MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Formel 1: Interview

Neues Qualifying? Teamchefs skeptisch

Ein Q4 soll mehr TV-Quote bringen; die Teamchefs warnen allerdings davor, dass man bei dessen Einführung nichts überstürzen dürfe.

Aktuell wird wieder einmal über einen neuen Qualifyingmodus für die Formel-1-WM diskutiert. Konkret geht es um eine Ausweitung von drei auf vier Segmente. In den ersten drei Abschnitten sollen je vier Fahrer ausscheiden, die besten acht anschließend im Q4 um die Pole Position kämpfen. Hört man sich im Fahrerlager um, stellt man allerdings fest, dass die Teams momentan noch skeptisch sind.

"Es sieht so aus, dass viele TV-Zuschauer erst in Q2 einschalten; Q1 schauen sie nicht", erklärt Haas-Teamchef Günther Steiner zunächst den Grundgedanken hinter dem Änderungswunsch. Im Prinzip sei die Idee nicht schlecht, denn kürzere Qualifyingsegmente erhöhten die Chance, dass jemand einen Fehler begeht und früh ausscheidet; komplett hinter der Idee steht der Südtiroler dennoch nicht.

Er fürchtet, dass der Schuss nach hinten losgehen und der Vorsprung der drei Topteams sogar noch größer werden könnte. Zudem äußert er einige Bedenken wegen der Pneus und ist damit nicht alleine. "Wir wollen nicht, dass im Q4 am Ende keine Autos fahren, weil es keine Reifen mehr gibt", warnt auch Christian Horner, Teamchef bei Red Bull Racing.

"Wir werden uns das anschauen. Wir sind offen für alle Ideen, aber man muss seine Hausaufgaben erledigen", sagt der Brite. Der Hintergrund: Bei einem zusätzlichen Qualifyingsegment bräuchten die Teams mehr Reifen, doch der Gummilieferant soll von dieser Idee wenig begeistert sein. "Die Simulationen haben bereits begonnen", verrät Ferrari-Teamchef Mattia Binotto.

Tatsächlich haben alle Teams aktuell die Möglichkeit, eigene Studien anzustellen und anschließend ihre Rückmeldungen an Ross Brawn, den Sportchef der Formel-1-WM, zu senden. Binotto erklärt, man müsse neue Regeln vor der Einführung ordentlich prüfen, um sicherzustellen, dass man keine Probleme schaffe. Tatsächlich wäre es nicht das erste Mal, dass die Formel-1-WM ihr Qualifying mit einer Änderung unübersichtlicher machen würde.

2016 führte man einen überarbeiteten Modus ein, kehrte aber nach nur zwei Wochenenden wieder zum vorherigen System zurück. Auch Horner mahnt deshalb, man dürfe nicht nur um des Änderns willen eine Anpassung vornehmen. Steiner meint, dass das aktuelle System nicht schlecht sei, und gibt das Motto vor: "Verändere nichts, was funktioniert!"

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Zu wenig Action in Madrid

Madring soll für 2027 geändert werden

Der Madring steht nach seinem Formel-1-Debüt vor möglichen Änderungen: Die FIA hat den Veranstaltern bereits konkrete Empfehlungen gegeben

DTM erwägt große Format-Revolution

2027 Shootout-Qualifying in zwei Teilen?

Wird für 2027 in der DTM das Qualifying- und das Rennformat sowie der Ablauf geändert? Am Sachsenring gab es intensive Gespräche mit den Teams

Bitterer Siegverlust für Alpine bei den 6 Stunden von Fuji und unerwarteter Toyota-Triumph - Wilder Crash in der LMGT3 sorgt für Diskussionen

Chaos in der Formationsrunde

Warum sind die Fahrer im Regen ausgerollt?

FIA-Technikchef Nikolas Tombazis erklärt die Hintergründe zum Chaos in der Einführungsrunde von Sepang: Hamilton & Co. bleiben ohne Vortrieb liegen

Ford wird 2027 mit einem LMDh-Boliden in der Langstrecken-WM antreten, nicht in der amerikanischen IMSA-Serie: Ford-Sportchef Mark Rushbrook erklärt die Gründe

Franco Colapinto reißt sowohl Teamkollege Pierre Gasly als auch Weltmeister Lando Norris aus dem Rennen: So erklärt der Alpine-Pilot seinen "großen Fehler" in Baku