MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Formel 1: News

Grand Prix in Silverstone vor dem Aus

Wegen Verlusten will der BRDC seinen Formel-1-Vertrag vorzeitig beenden und 2019 den letzten Grand Prix von Großbritannien abhalten.

Der Grand Prix von Großbritannien in Silverstone steht – einmal mehr – vor dem Aus. Das geht aus einem vom Fernsehsender ITV veröffentlichten Brief von John Grant, dem Chef des British Racing Drivers´ Club, hervor. Offenbar zieht dieser, der Streckenbesitzer und Organisator des Rennens, in Erwägung, vorzeitig aus seinem Vertrag mit Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone auszusteigen und im Jahre 2019 das letzte Rennen auf der finanziell angeschlagenen Anlage in Northamptonshire auszutragen.

Grund für den drohenden Silverstone-Abschied sind gestiegene Unkosten. "Der Vorstand überlegt, ob er vor dem Grand Prix 2017 bekanntgibt, dass er beabsichtigt, von einer Ausstiegssklausel Gebrauch zu machen", wurde Grant zitiert. Es sei keine einfache Entscheidung, daher würde die Sache gründlich geprüft und frühestens Mitte des Jahres entschieden; ein Verlust von rund 2,3 Millionen Euro in der Saison 2015 und ein Budget, das 2016 unter dem Soll blieb, gäben jedoch Anlass zur Sorge.

Finanzielle Hiobsbotschaften aus Silverstone sind nicht neu. Der Umsatz geht trotz rekordverdächtiger Zuschauerzahlen laufend zurück, mehrere Investorendeals sind bereits gescheitert, und die Machthaber scheinen sich von persönlichen Animositäten leiten zu lassen. "Sogar in einem guten Jahr sorgt der Grand Prix nicht für genügend Einnahmen, um die Kosten zu decken. Unsere größte Befürchtung sind deshalb stets schlechte Jahre", bangt Grant, der aber gleichzeitig klarstellt, dass andere Rennen und Aktivitäten auf der Anlage das Verlustgeschäft Formel-1-WM kompensieren würden.

Ecclestone bestätigt, dass Silverstone eine entsprechende Ausstiegsklausel besitzt. "Dann können wir nichts mehr tun. Es liegt nicht mehr in unseren Händen", erklärte der Serienzampano ITV. Er sieht sich bereits nach Alternativen um und erwähnt, dass zwei andere Strecken sein Formula One Management kontaktiert hätten, um den Fortbestand des Grand Prix von Großbritannien zu sichern. Vermutlich handelt es dabei um die ehemaligen Formel-1-Kurse Brands Hatch und Donington Park.

Silverstones Formel-1-Vertrag wurde 2009 geschlossen und läuft regulär bis 2026. Beide Seiten haben sich dem Vernehmen nach Ausstiegsklauseln zusichern lassen. Eine offizielle Stellungnahme zum Schreiben John Grants gibt es seitens des BRDC nicht, jedoch auch kein Bekenntnis dazu, dass die Formel-1-WM über das Jahr 2019 hinaus in Silverstone gastieren wird.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Formel 1: News

Weitere Artikel:

GP von Aserbaidschan: Qualifying

Nach Antonelli-Crash: Russell holt Baku-Pole

Während Max Verstappen und Kimi Antonelli auslassen, nutzt George Russell im Qualifying zum Grand Prix von Aserbaidschan 2026 die Gunst der Stunde

Horner über F1-Comeback

Horner liebäugelt mit Ferrari

Eigentlich will Christian Horner nur noch als Anteilseigner in die Formel 1 zurückkehren, bei Ferrari würde der 52-Jährige aber eine Ausnahme machen

Franco Colapinto reißt sowohl Teamkollege Pierre Gasly als auch Weltmeister Lando Norris aus dem Rennen: So erklärt der Alpine-Pilot seinen "großen Fehler" in Baku

Bitterer Siegverlust für Alpine bei den 6 Stunden von Fuji und unerwarteter Toyota-Triumph - Wilder Crash in der LMGT3 sorgt für Diskussionen

DTM erwägt große Format-Revolution

2027 Shootout-Qualifying in zwei Teilen?

Wird für 2027 in der DTM das Qualifying- und das Rennformat sowie der Ablauf geändert? Am Sachsenring gab es intensive Gespräche mit den Teams

Ferrari bezieht Stellung zu Gerüchten

Frederic Vasseur vor dem Aus?

Das Ferrari-Management bestätigt das volle Vertrauen in Teamchef Frederic Vasseur - Zuvor hatte es Gerüchte rund um Ex-Red-Bull-Teamchef Christian Horner gegeben