MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Formel 1: News

Mazepin könnte Williams übernehmen

Dmitry Mazepin, Vater des Formel-2-Piloten Nikita, ist offenbar daran interessiert, neuer Eigentümer des Williams-Teams zu werden.

Der russische Geschäftsmann Dmitry Mazepin ist an einer Übernahme von Williams interessiert. Dass ein solcher Verkauf zwischen ihm und dem Team zumindest besprochen werden könnte, ist schon seit Wochen Thema im Fahrerlager; nun verdichten sich entsprechende Gerüchte. Mazepins Unternehmen dementierte auf Anfrage von RaceFans zwar ("Die in den Medien erschienenen Informationen sind nicht wahr. Uralkali hat keine Verhandlungen über einen Kauf des Williams-Teams geführt."), aber das schließt zwangsläufig nicht aus, dass sich Mazepin als Privatperson am britischen Rennstall beteiligen könnte.

Schon im Sommer 2018 wollte Mazepin das insolvente Force India übernehmen und hat dafür ein konkretes Angebot abgegeben, als das Team von einem Masseverwalter geleitet wurde, doch letztlich hat unter nicht gänzlich geklärten Umständen ein Konsortium rund um Lawrence Stroll den Zuschlag erhalten – sehr zum Missfallen Mazepins, weshalb gegen diese Entscheidung juristische Verfahren anhängig sind. Die beiden Milliardäre Dmitry Mazepin und Lawrence Stroll verbindet als Rennfahrerväter seit Jahren eine Rivalität, deren Ausmaße der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt sind.

Dieses Erste-Welt-Problem hat historische Wurzeln: Als Stroll das Nachwuchsteam Prema kaufte, um für seinen Sohn Lance den Weg in die Formel-1-WM zu ebnen, zog Mazepin nach und stieg bei Hitech ein. Danach haben sich beide konsequenterweise um einen Rennstall im Grand-Prix-Sport bemüht, doch nur Stroll hat mit Racing Point eines bekommen; gut möglich, dass Mazepin schon aus persönlichem Ehrgeiz nachziehen möchte.

Claire Williams, Tochter von Teamgründer Frank und ausführende Teamchefin, hat einen Verkauf des zum Teil börsennotierten Teams, das immer noch mehrheitlich von ihrer Familie kontrolliert wird, bisher allerdings kategorisch ausgeschlossen. Das war jedoch vor dem Absturz auf den letzten Platz der Konstrukteurs-WM, der sich 2019 auch finanziell bemerkbar machen wird, und vor der Trennung vom derzeit beurlaubten Technikchef Paddy Lowe.

In Stein gemeißelt ist ein Einstieg von Mazepin bei Williams jedenfalls noch lange nicht. Sollte es aber wirklich dazu kommen, würde es wohl bedeuten, dass Nikita Mazepin eines der Cockpits bekäme. Momentan fehlen dem 20jährigen noch die dafür notwendigen Superlizenzpunkte, weshalb er die Formel-2-Saison 2019 in den Top 5 beenden müsste.

Am Geld sollte es nicht scheitern: Mazepin hat seinem Sohn einen Mercedes W08 aus der Formel-1-WM 2017 besorgt, mit dem er sich akribisch auf das Grand-Prix-Debüt vorbereiten kann; ebenso haben es einst auch die Strolls gemacht. Auch die Williams-Verbindung ist nicht neu: In der Vergangenheit hat Nikita Mazepin für das britische Team bereits Simulatorfahrten durchgeführt.

Der geborene Weißrusse Dmitry Mazepin ist Anteilseigner des russischen Bergbauunternehmens Uralkali, das Rohstoffe für Düngemittel abbaut und landesweit größter Hersteller von Mineraldünger ist. Uralkali beschäftigt mehr als 20.000 Mitarbeiter und hat Vorjahr einen Umsatz von ca. zweieinhalb Milliarden Euro vermeldet.

News aus anderen Motorline-Channels:

Formel 1: News

- special features -

Weitere Artikel:

"Sie machen damit einen Fehler"

Formel-E-Boss kritisiert neuen F1-Weg

Formel-E-Boss Alberto Longo freut sich über die erhöhte Aufmerksamkeit auf seiner Serie und glaubt nicht, dass sich die Formel 1 mit dem Weg einen Gefallen tut

Absage Bahrain & Saudi-Arabien

Die versteckten Folgen der abgesagten GP

Die Absage der Grands Prix von Bahrain und Saudi-Arabien hat nicht nur logistische Konsequenzen für die Teams, sondern betrifft auch mehrere sportliche Aspekte

Nürburgring-Langstrecken-Serie

Verstappen gewinnt - und wird disqualifiziert

Max Verstappen feiert am Nürburgring einen dominanten Sieg - doch Stunden später wird er disqualifiziert: Ein Teamfehler sorgt für das bittere Ende

Nahost-Konflikt - Katar-GP

MotoGP plant Verschiebung statt Absage

Anders als für die Formel 1 plant Liberty Media für die Motorrad-WM angesichts des Konflikts am Persischen Golf keine Komplettabsage ihres Nahost-Rennens im April