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Keine Überraschungen

Das Saisonfinale der American Le Mans Serie in Petit Le Mans verlief erwartungsgemäß, Audi und BMW holten Fahrer- und Marken-Titel.

In der American Le Mans Serie geht für die deutschen Hersteller BMW und Audi eine äußerst erfolgreiche Saison zu Ende, während Audi den achten Sieg im zehnten Saisonrennen feierte, durften sich die Bayern über den Gesamtsieg der GT-Klasse freuen.

BMW-Gaststarter Karl Wendlinger hatte einmal mehr das Pech auf seiner Seite, gemeinsam mit JJ Lehto und Frederik Ekblom wurde er lediglich Vierter seiner Klasse.

Audi hat zum zweiten Mal in Folge einen Hattrick geschafft: Genau wie im Vorjahr gewann Audi die drei Langstrecken-Klassiker in Sebring, Le Mans und Road Atlanta.

Audi:
Gegen die Ingolstädter war auch heuer kein Kraut gewachsen, Audi schnappte sich den Sieg in acht von zehn Rennen

Beim Saisonfinale war die enorme Zuverlässigkeit des Audi R8 ein Schlüssel zum Erfolg. Die Sieger Frank Biela und Emanuele Pirro absolvierten die 1000-Meilen-Distanz ohne das geringste technische Problem.

Trotzdem war das „Petit Le Mans“ für das Audi Werksteam kein Spaziergang, denn die Audi Kundenteams Champion und Johansson sorgten mit ihren Vorjahresautos einmal mehr für Furore. Beide Fahrzeuge lagen in Road Atlanta zeitweise in Führung und mussten sich erst in der zweiten Rennhälfte der Audi Werksmannschaft beugen.

Stop-and-Go-Strafen, die gegen die beiden Kunden-R8 verhängt wurden und einige kleinere Zwischenfälle wie ein Felgenschaden am Champion-R8 oder nicht funktionierende Rücklichter am Johansson-R8 spielten das Rennen schließlich endgültig in die Hände des Audi Werksteams. Stefan Johansson/Patrick Lemarié belegten den zweiten Platz, Johnny Herbert/Andy Wallace komplettierten im Champion-R8 mit Rang drei den Audi Dreifachsieg.

Mit ihrem zweiten ALMS-Sieg in Folge entschieden Emanuele Pirro und Frank Biela auch die Fahrerwertung der American Le Mans-Serie 2001 für sich. Aufgrund des umstrittenen ALMS-Punktesystems, das diverse Zusatzpunkte vorsieht, sicherte sich Emanuele Pirro den Titel. Frank Biela muss sich nur knapp geschlagen mit der Vizemeisterschaft begnügen.

Emanuele Pirro:
Der Italiener holte sich den Fahrertitel, Frank Biela wurde Vizemeister

Schon frühzeitig endeten die Titelträume von Rinaldo Capello und Tom Kristensen im anderen Infineon Audi R8. Kristensen musste das Rennen kurz vor Ende der ersten Stunde in Führung liegend nach einem Unfall aufgeben. Capello und Kristensen schlossen die ALMS-Saison auf den Plätzen drei und vier ab.

Die Marken- und Teamwertung der American Le Mans-Serie hatte sich Audi bereits vorzeitig gesichert. Damit hat Audi alle Titel in der ALMS erfolgreich verteidigt.

Das Resümee des frischgebackenen Meisters Emanuele Pirro: „Das Rennen war sehr hart und sehr heiß. Nicht, was die Temperaturen betrifft, sondern den Wettbewerb, vor allem am Anfang. Wir haben versucht, uns aus allen Schwierigkeiten herauszuhalten, das ist uns gelungen. Natürlich freue ich mich sehr über die Meisterschaft. Es stimmt mich nur etwas traurig, dass ich den Titel nicht mit Frank teilen kann. Er hat den gleichen Job getan wie ich, nicht ein Prozent weniger. Auch Dindo und Tom sind eine großartige Meisterschaft gefahren. Es wäre schön gewesen, wenn wir alle vier Erster geworden wären. Und ich möchte auch einige Gedanken den Menschen widmen, die wegen der Probleme, die es zur Zeit auf der Welt gibt, nicht feiern können. Wenn ich die Meisterschaft gegen etwas Frieden eintauschen könnte, würde ich das tun.“

Zufriedenheit auch bei Dr. Wolfgang Ullrich, dem Audi Sportchef: „Dieser Sieg war eine tolle Teamleistung. Am Auto von Frank und Emanuele hat es überhaupt kein Problem gegeben. Schade ist natürlich der Unfall-bedingte Ausgang des Rennens für Tom und Dindo. Aber auch der Kampf mit unseren beiden Kundenautos war spannend. Glückwunsch auch an das Johansson- und das Champion-Team.“

BMW:
Die Bayern dominierten die GT-Klasse nach Belieben, Jörg Müller darf sich über den Fahrertitel freuen

Mit einem Sieg beim Petit Le Mans-Rennen in Road Atlanta krönt BMW eine erfolgreiche Saison in der American Le Mans Series. Während Hans-Joachim Stuck und seine beiden amerikanischen Partner Bill Auberlen und Boris Said am Samstag im BMW M3 GTR des US-Teams PTG die GT-Klasse beim 1000-Meilen Rennen gewannen, reichte BMW Werksfahrer Jörg Müller der zweite Rang zum Gewinn des ALMS-Fahrertitels 2001. Das Team BMW Motorsport gewann die diesjährige Teamwertung, der Markentitel in der GT-Klasse ging ebenfalls an BMW.

Stuck war nach dem anstrengenden Rennen auf der 4,09 Kilometer langen Berg- und Talbahn im US-Bundesstaat Georgia überglücklich: "Der neue M3 GTR mit dem V8-Motor ist ein phantastisches Auto und macht mir einen Riesenspaß", freute er sich. "Bei uns ist heute alles super gelaufen." Jörg Müller teilte sich in Atlanta den 450 PS starken M3 GTR mit Namensvetter Dirk Müller, der im vergangenen Jahr die GT-Wertung der ALMS gewonnen hatte. Es ist der erste Meistertitel für Jörg Müller, den er nicht in einem Formelauto errungen hat:

"Ich bin mit dem Ziel, den Titel zu gewinnen, hierher gekommen", erklärt er. "Ich habe mich um eine schonende Fahrweise bemüht und bin jetzt wahnsinnig froh und erleichtert, dass es geklappt. Allerdings", schränkte Müller ein, "schmerzt es, dass ich diesen Titel nicht mit JJ teilen kann." JJ Lehto (FIN) und Müller teilten sich die Saison über den BMW und erzielten gemeinsam vier Siege. Für das Finale trennten sie sich, um die Titelchancen zu maximieren. "JJ gehört der Titel genauso wie mir", stellt Müller klar.

Karl Wendlinger:
Dem Kufsteiner klebt weiter das Pech auf den Fersen, mehr als ein vierter Gruppenrang war nicht drinnen

Bis zwei Stunden vor Rennende sahen Müller/Müller wie die sicheren Sieger aus. Dann allerdings warf ein einminütiger Strafstopp das Duo zurück: Jörg hatte anlässlich eines Fahrerwechsels beim Scheibenputzen geholfen. Ein Fahrer darf laut Reglement allerdings nur beim Einsteigen und Anschnallen des Partners behilflich sein. "Davon abgesehen", so Dirk, "war es ein tolles Rennen, auch wenn es sehr anstrengend war, es nur zu zweit zu fahren."

JJ Lehto, der die Saison als Zweiter beschließt, wechselte sich beim Finale im zweiten M3 GTR vom Team BMW Motorsport mit Karl Wendlinger und Fredrik Ekblom ab, der am Samstag seinen 31. Geburtstag feierte. Lehto hatte das gesamte Wochenende über kein Glück. Im Nachttraining am Donnerstag wurde er in einen heftigen Unfall verwickelt, wobei sein M3 GTR derart stark beschädigt wurde, dass er gerade rechtzeitig zum Qualifying wieder hergestellt werden konnte. Dass der Finne damit dennoch die Pole Position erzielte, feierte die Mannschaft wie einen Sieg.

Gemeinsam mit Ekblom führte Lehto die ersten zweieinhalb Stunden des Rennens. Dann musste er nach einer Kollision zu einem außerordentlichen Boxenstopp und verlor eine Runde auf Müller/Müller. Später hatte Wendlinger mit dem Auto einen weiteren Kontakt mit einem Konkurrenten. "Danach", so Lehto enttäuscht, "war die Spur verstellt. Das Auto war extrem schwierig zu fahren, von Aufholen konnte keine Rede mehr sein."

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American Le Mans: Petit Le Mans, 06.10.01

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