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Erwachsen geworden

Ford schickt die achte Fiesta-Generation ins Rennen - fahrdynamisch top wie eh und je, aber rundum größer, edler und mit modernster Technik.

Georg Koman; mid/brie

"Du bist aber groß geworden". Diesen Spruch müssen sich Jugendliche oft anhören. Die Standardfloskel von Onkeln und Tanten gilt inzwischen auch für nahezu jedes Automodell. Jüngstes Beispiel: Die gerade vorgestellte achte Generation des Ford Fiesta.

Die erste Fassung kam vor 41 Jahren als nüchterner Automobil-Zwerg zur Welt und ist nun zu einem Allrounder geworden - interessant auch für Kunden, denen die darüber liegende "Kompaktklasse" inzwischen zu unhandlich erscheint.

Seinen Vorgänger übertrifft der Fiesta in mit 4,04 Metern Länge um sieben Zentimeter, den Urahn von 1976 lässt er mit einem Plus von rund einem halben Meter hinter sich. Und warum musste der Fiesta schon wieder wachsen? Weil ihm der im Herbst 2016 vorgestellte Ka+ mit seinen Maßen so nahegerückt ist, dass der Respektsabstand zum kleinen Bruder wieder hergestellt werden musste.

Die wahre Größe des Fiesta ist allerdings nicht an diesen Zahlen festzumachen. Denn in der Kleinwagen-Klasse legt er mit seinen zahlreichen Ausstattungsvarianten die Latte sehr hoch. Sogar in der Basisversion "Trend" gibt es einen Spurhalte-Assistenten serienmäßig.

Wer mehr will, kann sich mit drei verschiedenen Fahrer-Assistenz-Pakteten um - je nach Ausstattung - sozial verträgliche 370 bis 1.170 Euro adaptiven Tempomat, Fernlicht-Assistent, Verkehrsschild-Erkennung und Müdigkeits-Warner zubuchen. Auch ein Notbremssystem, das selbst bei Nacht Fußgänger und Tiere (ab 80 Zentimetern Größe) erkennt, und ein "Aufpasser", der beim Rückwärts-Ausparken vor herannahendem Verkehr warnt, sind zu haben.

Da Ford beim Vorgängermodell vom Verkaufserfolg fast erdrückt wurde, war es klug, die Optik des Neuen nicht revolutionär zu verändern.

Soll heißen: Wer den Vorläufer wegen seines Äußeren mochte, wird sich auch vom aktuellen Fiesta nicht abwenden. Er sieht jetzt einfach ein bisschen dynamischer aus.

Zudem bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, den Fiesta in Details wie Innen- und Außentrim - etwa mit einem farblich abgesetzten Dach - zu individualisieren.

Motorenseitig gibt es Benziner mit drei oder Diesel mit vier Zylindern. Die beiden 1,1-Liter-Basisbenziner mit 70 und 85 PS bedienen dabei die preisbewusste Kundschaft. Das Aggregat schlechthin ist der 1,0-Liter-EcoBoost-Motor mit Turbo-Aufladung. Seine Leistungsspanne deckt drei Stufen ab: 100, 125 und (für den sportlichen ST und den noblen Vignale ab Herbst 2017) 140 PS.

Zum ersten Test brachte Ford freundlicherweise die neue 140-PS-Variante mit, die den Fiesta in 9,0 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt. Im zahmen Drehzahlbereich hält sie sich akustisch extrem zurück, beim Ausdrehen der Gänge vernimmt man ein sportliches Röhren - unterstützt vom heute allgegenwärtigen Sound-Design.

Wie schon beim Vorgänger dürfte aber der 100 PS starke EcoBoost-Benziner bei den meisten Kunden das Rennen machen. In Sachen Diesel ist der Fiesta mit zwei 1,2-Liter-Motoren dabei, die 85 und 120 PS leisten.

Das Armaturenbrett wurde gründlich entrümpelt. Die Zahl der Knöpfe auf der Mittelkonsole schmolz auf die Hälfte zusammen. So wurde der Platz für einen tabletartigen Bildschirm frei, der im oberen Bereich sehr gut in das Sichtfeld des Fahrers eingerückt ist.

Die aufpreispflichtigen Sportsitze sind gut ausgeformt und bieten viel Seitenhalt. Das Raumangebot ist vorne hervorragend, auch im Fond legte der Fiesta an Kniefreiheit zu.

Das Fahrverhalten wurde nochmals verfeinert: An Komfort, Agilität und präzisem Einlenkverhalten gab es schon beim Vorgänger nichts zu bemängeln, der neue Fiesta liegt jetzt zusätzlich satter auf der Straße und bremst deutlich besser.

Ab September (Deutschland: ab sofort) geht der neue Ford Fiesta in den Ausstattungslinien "Trend" und "Titanium" an den Start, durchwegs mit fünf Jahren Garantie. Im Herbst folgen die sportliche ST-Line und der in Richtung Luxus getrimmte Vignale.

Im Frühjahr 2018 kommt dann der höher gelegte Crossover "Active" und im Sommer rundet der 200-PS-Kracher Fiesta ST das Programm ab. Schön, dass man noch die Wahl zwischen Drei- und Fünftürer hat. Auch wenn zwei zusätzliche Türen im Fond praktisch sind: Wer sie nicht braucht, spart beim Kauf 500 Euro (D: 800 Euro).

Die Preise starten bei 12.650 Euro (D: 12.950 Euro) für den Dreitürer mit 70 PS und "Trend"-Ausstattung, bei Finanzierung durch die Ford Bank lautet der Einstiegstarif gar 10.990 Euro. 100 EcoBoost-PS sind ab 14.250 Euro zu haben (D: 15.100 Euro). Diese Version ist auch mit Automatik-Getriebe erhältlich - ab 16.650 Euro (D: 16.750 Euro). Bei nicht weniger als 25 Ausstattungspaketen ist in Sachen Luxus noch viel Luft nach oben. Wer will, kann in seinem Fiesta sogar die gute Tonqualität einer Bang&Olufsen-Soundanlage genießen.

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