greift, denn dann ist die Kopffreiheit vor allem im Fond stark eingeschränkt. Das Gepäckabteil ist ordentlich dimensioniert, knapp über 500 Liter lassen sich dort verstauen.

Motorisch gibt’s keine Überraschungen, außer vielleicht, dass man beim Latitude – in Österreich - gleich gänzlich auf einen Benziner verzichtet. Somit stehen die zwei aus dem Laguna bekannten Vierzylinder-Turbodiesel mit 150 bzw. 173 PS zur Verfügung, das stärkere Triebwerk – auch hier die Parallele zum Laguna – ist ausschließlich mit Automatik zu haben.

Das für ein Flaggschiff nötige Motorenprestige gibt’s in Form eines Sechszylinder-Turbodiesels mit satten 240 PS. So weit, so gut, doch wie fährt sich der Renault Latitude? Vorweg die gute Nachricht: Motorisch ist er über alle Zweifel erhaben, die Kombination des mittleren Turbodiesel mit der Automatik weiß zu gefallen.

Unharmonisches Fahrwerk

Wir wollen ihnen aber auch die schlechte Nachricht nicht vorenthalten. Das Fahrwerk mag vielleicht koreanischen oder auch amerikanischen Ansprüchen genügen, in Europa gelten aber andere Maßstäbe. So lange die Straßen frisch asphaltiert sind, ist ja noch alles in Ordnung. Aber wehe es kommt dem koreanischen Franzosen ein Kanaldeckel oder gar ein Schlagloch in die Quere.

Kurze Stöße werden knochentrocken ins Lenkrad durchgereicht, unharmonisch hoppelt der Latitude über Unebenheiten. Da helfen dann auch Massagesitze oder ein Luftionisator samt Parfumspender nichts mehr, Wohlfühlklima kommt leider keines auf.

Unterm Strich hat sich Renault mit diesem Flaggschiff keinen Gefallen getan. Das wurde während der Testfahrten spätestens beim Umstieg in den eigentlich darunter angesiedelten Laguna - Fahrbericht Renault Laguna Facelift - klar. Zwischen den beiden Fahrzeugen liegen fahrwerkstechnische Welten.

Startpreis: ca. 31.300,- Euro

Im Gegensatz zu einigen anderen europäischen Ländern, wo man den Latitude gar nicht ins Programm aufnimmt, wird er in Österreich ab Ende Jänner angeboten. Der endgültige Preis steht zwar noch nicht fest. Rund 31.300,- Euro sollen es für das Einstiegsmodell sein, abzüglich eines Starterbonus von 1.500,- Euro.

Vergleicht man diesen Preis mit dem Laguna und berücksichtigt auch dessen 3.000,- Euro hohen Starterbonus, so fällt die Entscheidung gegen den Latitude leicht. Für die rund 30 Tausender des Latitude bekommt man den Laguna mit dem 173 PS Top-Diesel mit Automatik und das formidable Fahrwerk samt Allradlenkung oben drauf.

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