MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Formel 1: News

Fahrer für freies Helmdesign

Einigkeit im F1-Paddock: Nur die Fahrer selbst sollten festlegen dürfen, wie sie ihre Helme gestalten.

Was mag sich Daniil Kwjat nur denken, wenn er sieht, wie seine Formel-1-Fahrerkollegen regelmäßig mit neuen Helmdesigns vorfahren? Denn ihm selbst hatte der Weltverband FIA bei seinem Heimrennen in Russland untersagt, einen alternativen Look zu verwenden. Kwjat hielt sich daran, andere tun es bewusst nicht - und fordern die Regelgeber dazu auf, die entsprechenden Statuten zu lockern.

"Es ist dein Helm. Als Fahrer solltest du alle Freiheiten haben, damit das zu tun, was du willst", sagt zum Beispiel Ferrari-Mann Sebastian Vettel.

Er ist bekannt dafür, viele teilweise nur im Detail unterschiedliche Varianten seines Designs zu verwenden. "Ich halte die Regel daher für großen Bullshit", meint er. Begründung: "Wir haben ja schon sehr wenig Spielraum. Der Helm ist wahrscheinlich die einzige Gelegenheit."

"Wenn es den Leuten gefällt, dann prima. Wenn nicht, dann ist es ja nicht ihr Helm. Meine Meinung ist: Wir Fahrer sollten es in der Hand haben, wie unser Helm aussieht."

Red-Bull-Pilot Max Verstappen, der ebenfalls häufig mit seinen Farben experimentiert, stimmt Vettel zu und sagt: "Ich habe es immer gemocht, als Seb bei Red Bull praktisch in jedem Rennen ein anderes Design verwendet hat. Das war cool. Du hast dich immer gefragt: Was für ein Design wird es denn dieses Mal?"

"Ich selbst habe ein paar unterschiedliche Designs, aber nicht für jedes Rennen, denn dafür ist der Aufwand zu groß. Wenn ich aber beim nächsten Rennen in Rot oder Blau antreten wollen würde, warum nicht? Es ist dein Helm und du solltest entscheiden dürfen, was du damit machst."

Alles sollte erlaubt sein, meint Verstappen, schließlich diene der Helm inzwischen nicht mehr als alleiniges Unterscheidungsmerkmal. "Wir haben große Nummern auf den Autos und [den Cockpitschutz] Halo über dem Cockpit. "Da könnte man uns einfach machen lassen", sagt Verstappen. "Ich finde es schön, jedes Jahr ein anderes Design zu haben. Immer nur der gleiche Look, das wird doch langweilig."

Letzteres sieht Mercedes-Fahrer Valtteri Bottas skeptisch. Er meint: "Manchmal ist es schön, das gleiche Design zu behalten. Natürlich hat es auch einen Charme, dann und wann mal etwas Besonderes zu machen. Jeder hat mal einen speziellen Anlass. Es wäre schön, wenn wir da ein paar mehr Freiheiten hätten, denn der Helm ist etwas Persönliches. Da sollten wir bestimmen, nicht jemand anders."

Momentan jedoch gibt es klare Spielregeln, die in Artikel 9.1 der Sportlichen Regeln definiert sind. Dort heißt es: "Damit die Fahrer auf der Strecke leicht voneinander unterscheidbar sind, muss der Helm eines Piloten bei jedem Rennen einer Saison grundsätzlich das gleiche Design aufweisen. Eine Ausnahme ist möglich bei einem Rennen nach Wahl des Fahrers."

Kwjat hatte seine "Ausnahme" bereits beim Italien-Grand-Prix in Monza genommen. Seine Anfrage, ob er auch beim Russland-Grand-Prix in Sotschi ein alternatives Design verwenden dürfe, wurde daher mit Verweis auf das Reglement abgelehnt. Kwjat bezeichnete dies als "Witz". Die FIA wiederum kündigte an, ihre Helmregel überdenken zu wollen.

Andere Fahrer wie Vettel und Verstappen bitten indes erst gar nicht um Erlaubnis, sondern treten häufig mit anderen Designs an. Vettel tut dies im Sinne des Reglements, weil er "grundsätzlich das gleiche Design" verändert, es aber im Detail immer wieder neu auflegt. Verstappen fuhr sowohl in Österreich als auch in Belgien mit Ausnahmelook, ohne vorher nachgefragt zu haben. Eine Strafe gab es nicht.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Rechbergrennen 2026: Bericht

Wochenende voller Rekorde

Der Rechberg erlebt ein Wochenende voller Rekorde…auch bei der 52. Auflage. Christian Merli und Ronnie Bratschi sind die Dominatoren des Berg-Klassikers. Christoph Lampert bester Österreicher. Neuer Streckenrekord bei den Tourenwagen und Höchstleistungen im Almenland

Max Verstappen auf der Nordschleife

Zwischen Siegchance und Tragödie

Max Verstappen erlebt extremes Wochenende auf der Nürburgring-Nordschleife: Erst eine Tragödie, dann eine tolle Show und letztlich ein bitteres Ende

Toto Wolff gingen die Streitigkeiten zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg 2016 zu weit, sodass er beide Fahrer kurzzeitig freistellte und eine Warnung aussprach

Rallycross, Melk: Vorschau

Rallycross-Saisonstart in Melk

Mit den Rennen auf dem Wachauring startet eine mit Spannung erwartete Rallycross-Saison. 100 Rennautos haben ihre Nennung für das Rennen in Melk abgegeben – insgesamt werden Pilotinnen und Piloten aus sechs Nationen an der Startlinie stehen.

Rechbergrennen 2026: Vorschau

Rekord-Nennung beim Rechbergrennen

Der große Bergpreis von Österreich am Rechberg zieht die besten Bergrennpiloten aus ganz Europa an. 269 TeilnehmerInnen aus 18 Nationen bedeuten neuen Nennrekord. Veranstalterteam rechnet mit großem Zuschaueransturm