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Zandvoort-Rennen finanziell machbar

Ein möglicher Niederlande-Grand-Prix nimmt Formen an - Streckenverantwortliche in Zandvoort suchen Investoren - Klasse-1-Lizenz der FIA "nicht allzu aufwendig".

Eine Machbarkeitsstudie kommt zu dem Resultat, dass eine Rückkehr der Formel 1 nach Zandvoort wirtschaftlich umsetzbar wäre. Die Streckenverantwortlichen begreifen sie als Schritt hin zu einem neuen Niederlande-Grand-Prix auf dem Dünenkurs an der Nordsee. Nun wollen sie bei der Regierung und bei Unternehmen um Unterstützung werben. "Man sollte mit dem Rennen nicht vor 2020 rechnen, danach ist es ein realistisches Szenario", sagt Bernhard van Oranje.

Was dem adeligen Mitbesitzer Mut macht: Die Untersuchung will zeigen, dass die Bahn mit einem Gastspiel der Formel 1 jedes Jahr 32 Millionen Euro einnehmen könnte - und möglicherweise profitabel wäre, wenn Promotergebühren an Liberty Media fließen und Organisationskosten auf Zandvoort zukommen. Auch die Region Nordholland (53 Millionen Euro) und der niederländische Staat (57 Millionen Euro) sollen sich bei einem Grand Prix auf klingelnde Kassen einstellen dürfen.

Van Oranje hofft auf Mitstreiter. Er spricht von einem ganzen Konsortium: "Wenn es klappt, müssen wir uns zusammensetzen und uns anschauen, was möglich ist - und bedenken, was wir für unser Investment zurückbekommen. Als Nächstes gilt es zu erkennen, welche Anforderungen es gibt. Irgendwann muss man sich Gedanken machen, wie man einen Platz im Kalender bekommen kann."

Dafür ist eine FIA-Lizenz der Klasse 1 notwendig. Nur auf Kursen mit höchster Einstufung (was allen voran Sicherheitskriterien betrifft) darf die Beletage Rennen austragen. Momentan ist Zandvoort lediglich als Strecke zweiter Klasse zertifiziert. Um aufzusteigen, müssten mindestens zehn Millionen Euro in die Sanierung der Strecke gesteckt werden. "Die Anpassungen sind gemessen an dem, was Charlie (FIA-Rennleiter Whiting; Anm. d. Red.) schätzt, begrenzt", ist van Oranje unbesorgt.

Bei seinem "inoffiziellen Besuch" in Zandvoort im Sommer soll der Brite moniert haben, dass die Boxengasse, die Boxen und der Bereich dahinter nicht groß genug wären. "Über die Themen werden wir uns unterhalten", verspricht van Oranje und zeigt sich von der Liberty-Media-Übernahme der Formel 1 nicht verunsichert - obwohl der US-Konzern ein Stadtrennen in Amsterdam oder Rotterdam forcieren soll, Zandvoort dagegen bislang wenig bis gar keine Beachtung geschenkt hat.

"Meiner Meinung nach braucht der Kalender Strecken alter Schule, bei denen die Auslaufzone noch ein Kiesbett ist. Das hört man aktuell von Fahrern", wirbt van Oranje für Zandvoort, das mit der Tarzanbucht über eine der gefürchtetsten Kurven der Achtzigerjahre verfügt. "Es ist nicht überraschend, dass Zandvoort die Lieblingsstrecke der DTM-Piloten ist. Sie ist eine Herausforderung und macht am Steuer sowie als Fan Spaß. Ich denke, sie passt zu ihrer (Libertys; Anm. d. Red.) Strategie."

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