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Ford Mustang GT Convertible Aut. - im Test Ford Mustang GT Convertible 2018

Donnerwetter

Viel Feinschliff, mehr Leistung, zehn Gänge und eine Klappenauspuffanlage sorgen im überarbeiteten Ford Mustang für noch mehr Freude.

Bernhard Reichel

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Nach jahrzehntelanger Wartezeit saugt Europa die erste offiziell erhältliche Mustang-Generation regelrecht auf. Über 30.000 Exemplare fanden hier bereits Absatz. Bei der Motorisierung kann es nur eine richtige geben.

Der deutlich überwiegende Teil kann nicht irren und entscheidet sich für den klassischen V8-Sauger. Dieser erhielt nun noch mehr Leistung und steht jetzt bei 450 PS. Bei weiterhin fünf Litern Hubraum braucht es keinen Turbo, um auf beachtliche 529 Nm Drehmoment zu kommen. Das präzise Sechsgang-Getriebe wurde ebenfalls überarbeitet,alternativ dazu gibt es - wie in unserem Testwagen - ein ganz neues Automatikgetriebe mit beachtlichen zehn Fahrstufen.

Optisch betrieb man im Detail Feinschliff. Die neue und aggressivere Zuspitzung der Scheinwerferform bietet zurzeit DIskussionsstoff für die Ponyfreunde. Das neue Innenleben, die dreidimensionalere Ausformung der Unterseite und die schärferen Blechkanten um die Scheinwerfer herum gefallen.

Der Splitter im Kühlergrill ist nun lackiert, die Motorhaube fällt flacher aus und nimmt zwei echte Kühlungsöffnungen auf. Die modern gestylte Frontschürze sticht ein wenig aus dem sonst perfekten Retrodesign heraus. Der untere Spoiler ragt für mehr Anpressdruck nun weiter heraus. Das Heck des GT wird nun von vier Endrohren geziert. Die dreidimensionalen Heckleuchten erhielten mit Knicken oben und unten eine weitere Ausformung. Neue Felgen und zwei neue Metallicfarben „Kona-Blau“ und „Tropical-Orange“ (siehe Testwagen) sorgen für frischen Wind.

Für das junge Publikum gibt es neue, verspielte Goodies. Darunter ein Burn-Out-Modus, sowie zwei neue Renn-Fahrmodi. Im MyMode lässt sich sogar der Klang der Klappenauspuffanlage einstellen. Innen fällt der nun digitale Tacho auf, der variantenreich individualisierbar ist. Im Sport-Plus-Modus wird er sogar zum Bandtacho. Der Startknopf macht mit pulsierendem Farbflimmern auf sich aufmerksam. Der Acht-Zoll-Touchscreen ist mit Sync3 optimiert, das Lenkrad ist neuerdings beheizbar.

Wir testen die Cabrioversion "Convertible" und öffnen gleich einmal das Verdeck, das absolut lautlos und richtig flott arbeitet. Der Klang beim Anlassen ist noch gewaltiger geworden.

Beim Zurollen auf die erste Ampel erhalten wir bereits eine eindeutige Handgeste - das automatische Zwischengas beim Runterschalten der Automatik erfreut mit heftigem Motor-Auffauchen wohl nur echte Benzinbrüder.

Besser weit weg von der urbanen Umgebung lässt man das Urvieh dann von der Kette. Der Klang überholt den aktuellen Gaspedalwinkel stets, und sobald man richtig Gas gibt, wird die Fahrt zur Zeitreise in die Brunftzeit der Saurier.

Nicht weit entfernt sind jene Instinkte, die dieses Gerät im heutigen Menschen wachrüttelt. Per manuellem Schaltbefehl lässt sich noch besser mit dem Klang spielen. Die Automatik hält sich nämlich sehr gern in den obersten ihrer zehn Stufen auf. An sich nicht verwerflich, weil sprit- und lärmschonend. Grundsätzlich gibt es am Getriebe nichts auszusetzen: Flott wählt es den richtigen Gang und leitet das Drehmoment sanft weiter.

Dank überarbeiteter Dämpfer liegt das Pferdchen nun auch satter auf der Straße. Ein kompromissloser knallharter Sportwagen will der Mustang auch gar nicht sein. Mit üppigen Abmessungen und fast 1,8 Tonnen Gewicht ist er wie gehabt ein Gran Turismo. Die Längsdynamik ist trotzdem von der spaßigsten Sorte. In lediglich 4,3 Sekunden geht es aus dem Stand auf Tempo 100.

Die Kraft, mit der es einen in die Sitze presst, wird vom irren Klangerlebnis noch untermauert. Man fährt stets in einer Klangwolke aus tiefen Bässen. Es macht einfach Spaß, diesen Motor spazieren zu führen.

Lockert man die elektronischen Fesseln dieses rollenden Kulturgutes etwas, gibt es Fahrspaß, den turbogeladene und allradperfektionierten Konkurrenten in dieser Wildheit nicht bieten. Ständig muss man die Hinterachse im Zaum halten. Das Popometer ist auf einmal wieder gefragt. Ein Auto für alle Sinne.

Spannend, wie hoch wohl der Verbrauch tatsächlich ausfällt, wenn bereits die Werksangabe bei 12,1 Liter liegt. Tja, im Normalbetrieb liegt er sogar knapp darunter. Selbst bei artgerechter Bewegung bleibt er unter 15 Liter. Leider wird solche Ehrlichkeit in Österreich bestraft und so gibt es satte 32 Prozent Super-NoVA (Normverbrauchs-Abgabe). Was die Grundidee des Mustang - viel Power zum erschwinglichen Preis - hierzulande leider konterkariert.

Mit der neuen Zehngang-Automatik kostet unser getesteter Ford Mustang GT Convertible (= Cabrio) nämlich 67.950 Euro. Der Fastback (= Coupé) ist um 5.000 Euro günstiger. Wer lieber selbst schaltet, spart weitere 2.500 Euro. Die GT-Ausstattung lässt kaum Wünsche offen, die Extraliste ist daher recht kurz. Unter anderem findet man darin ein Carbonpaket sowie vier Premiumpakete mit Navigation, Lederpolsterung, Sitzheizung und -belüftung, kräftigerer Soundanlage etc.

Plus
+ grenzenloser Fahrspaß
+ irrer Klang
+ einer der letzten V8-Sauger

Minus
- wenig Übersicht
- der Lenkung fehlt etwas Rückmeldung

Resümee
Die überarbeitete Optik des neuen Ford Mustang ist Geschmacksache, bei Fahrspaß und Akustikgenuss gibt es keine Unstimmigkeiten. Wer mit den Nachbarn gut auskommen will, kann dank neuer Klappen-Auspuff auf Knopfdruck auch leise vorfahren. Mit dem bärenstarken V8-Saugmotor kauft man einen der letzten seiner Art.

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