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Formel 1: Interview

Whiting: Neue Regeln für 2019 kommen

Das Reglement für 2019 wird nachgebessert: Wenn bei der Abstimmung nicht alle Teams mitzögen, würden sie eben anderweitig überstimmt.

Eigentlich steht das Reglement für die kommende Saison fest, doch es wurde allzu kurzfristig zusammengekleistert, weil die FIA nur bis Ende Mai Zeit hatte, es mit einer simplen Mehrheit durch die Formel-1-Kommission zu boxen. "Die Regeln wurden veröffentlicht, aber sie sind noch nicht aufgeräumt", erklärte FIA-Rennleiter Charlie Whiting das Problem, an dem man arbeite.

"Ein paar Teams haben uns auf Dinge hingewiesen", nannte Whiting einen Grund für diese Überarbeitung. "Wir werden sehen, ob jetzt alle damit zufrieden sind." Konkret ging es darum, in welchen Bereichen Karosserieteile erlaubt sind und wo nicht. "Einige überlappen einander", erklärte Renault-Technikchef Bob Bell das Problem. "Wenn man den einen anpasst, hat das unbeabsichtigte Konsequenzen für den anderen. Man kann diese Reglementabschnitte nicht isoliert lesen. Man muss sich überlegen: Wie wirken sich Änderungen in diesem Bereich auf den anderen aus?"

Der Brite, dessen Rennstall gegen die Änderungen gestimmt hat, übte weitere Kritik: "So wie es jetzt ist, ist es nicht ideal, denn es sorgt für Schwierigkeiten bei der Interpretation. Das müssen wir ausbügeln und diese Ungewissheit beseitigen." Laut Force-India-Technikchef Andy Green, eines Befürworters der Änderungen, handele es sich sogar um Schlupflöcher; konkret gehe es darum, dass nun eine Interpretation möglich sei, die nicht dem Geist des Reglements entspreche: "Die Schlupflöcher wurden jedoch gefunden, und jetzt werden wir sehen, wer bei den Änderungen zustimmt. So können wir sie noch schließen."

Laut Whiting sind nicht nur Änderungen am Frontflügel vorgesehen, sondern auch bei der Bremsbelüftung, die dann nicht mehr für aerodynamische Zwecke missbraucht werden darf. "Das Hauptthema ist, dass wir bei den vorderen Belüftungen das gleiche Prinzip anwenden sollten wie bei den hinteren Belüftungen. Wir haben das jetzt korrigiert, weil einige Teams unglücklich waren", erklärte der Brite.

Im Unterschied zur Erstversion müssen diese Änderungen nun tatsächlich einstimmig abgesegnet werden. Ob das überhaupt möglich ist, zumal einige Teams keine großen Befürworter der Regelnovelle sind? "Ich bin sicher, dass wir das am Ende hinkriegen", zeigte sich Whiting optimistisch. Falls nicht, hat die FIA allerdings ohnedies noch einen Plan B in der Tasche.

"Wenn wir keine Einigung erzielen, wird es eine Reihe von technischen Richtlinien geben, die einige Aspekte, die für manche unklar sind, klarstellen werden", sagte Whiting. "Das wäre allerdings eine sehr unsaubere Lösung, und ich denke, dass alle ein klares Reglement bevorzugen würden."

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