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Endlich dynamisch

Der Jazz hat sich im Modelljahr 2018 deutlich ans Aussehen der übrigen Honda-Modelle angeglichen. Dazu gibt es ein 130 PS starkes Top-Aggregat.

mid/rhu

Seit seinem ersten Auftritt im Jahr 2001 gibt der Honda Jazz den besonders Geräumigen unten den Kleinen. Mehr als sieben Millionen Mal hat sich der pfiffige Japaner bisher weltweit verkauft, auch die 2015 gestartete dritte Generation des Vier-Meter-Autos setzte den Erfolgszug nahtlos fort.

Jetzt rollt eine überarbeitete Variante zu den Händlern. Und die beendet endlich ein Manko, das dem Jazz seit Langem zusetzte.

Bisher war ein 1.3-Liter-Benziner mit nicht übermäßigen 102 PS das einzige Aggregat, das Honda für den Jazz zu bieten hatte. Ein bisschen wenig angesichts der Tatsache, dass der Kleine wegen seines überdurchschnittlichen Platzangebots häufig als einziger Wagen in der Familie verwendet wird und deshalb auch vollgepackt auf die Langstrecke gehen muss. So ertönte schon seit Jahren das altbekannte Klagelied ansonsten sehr zufriedener Jazz-Fahrer: Gebt uns bitte mehr Leistung!

Voila, der hochmoderne 1.5-Liter-Vierzylinder mit zwei obenliegenden Nockenwellen und variabler Ventilsteuerung ist da - und er ist mit seiner Spitzenleistung von 130 PS ganz eindeutig ein Schritt in die richtige Richtung.

Er bietet mehr Dynamik, mehr Sportlichkeit und mehr Souveränität, läuft im unteren und mittleren Drehzahlbereich ruhig, setzt Gaspedalbewegungen zügig in Vortrieb um und macht kleine Überholmanöver zwischendurch möglich, die bisher am mangelnden Vorwärtsdrang des Jazz scheiterten. Wer ihn so richtig hochdreht, hat fast schon das Gefühl, in einem kleinen Renner zu sitzen - zumindest von der Geräuschkulisse her.

Die 130 PS bringen die knapp 1.200 Kilo Lebendgewicht des Kleinwagens in akzeptablen 8,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h, beim schwächeren Motor sind es immerhin 11,4 Sekunden. Die Spitze ist bei beiden gleich - und 190 km/h sollten für ein Fahrzeug dieser Größe ja auch reichen. Mit 5,9 Liter gibt Honda den Prüfstandsverbrauch laut EU-Norm an, das sind 0,7 Liter mehr als beim schwächeren Motor.

In der Realität, bei ersten Testfahrten in und um Rom, konsumierte der 1,5-Liter-i-VTEC-Motor dann auch tatsächlich nicht mehr als laut Norm - allerdings wanderte die Tachonadel auch tempolimitbedingt nicht über die 100er-Marke. Ein Satz noch zum Sechsgang-Getriebe: Es ist gut abgestuft und lässt sich auf kurzen Wegen schön knackig durchschalten.

Honda hat seinem Leistungsträger nicht nur einen neuen Motor, sondern auch eine leichte optische Auffrischung spendiert. Der Jazz hat geänderte Scheinwerfer und Tagfahrlichter, auch die Heckpartie wirkt jetzt präsenter und knackiger.

Am Innenleben des Jazz hat sich nicht viel geändert - das war ja auch nicht notwendig. Denn mit seinem genialen "Magic-Seats"-Konzept mit wie im Kino hochklappbaren Rücksitzflächen, dem zentral angeordneten Tank und dem Kofferraum im Kompaktauto-Format (354 bis 1.314 Liter Volumen) ist er nach wie vor ein ganz besonders praktischer, handlicher und vielseitiger Kleinwagen.

Eigentlich kaum zu glauben: Gegenstände von bis zu 2,48 Meter Länge lassen sich nach Umklappen der Beifahrersitzlehne problemlos verstauen - bei 4,05 Meter Außenlänge. An der Lenkung gibt es nichts zu kritteln. Das Fahrwerk arbeitet nach der Devise "rau, aber herzlich" und filtert grobe Straßenschäden nicht unbedingt souverän und nur zum Teil aus. Je schneller es dahingeht, desto entspannter lässt es sich auch auf Holperstrecken aushalten.

Das Armaturenbrett wirkt etwas zerklüftet, Die Verkleidungsteile sind durchgehend aus nicht besonders hochwertig wirkendem Hartplastik. Unterschäumte, griffsympathische Oberflächen? Leider Fehlanzeige. Die Ausstattung mit Fahrerassistenzsystemen wie City-Notbremshelfer und Co. ist für ein Fahrzeug dieses Segments gut, die Bedienung des 7-Zoll-Touchscreens und der Tasten und Schalter ist auch für Jazz-Neueinsteiger einfach zu bewerkstelligen.

Fazit: Endlich gibt es den Jazz auch einigermaßen munter motorisiert. Für Interessenten öffnet das zusätzliche Aggregat eine Wahlmöglichkeit zwischen Luxus und Leistung. Die Version mit kleinerem Motor ist nämlich mit 20.490 Euro (Deutschland: 19.990 Euro) in der Fast-all-inclusive-Version namens "Elegance" auf den Cent genauso teuer wie der etwas schlechter ausgestattete, aber dafür stärkere Jazz "Dynamic".

Technische Daten Honda Jazz 1.5 i-VTEC Dynamic

Fünftüriger, fünfsitziger Kleinwagen, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Millimeter 4.051/1.694/1.525/2.530, Kofferraumvolumen: 354 bis 1.314 l, Wendekreis 11,1 m, Leergewicht: 1.136 kg, max. Zuladung: 469 kg, Tankinhalt: 40 l.
Motor: Vierzylinder-Benziner mit 1.498 ccm Hubraum, Leistung 96 kW/130 PS bei 6.600 U/min, max. Drehmoment 155 Nm bei 4.600 U/min, 0-100 km/h: 8,7 Sek., Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h, Normverbrauch: 5,9 l Super auf 100 km, CO2-Emission: 133 g/km, Sechsgang-Schaltgetriebe, Frontantrieb.
Preis: ab 20.490 Euro (Deutschland: 19.990 Euro).

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