
Zurück im Renngeschehen | 07.06.2021
Walkner fährt in Kasachstan
Der Auftakt der Cross-Country Rallye-Weltmeisterschaft für die Klasse der Motorräder findet ab 9. Juni in Kasachstan statt. Der Startschuss für Matthias Walkner und die anderen Rallye-Piloten fällt in der Hafenstadt Aktau.
Mag. Severin Karl
Der österreichische KTM-Pilot Matthias Walkner verweist auf eine durchwachsene Rallye Dakr im Jänner 2021 und eine coronabedingte WM-Pause, die mehr als ein Jahr gedauert hat. Nun geht die FIM Cross-Country Rallye Weltmeisterschaft 2021 endlich los! Fünf Etappen führen über eine Gesamtdistanz von 2.270 Kilometern, von denen 1.465 km als Wertungsprüfung gezeitet werden. Das lang ersehnte Aufeinandertreffen der Rallye-Elite wird spannend, noch dazu, wo es sich beim Untergrund in Zentralasien um komplettes Neuland handelt.
„Ich freue mich nun schon sehr, dass es endlich wieder losgeht. Kasachstan ist für uns Motorrad-Piloten eine komplett neue Erfahrung – ein neues Land, eine neue Strecke und ein neuer Bewerb. Keiner von uns hat Erfahrungswerte. Alles was wir wissen ist, dass die Strecke hauptsächlich durch Wüsten und auf sandigem Untergrund führt„ erklärt Walkner, der sich selbstredend gut vorbereitet hat – sowohl in der Heimat als auch im Ausland. „Wir waren eine Woche in Abu Dhabi testen und zuletzt noch zweimal je eine Woche in Spanien, ansonsten habe ich im Frühjahr viel Zeit auf der Motocrossstrecke verbracht um meine Motorrad-Skills wieder aufzufrischen. Beim Motocross erlernt man das Motorrad-ABC am besten und bekommt ein gutes Feingefühl, die nötige Schnellkraft und Spritzigkeit. Die Zeit am Motocross-Kurs war enorm wertvoll für meine Vorbereitung“, so der MX3-Weltmeister von 2012.
Sanders wechselt, Benavides kommt
In Spanien wurde vor allem an einem neuen Fahrwerk-Set-up gearbeitet, welches speziell auf steinigem Untergrund schon sehr gut funktioniert soll. "Wie es sich auf Sand verhält, werde ich in Kasachstan sehen. Aber ich bin sehr zuversichtlich“, meint Walkner.
Wer fehlt in Kasachstan? Einige verletzungsbedingte Ausfälle gibt es immer wieder, zudem fällt das gesamte Honda-Werksteam durch Abwesenheit auf. Als Rallye-Weltmeister von 2015 ist Walkner voll motiviert: "Natürlich ist eine Top-Drei-Platzierung immer mein Ziel. Die WM-Gesamtwertung ist für mich genauso wichtig wie die Rallye-Dakar, aber in erster Linie will ich wieder reinkommen. Ich habe lange nicht mehr unter Rennbedingungen und Renntempo navigiert. Körperlich bin ich topfit, ich habe neben dem spezifischen Motorradtraining auch viel Zeit in Thalgau bei Red Bull verbracht und mich dort physisch vorbereitet."
Veränderungen im KTM-Team betreffen Rookie Daniel Sanders, der zu GasGas wechselt, und den prominenten Neuzugang: Der amtierende Rallye-Dakar-Sieger Kevin Benavides wechselt von Honda ins orange Werksteam. Walkner sieht das locker: "Von Benavides kann das KTM-Team nur profitieren. Er sieht einige Dinge sicher aus einem ganz anderen Blickwinkel und kann uns wertvolle Inputs für das neue Motorrad geben." Der Argentinier laboriert aktuell an einer Schulterverletzung und wird, wie auch KTM-Teamkollege Toby Price, verletzungsbedingt nicht in Kasachstan an den Start gehen.