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Kolumne: Billig, billig, turbobillig auf die Rundstrecke

Die Rundstrecken-Szene in Österreich und Deutschland ist aufgrund der hohen Kosten in Bedrängnis, eine Billig-Rennserie könnte Abhilfe schaffen.

Text: Johannes Gauglica; Foto: ADAC

Die Flüsse Weser und Ems sind hierzulande nur aus dem Kreuzworträtsel bekannt. Aus diesem „Zweistromland“ im nordwestlichen Eck Deutschlands kommt eine Initiative für einen neuen Markenpokal.

Was ist an dem Plan, der bereits durch die deutsche Presse geistert, so spannend, und was macht ihn für Österreich interessant?

Der Preis.

Als Basisgefährt dient, ganz programmatisch, der Dacia Logan. Noch nicht offiziell im „Westen“ auf dem Markt, wird er als dann billigstes Serienauto Deutschlands (und irgendwann auch Österreichs?) in der Basisversion die 8000-Euro-Marke unterschreiten.

Die Technik des bewußt simpel gehaltenen, nicht unhübschen Viertürers aus Rumänien kommt von der Konzernmutter Renault und ist z.B. aus dem Clio bekannt. Deshalb ist Renault-Tuningspezialist Elia in die Entwicklung der Rennversion involviert, die Sicherheit kommt vom Käfigspezialisten Wiechers.

Der Preis des rennfertigen Autos soll sich bei 10.000,- Euro bewegen. Dazu kämen Einschreibgebühren von ca. 8.000,- Euro für eine Saison; als Rennformate sind Langstreckenveranstaltungen mit zwei Fahrern pro Auto angedacht. Dafür sollen um die zehn Rennen und eventuell Slaloms geboten werden.

Auf „Abteilen“ mit einem Sportsfreund wäre für einen Fahrer also für unter 9.000,- der Einstieg mit einem eigenen Auto möglich. Auch bei Verschleißteilen wie Reifen wird durch Vereinheitlichung die Kostenbremse gezogen.

Peter Rumpfkeil, Sportmanager und –funktionär mit jahrzehntelanger Erfahrung und ehemals Geschäftsführer der Rennstrecke in Oschersleben, wünscht sich von seiner Initiative eine Wiederbelebung der deutschen Club- und Amateurszene auf der Rundstrecke, die sich in der Kostensteigerung der diversen Marken- und „Breitensport“-Serien langsam ausblutet.

Auf-, Um- und Wiedereinsteiger sollen ebenso angesprochen werden wie komplette Neulinge – die Teilnahme mit einer Tageslizenz soll möglich sein. Als Garant für die vernünftige Umsetzung des Planes steht neben der Reputation des Herrn Rumpfkeil der ADAC Weser-Ems als unabhängiger Club; der gesamtdeutsche ADAC hat es aus „politischen“ Gründen vorgezogen, mit dem Projekt nichts zu tun zu haben.

Obzwar kein Aufreger oder Prestigeobjekt, soll der Logan eine Alternative zu den immer populäreren „Track Days“, zum Indoor-Kart und auch zu hirnlosen wilden“ Rennereien auf der Straße sein.

Um die genannten 9.000,- Euro ist man natürlich noch keinen Meter gefahren, und jede Runde kostet Geld; aber echtes Racing würde doch etwas näher in Reichweite des Normalsterblichen und seines Überziehungsrahmens rücken,

meint Ihr

Johannes Gauglica

Hätte eine Markenserie mit diesem Ansatz nicht auch in Österreich vergleichsweise realistischere Chancen, über das Planungsstadium hinauszukommen?

Ihre Meinung ist gefragt!

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