Autowelt

Inhalt

Peugeot 508 BlueHDi 180 GT Line - im Test Peugeot 508 Limousine 2019

Prickelnde Limo

Mit dem im Herbst 2018 gestarteten 508 hat Peugeot für Aufsehen gesorgt. Doch fährt er sich auch so gut wie er aussieht? Test des 180-PS-Diesels.

Text: mid/Mst; Fotos: Georg Koman

Hier geht's zu den Bildern

Es braucht nur wenige Sekunden, um - bezogen auf das Design des 508 - in den Lobgesang einzusteigen: Die sportlich-elegant gestaltete Fließheck-Limousine ist ein echt prickelnder Hingucker.

Die Franzosen-Limo sorgt sogar auf dem Supermarktparkplatz und an der Tankstelle dafür, dass sich Menschen nach ihr umdrehen, was sonst meistens Sportwagen oder besonders exklusiven Luxuskarossen vorbehalten bleibt. Die Reaktion der Passanten beweist, dass die Peugeot-Designabteilung beim Blechkleid alles richtig gemacht hat.

Vielleicht erkennt man ein paar Zutaten der Konkurrenz, ein bisschen Alfa Romeo Giulia, ein bisschen BMW 3er - aber insgesamt bietet der Löwe so viel Eigenständigkeit, um ihn als Peugeot abzuspeichern: Vor allem Front- und Heckpartie haben einen eigenen Charakter. Die Tagfahrleuchten, die aus der Scheinwerfereinheit weit nach unten in die Frontschürze hinein gezogen sind, machen den neuen 508 von vorne unverwechselbar. Gleiches gilt fürs Heck, wo schwarz getönte Rückleuchten und eine durchgehende glänzend schwarze Blende den Ton angeben: Kleiner Clou für LED-Nerds: Die Leuchtkraft der LED-Rückleuchten ist variabel, sie reagiert auf die aktuellen Lichtverhältnisse.

Innen erwartet den 508-Fahrer ein aufgeräumtes Cockpit, das mit fein abgestimmten Materialien und einer richtig guten Verarbeitung überzeugt. Das sogenannte i-Cockpit mit kleinem Lenkrad und darüber angeordneten Armaturen haben die Franzosen nochmals überarbeitet, das Kombiinstrument misst jetzt 12,3 Zoll, ergänzt wird es durch einen 10-Zoll-HD-Touchscreen (ab der Ausstattungslinie "Allure", darunter acht Zoll).

Kritik gibt's nur für die Ablesbarkeit der Instrumente. Kleine Fahrerinnen oder Fahrer bis 1,70 Meter werden Probleme haben, eine Sitzposition zu finden, bei der die Oberseite des Lenkrads keine Anzeigen des Displays verdeckt. Allerdings ist das Mini-Volant griffig und wirkt nach einer kurzen Eingewöhnungszeit wie maßgeschneidert - aufs Handling wirkt sich seine geringe Größe zudem äußerst positiv aus.

Pluspunkte sammelt der 508 auch bei den Sitzen, die beim getesteten, in die sportliche Richtung gepushten GT Line mit AGR-Auszeichnung aufwarten, also besonders rückenschonend sind. Elektrische Verstellung und sogar Massage-Funktion für Fahrer und Beifahrer sind ebenfalls serienmäßig.

Und wie fährt sich die neue Mittelklasse von Peugeot? Tadellos. Der Testwagen mit Turbodiesel und 130 kW/180 PS erweist sich als sauber abgestimmtes Reiseauto. Komfort wird großgeschrieben.

Mit einem Testverbrauch von 5,8 Litern bei völlig normaler, kaum zurückhaltender Fahrweise kann man absolut zufrieden sein, auch wenn die Werksangabe für den kombinierten Durchschnittsverbrauch 4,7 Liter lautet. In 8,3 Sekunden beschleunigt der 508 mit dem ruckfrei schaltenden 8-Stufen-Automatikgetriebe auf Tempo 100, 235 km/h schafft die Limousine.

Wer möchte, kann es also auch - etwa auf Landstraßenabschnitten - etwas dynamischer angehen, aber insgesamt überzeugt der neue 508 doch insbesondere mit seinen ruhigen Seiten. Und räumt endgültig mit Vorurteilen auf, die französische Autos häufig noch immer aushalten müssen: zu weiches Fahrwerk, viel zu weiche Sitze - beides ist hier Quatsch.

Der Peugeot 508 ist rundum gelungen, optisch wie technisch. Nur der Spurhalte-Assistent, der mit dem Abstandstempomat meist problemlos funktioniert, könnte ein Update vertragen: bei Baustellen-Markierungen ist der Helfer bei mehreren Testfahrten leider ausgestiegen. Und: Die selbst bei kürzesten Spur-Übertretungen lang anhaltend piepsende Warnfunktion lässt sich nicht ausschalten. Ansonsten ist man im für 45.050 Euro wohlfeilen 508 aber nie neben der Spur.

Viertürige, fünfsitzige Mittelklasse-Limousine, Länge/Breite/Höhe/Radstand: 4.750/1.859/1.403/2.793 mm, Leergewicht: 1.535 kg, Zuladung: 505 kg; Anhängelast gebremst/ungebremst: 1.800/750 kg, Kofferraumvolumen: 487-1-537 l, Tankinhalt: 55 l.
Antrieb: 4-Zylinder-Turbodiesel, Hubraum: 1.997 ccm, Leistung: 130 kW/180 PS bei 3.750 U/min, max. Drehmoment: 400 Nm bei 2.000 U/min, 8-Stufen-Automatikgetriebe (EAT8), Vorderradantrieb, 0-100 km/h: 8,3 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 235 km/h, Normverbrauch: 4,7 l/100 km, CO2-Emission: 124 g/km, Schadstoffklasse: Euro 6d-Temp.
Österreich-Preis: 45.050 Euro (Deutschland: als GT um 46.850 Euro).

Drucken

Ähnliche Themen:

12.10.2017
Sieben auf einen Streich

Van ade: Der neue Peugeot 5008 übernimmt den Namen seines Vorgängers, ist aber ein SUV - mit Frontantrieb. 120-PS-Diesel mit Automatik im Test.

29.12.2015
Mundhygiene

Der Peugeot 508 erhielt bei der letzten Modellpflege zahlreiche optische und technische Adaptionen. Wir testen den 150-PS-Diesel im Kombi SW.

18.09.2014
Leit-Löwe

Der Peugeot 508 erhält im Zuge der aktuellen Modellpflege ein deutlich markanteres Gesicht und einen neuen, 165 PS starken Benzinmotor.

Schwebende Rosalie Citroen 8CV, 10CV und 15CV "Rosalie"

Moderne Technik hinter klassischer Front: Mit dem "schwebenden Motor" im Modell 8CV ist Citroen schon vor 86 Jahren experimentierfreudig.

GP von Frankreich Bottas vom Winde verweht

Valtteri Bottas dominierte in Frankreich das ganze Wochenende, doch im entscheidenden Q3 setzte sich wieder Hamilton durch.

24h Nürburgring Phoenix Racing gewinnt am Nürburgring

Pierre Kaffer, Frank Stippler, Frederic Vervisch und Dries Vanthoor sind die Sieger der 47. Auflage der 24 Stunden auf dem Nürburgring.

Dolce Vita Neu: Vespa Sei Giorni II Edition

Ab sofort geht die Vespa Sei Giorni II Edition mit dezenten Design-Updates und dem stärksten Motor in der Geschichte der Vespa an den Start.