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Umfrage: Schuld sind immer die anderen

Tatort Auto

Raser, Drängler, Mittelspurfahrer und weitere Hitzköpfe: Tag für Tag treiben Autofahrer auf den Straßen ihr Unwesen. Sie sind eine Gefahr für andere.

mid

Das Problem: Diese Rüpel und Rambos leben in ihrer eigenen Autowelt. Und in der ist offenbar kein Platz für Einsicht. Schuld sind nämlich immer die Anderen. Die meisten geben sich selbst gute Noten, sehen sich als super Fahrer und glauben, sich im Auto positiv und beispielhaft zu verhalten.

97 Prozent geben sogar an, dass sie am Steuer ruhig und aufmerksam sind. Das ergab jetzt eine Umfrage des Ipsos-Instituts, die im Auftrag der Unternehmensstiftung Vinci Autoroutes per Internet unter rund 7.000 Bürgern in Deutschland, Frankreich, Belgier, Spanien, Großbritannien, Schweden und Italien durchgeführt wurde.

Im Europa-Vergleich haben deutsche Autofahrer ein gutes Image. Sie seien im Straßenverkehr beispielhaft. Nur die Schweden schneiden bei der Untersuchung besser ab. Ganz anders die Italiener. Sie kommen am schlechtesten weg. Der Vorwurf: Die Südländer haben nur wenig Verantwortungsbewusstsein am Steuer.

Von den Befragten in Deutschland nennt jeder Zweite eine zu hohe Geschwindigkeit als die Hauptursache für Unfälle und Verkehrstote. Die anderen Europäer sehen das größte Problem allerdings beim Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. 55 Prozent glauben, es werde schwierig, die Anzahl der Verkehrsopfer erheblich zu verringern.

Bei der Umfrage kam auch heraus, dass sich die wenigsten Autofahrer an das vorgeschriebene Tempolimit halten. 86 Prozent der Europäer und 88 Prozent der Autofahrer in Deutschland gestanden, die Höchstgeschwindigkeit manchmal um ein paar Kilometer pro Stunde zu überschreiten.

Genauso erschreckend: Jeder Dritte in Europa fährt zu dicht auf. In Deutschland gaben sogar 71 Prozent zu, dass sie den notwendigen Sicherheitsabstand nicht einhalten. 60 Prozent bestätigten, in Baustellen zu schnell zu fahren. Auch bei diesem Verstoß lagen die Autofahrer in Deutschland über dem Europa-Durchschnitt oder sie waren bei der Befragung einfach ehrlicher.

So genau nimmt es offensichtlich niemand mit den Vorschriften: Knapp 60 Prozent der Autofahrer in Deutschland lassen beim Überholen auch schon mal den Blinker weg (48 Prozent in Europa), jeder Dritte telefoniert während der Fahrt mit seinem Handy, 25 Prozent schreiben SMS, 11 Prozent lesen kurz etwas und 20 Prozent sind ohne den Gurt anzulegen unterwegs.

In einem Punkt geht es auf deutschen Straßen tatsächlich etwas ruhiger zu als in den Nachbarländern: Es wird weniger gehupt. Dagegen gehört vor allem in Südeuropa die Hupe zum guten Ton. Jeder, der nervt oder dem eigenen Empfinden nach zu langsam unterwegs ist, wird per Hupe einfach verscheucht.

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