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Hamilton über Teamduell: "Werden uns nicht berühren!"

Entwickelt sich die Situation bei Mercedes wie einst mit Nico Rosberg? Lewis Hamilton glaubt, dass es mit Valtteri Bottas anders laufen wird...

Spanien-Grand-Prix 2016: Nico Rosberg und Lewis Hamilton kollidieren in der ersten Rennrunde in Barcelona. Der Krieg der Sterne hat einen ihrer Höhepunkte erreicht. Drei Jahre später erklärt Lewis Hamilton in Katalonien, warum ein solcher Zusammenstoß mit seinem aktuellen Rivalen und Teamkollegen Valtteri Bottas nicht passieren wird.

Schon im Grand Prix von Aserbaidschan wurde es zwischen den beiden Silberpfeilen eng. Hamilton und Bottas gerieten in den Kurven 1 und 2 nach dem Start aneinander. Rad an Rad ging es durch die ersten Ecken, bis sich der Finne durchsetzen konnte.

Der Puls der Teamverantwortlichen am Kommandostand schnellte in die Höhe. "Ich werde definitiv nervös, wenn die beiden auf der Strecke um Positionen kämpfen, dort kommen sie sich zwangsläufig sehr nahe", gibt Mercedes-Technikchef James Allison im Podcast 'Beyond the Grid' offen zu.

"Einfache Regel" für Doppelsiege

"Da wird man schon nervös, dass keinem der beiden eine Fehleinschätzung unterläuft, die zu einer Kollision und dem daraus resultierenden Desaster führen könnte." Im Nachhinein sprach Hamilton davon, dass er zu freundlich im Zweikampf agiert habe.

"Ich werde immer respektvoll sein", stellt er nun in Spanien klar. "Das ultimative Ziel für das Team ist, an die Spitze zu gelangen." Mit Nachdruck schickt er hinterher: "Wir werden uns sicherlich nicht berühren, das steht fest."

Die Reibereien in Aserbaidschan seien damit beiseitegelegt: "Wir haben alles diskutiert und es hoffentlich klargestellt. Das wird kein Thema mehr sein." Intern habe man sich auf eine "einfache Regel" verständigt, verrät er, "dass wir Rennen auf den Rängen eins und zwei abschließen." Dennoch weiß auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff, dass das Team "wachsam" sein müsse.

"Wir unterstützen uns gegenseitig. Ich glaube wirklich, dass dies die beste Paarung ist, was den Respekt betrifft und wie wir jedes Wochenende abliefern. Das hatte bisher kein anderes Team und auch aktuell nicht."

Allison erklärt, warum Hamilton seine persönlichen Interessen jenen des Teams unterordnet: "Es ist uns allen bewusst, dass eine der Stärken des Teams in den vergangenen Jahren die Beziehung unserer Fahrer war. Sie wissen das, wir ebenso und wir alle würden es gerne so belassen, wie es derzeit ist."

Doch die Dynamik zwischen zwei Piloten sei etwas sehr Fragiles, wie das Beispiel Rosberg-Hamilton gut zeigt. "Das Team weiß, dass wir [die jetzige Beziehung der beiden Fahrer] bewahren müssen." Denn nur so wird Mercedes die Titelverteidigung erneut gelingen.

Hamilton ein "viel besserer Teamplayer als je zuvor"

Im Gegensatz zum Jahr 2016, dem Weltmeisterjahr von Rosberg, habe sich einiges geändert, stellt der Brite fest. "Was zuvor passiert ist, fußt auf der Entscheidung eines Individuums", bleibt er vage. Aktuell herrsche eine "tolle Energie" im Team.

Näher will er auf seine Rivalität mit dem Deutschen nicht eingehen. Das sei nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. "Das bleibt intern. Aber wie gesagt: Die Stimmung ist großartig im Team, der Respekt ist noch da. Ich gehe davon aus, dass wir keine Probleme haben werden."

Eine Wiederholung der Jahre 2014 bis 2016 sieht der fünffache Weltmeister mit Bottas an seiner Seite nicht kommen. Er habe sich in der Zwischenzeit stark weiterentwickelt, diese Erfahrungen haben ihn zu einer "stärkeren Persönlichkeit" gemacht.

"Ich bin ein viel besserer Teamplayer als je zuvor in meiner Karriere", hält Hamilton fest. Er zweifle ebenso wenig an seinen Fähigkeiten und nehme jede Herausforderung an. Vereinzelt könne es aber dennoch zu Spannungen kommen: "Die entstehen zwangsläufig, wenn man jemanden schlagen will."

"Fundamental wichtig ist aber, dass wir Teamplayer sind", betont er. "Wir wollen natürlich die Meisterschaft gewinnen, aber wir werden dafür bezahlt, für das Team zu gewinnen. Solange wir das beherzigen, sollte es keine Probleme geben."

Fuhr Bottas im Vorjahr noch unter den Erwartungen, konnte der Finne in dieser Saison in Australien einen dominanten Saisonauftakt feiern. In Aserbaidschan sicherte er sich mit dem zweiten Saisonsieg außerdem die Wiedergutmachung für das Vorjahr (Reifenschaden). Nach 2:2 in Siegen liegt er dank des Zusatzpunktes für die schnellste Rennrunde in Melbourne um einen Punkt vor dem Briten an der WM-Spitze.

"Es reicht nicht, ein paar Rennen zu gewinnen ..."

Hamilton ist davon nicht überrascht. "Abgesehen vom Bart ist nicht viel neu", schmunzelt er und vermutet, dass Bottas in dieser Saison fokussierter ist als in den Vorjahren. "Auf der Strecke wurde er von den Ingenieuren ermutigt, einige Dinge so zu machen wie ich. Zum Beispiel beim Set-up."

Im Winter nahm das Team einige Änderungen an den Ingenieurscrews der Piloten vor, wie einst auch zu Rosberg-Zeiten. Bottas hat Hamiltons Nummer zwei als neuen Chefingenieur an die Seite bekommen. "Das wird ihm bestimmt helfen und er wird von ihm viel lernen."

"Ich habe einen neuen Ingenieur an meiner Seite, wir arbeiten sehr gut zusammen. Aber es benötigt Zeit, um eine Beziehung aufzubauen. Egal welches Element man wegnimmt, man wird danach nicht mehr so stark sein wie in den vergangenen sechs Jahren", kommentiert der WM-Zweite die Umstellung.

Der Schritt, den Bottas 2019 geschafft hat, der war für ihn zu erwarten. Er sei schließlich "genauso stark" wie früher auch. Außerdem hätte der Finne laut Hamilton im Vorjahr wohl zwei Siege feiern müssen - in Baku und in Sotschi (Teamorder).

Nicht nur in den Rennen schaffte der Finne einen Schritt nach vorn, auch in den vergangenen beiden Qualifyings war er jeweils um wenige Hundertstelsekunden schneller als sein Garagennachbar. "Er startet jedes Jahr stark in die Saison", ist dieser wenig besorgt.

"Sein Ziel wird sein, das über das gesamte Jahr halten zu können." Richtig interessant wird es laut Hamilton vor allem auf heißeren Strecke: "Mal sehen, wie stark er ist, wenn es heißer wird. Es reicht nicht, ein paar Rennen zu gewinnen, wenn du Weltmeister werden willst. Dafür musst du eine ganze Saison hindurch konstant sein."

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