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Sanfte Italienerin ganz in Schwarz

Die Moto Guzzi V7 III Stone ist ein Motorrad mit Charakter. Sie ist einfach zu fahren und eine City-Cruiser für Einsteiger aber auch erfahrene Biker, die es wieder ruhiger angehen lassen wollen. Wir fuhren das Basis-Modell.

Rainer Unruh / mid

"Das einzig Starke an Dir ist Deine Moto Guzzi - aber sonst bist Du ja so ein Fuzzy!" singt Inga Rumpf als Rockerbraut in Udo Lindenbergs Cowboy-Rocker Song. Das passt, denn die Moto Guzzi V7 III Stone ist wirklich ein starkes Motorrad, das jedoch keinesfalls Rocker Attitüden hat, sondern auf einfaches fahren ausgelegt ist.

Sie überzeugt mit bequemem, niedrigem Sitz von nur 77 Zentimetern Höhe. Auf ihr fühlen sich somit auch kleinere Biker wohl. Da die Soziusrasten weit nach vorne und gleichzeitig recht tief montiert sind, können Beifahrer ebenfalls angenehm sitzen.

Der Motor mit 52 PS liegt bei 6.200 Umdrehungen die Minute an. Das Motorrad wiegt 209 Kilogramm. Aussehen und Klang des 90 Grad - V2-Motors sind unverwechselbar. Die Konstrukteure Giulio Cesare Carcano und Umberto Todero haben ihn entwickelt. Einen Motor mit einem einzigartigen Design, welches bis heute integraler Bestandteil und unverwechselbares Merkmal einer jeden Moto Guzzi ist. Ein V2-Motor, der seit 1967 stolz seine Zylinderblöcke in den Fahrtwind streckt.

Die Moto Guzzi V7 III Stone fährt in leichtem Retro-Look vor und ist - wie es sich für eine Italienerin gehört - wunderbar anzuschauen. Das Modell "Stone" wurde in mattem schwarz gestaltet. Nur die Fußrasten, der Tankdeckel und die Gabelholme glänzen in Silber oder Chrom.

Für alle, die nicht ausschließlich auf schwarz stehen, gibt es die Moto Guzzi V7 III Stone noch mit rotem oder grafitgrauem Tank. Manch einer hätte sich wohl eher Drahtspeichen als Gussfelgen für die Italienerin gewünscht, aber man kann nicht alles haben. Außerdem mögen sich Traditionalisten über die LED Lichter vorne wie hinten mokieren, denen sei jedoch gesagt - Sicherheit sollte über Tradition stehen.

Die Moto Guzzi V7 III Stone lässt sich einfach beherrschen. Schnell hat der Biker das typische Guzzi-Fahrgefühl: in höherem Gang leicht und einfach durch die Großstadt gleiten. Für den Fahrer bedeutet das, dass er sich nicht mit ständigem Schalten aufhalten muss. Bei Bedarf zieht er einfach ein wenig am Gasgriff und schon blubbert die Maschine mit ihren 744 Kubikzentimetern lässig weiter.

Der Auftritt vor dem Cafe oder Restaurant hinterlässt Eindruck. Dort fällt auch auf, dass es sie noch gibt, die Moto Guzzi Fans, die so ein Motorrad im alten Stil mögen. Das ist zumindest an den bewundernden Blicken zu bemerken. Und die kommen nicht nur von Männern mit weißem Haar und Bart.

Das Cockpit ist sehr stilvoll gestaltet. Der Rundtacho hat weiße Ziffern auf schwarzem Grund und wird von einem Chromring eingefasst. Dennoch bietet er auch ein kleines Display, das den Fahrer auf Knopfdruck mit Daten wie Fahrstrecken, Verbrauch, Fahrzeit oder Lufttemperatur versorgt.

Die Tour über die Bundesstraße mit der Moto Guzzi V7 III Stone verläuft eher gemütlich als spritzig. Der Wochenendausflug wird ein voller Erfolg, wenn die Maschine nicht über 120 Kilometer je Stunde gehetzt wird. Die Höchstgeschwindigkeit liegt zwar bei 170 Kilometer je Stunde, aber die machen auf der Moto Guzzi V7 III Stone selten Spaß. Auch Kurven schrubben ist nicht das Metier dieses Motorrads.

Für Sicherheit sorgen die gut fassenden Bremsen und das ABS von Conti. Außer der zweistufigen Moto Guzzi Traktions Kontrolle gibt es keine weiteren elektronischen Assistenz-Systeme, allerdings wurden diese auch nicht vermisst. Der Verbrauch liegt durchschnittlich zwischen fünf und sechs Liter auf 100 Kilometer. Die Kupplung lässt sich leicht ziehen, die Gänge weich schalten.

Fazit:
Manch einer lässt sich wahrscheinlich gerne als "so ein Fuzzy" beschimpfen - wie despektierlich in Udo Lindenbergs Lied besungen - wenn er doch bloß diese Moto Guzzi V7 III Stone fahren dürfte. Die gibt es schon für 7.900 Euro beim Händler zu kaufen.


Technische Daten:
- Motor: 90 Grad-V2-Zylinder-Viertakt; zwei Ventile; Steuerung über eine Nockenwelle mit Stößelstangen und Kipphebel
- Getriebe: Sechsganggetriebe
- Hubraum: 744 Kubikzentimeter
- Leistung: 38 kW/52 PS bei 6.200 U/min
- max. Drehmoment: 60 Nm bei 4.900 U/min
- Bremse vorne: Schwimmend gelagerte 320 mm Durchmesser Bremsscheibe, 4-Kolben- Bremssattel, stahlummantelte Bremsleitung; ABS
- Bremse hinten: Bremsscheibe, 260 mm Durchmesser, 2-Kolben-Bremssattel, stahlummantelte Bremsleitung; ABS
- Reifen vorne: 100/90 R18
- Reifen hinten: 130/80 R17
- Sitzhöhe: 770 mm
- Antrieb: Kardan
- Tankinhalt: 23 Liter
- Verbrauch: 6 Liter/100 km
- Trockengewicht: 209 kg
- Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h
- Preis DE: ab 7.900 Euro
- Preis AT: ab 7.999 Euro

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