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Grand Prix von Europa 2012

Die Tops & Flops aus Valencia

Top waren Alonso und Vettel, Räikkönen und Grosjean, Schumacher und Hülkenberg. Flops lieferten Vergne, Maldonado und Senna sowie RBR.

Michael Noir Trawniczek

Top: Alonso & Vettel – Maximalperformance

Obwohl das Valencia-Ergebnis der beiden unterschiedlicher nicht sein könnte – der eine fuhr mit der Maximalpunkteanzahl, der andere mit der Minimalpunkteanzahl nach Hause – waren doch beide wieder einmal der Segen ihrer Teams.

Fernando Alonso und Sebastian Vettel haben in Valencia eindrucksvoll ihren Marktwert bestätigt. Zwei Ausnahmekönner, zurzeit wohl die besten verfügbaren Formel 1-Piloten.

Eines haben beide zudem gemeinsam: Verlieren wollen sie nicht, und mitunter können sie es auch nicht. Dann reagieren sie verschnupft, nahezu beleidigt. Wobei Vettel eigentlich recht selten lamentiert, hasardiert oder gar Verschwörungstheorien entwickelt. Diesmal jedoch hat er es getan, und es steht ihm nicht wirklich gut.

Top: Räikkönen & Grosjean – beinahe fehlerlos

Vielleicht nicht ganz so überlegen und dominant wie es bei Alonso und Vettel der Fall ist, dennoch sind sowohl Kimi Räikkönen als auch Romain Grosjean ein Segen für ihr Team. Zwei verlässliche Piloten, davon können so manche andere Teams nur träumen. Räikkönen erlaubte sich nur einen Fehler, als er sich von Hamilton überrumpeln ließ – doch dieses Problem erledigte sich von selbst.

Top: Schumacher – ausgleichende Gerechtigkeit

Natürlich profitierte Schumacher von den Ereignissen im Spitzenfeld – doch der siebenfache Weltmeister hatte zuletzt des Öfteren auch Pech, sodass der unerwartete Podiumsplatz als eine ausgleichende Gerechtigkeit betrachtet werden darf. Dass er immer noch ein guter Pilot ist, hat Schumacher ohnehin schon längst bewiesen, diesmal wurde es für alle sichtbar gemacht.

Nicht vergessen darf man jedoch den Fahrfehler, den Schumacher im Qualifying beging und der ihn den Aufstieg ins Q3 kostete. Dennoch kann der erste Podiumsplatz seit 2006 nur als „Top“ gewertet werden.

Top: Hülkenberg & Force India – alles richtig

Nico Hülkenberg nutzte den in Valencia besonders starken Force India optimal. Während man bei seinem Teamkollegen Paul di Resta auf die falsche Strategie setzte, fuhr Hülkenberg einen starken fünften Platz nach Hause. An diesem Wochenende hat der junge Deutsche alles richtig gemacht.

Flop: Vergne – wie lange noch?

Als Sebastien Buemi und Jaime Alguersuari in der Scuderia Toro Rosso recht unerwartet mit einem Schlag durch Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne ersetzt wurden, war klar, dass die beiden einen harten Konkurrenzkampf antreten. Sollte einer der beiden in diesem Jahr klar und deutlich vom anderen in den Schatten gestellt werden, ist die Formel 1-Karriere schneller vorbei, als man denken kann.

Vergne scheiterte in Valencia bereits zum vierten Mal schon im ersten Qualifying-Heat, im Quali-Duell gegen Ricciardo steht es 1:7. Das erzeugt eine gehörige Portion Druck – doch dieser entschuldigt den Abschuss von Heikki Kovalainen ganz und gar nicht.

Experten wie Gerhard Berger beschuldigen Vergne zudem, dass er nach dem Crash nicht weiterfahren und seine Trümmerteile auf der Strecke verteilen hätte dürfen. Im Grunde genommen hat Red Bull Racing die für Vettel folgenschwere Safety Car-Phase Vergne zu verdanken. Der Franzose braucht dringend einen Umkehrschub – wenn er so weitermacht, wird er 2013 nicht im Formel 1-Starterfeld zu finden sein.

Flop: Maldonado & Senna – Pistenrambos

Nach dem Valencia-Wochenende gibt es für den Fahrermentor von Williams, für Alex Wurz allerhand zu tun. Sowohl Bruno Senna als auch Pastor Maldonado zeigten sich in Valencia als ungeduldige „Pistenrambos“. Williams-Renault zahlte an diesem Wochenende den Preis dafür, derart unerfahrene Piloten engagiert zu haben. Beide wollen natürlich zeigen, was in ihnen steckt – doch mit der Brechstange wird man selten erfolgreich sein.

Flop: RBR – 25 Punkte verloren

Nach einer fehlerlosen Vorstellung gab es für Sebastian Vettel dennoch keine WM-Punkte, weil am Auto die Lichtmaschine einging. Für das Auto ist das Team verantwortlich, daher der „Flop“ für Red Bull Racing. Freilich ist für die Lichtmaschine in diesem Fall die Firma Magneti Marelli zuständig, doch ein Team ist eben auch abhängig von seinen Partnern, die Verantwortung und den Schaden (25 entgangene Punkte) jedoch hat das Team.

Ob es besonders klug war, die Safety Car-Phase als unnötig zu bezeichnen respektive den Stewards vorzuwerfen, man habe nach dem dominanten Auftritt von Vettel mehr Spannung ins Rennen bringen wollen? Schließlich signalisiert ein solcher Vorwurf, dass die Formel 1 zur reinen Show verkommt, was wiederum den sportlichen Wert der ganzen Serie in Frage stellt – und das wiederum könnte zu einem Bumerang werden, schließlich ist man ein Teil dieser Rennserie. Zumal ja tatsächlich Metallteile auf der Strecke gelegen haben sollen. Vielleicht wäre es besser, solche Statements wenigstens nicht sofort, quasi im Affekt vom Stapel zu lassen? Gerade in einer dermaßen spannenden Saison sind solche Verschwörungstheorien kontraproduktiv.

Wie auch immer: Vettel hätte einen überlegenen Sieg feiern können, das Auto hat versagt, für das Auto ist letztendlich das Team zuständig, daher ein „Flop“ für Red Bull Racing. Zumal bei der gezeigten Performance des RB8 ohnehin bald schon wieder ein „Top“ folgen wird.

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