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Berger´s neue Ziele

Das Ziel, zweitstärkstes Kraft in der F1 zu werden, hat der BMW-Motorsportdirektor mit seinem Team erreicht - jetzt will er ganz nach oben...

Michael Trawniczek

"Wir wollen Ferrari schlagen!"

Letztes Wochenende erlebte die Formel 1 eine erdrückende Dominanz der roten Ferrari F2002. BMW-Williams war in Imola vor einem Jahr siegreich, diesmal fuhren die blau-weißen Renner quasi in einer eigenen B-Liga - zwar schneller als McLaren und alle anderen Teams, aber zugleich ohne jede Chance, gegen Ferrari etwas ausrichten zu können.

Sein vor Beginn der Saison selbstgestecktes Ziel, heuer die zweitstärkste Kraft der Königsklasse zu werden, hat BMW-Motorsportdirketor Gerhard Berger mit seinem Team de facto bereits erreicht. Jetzt will man Ferrari auf den Pelz rücken, aber die Scuderia ist derzeit nur schwer zu schlagen. Im Interview mit der britischen Fachzeitschrift "Autosport" sieht Berger nur ein einzig mögliches und denkbar einfaches Rezept, wie man den Roten das Leben schwer machen könnte:

"Wir müssen halt einfach weiterarbeiten. Es war sehr wichtig, zweitstärkstes Team zu werden. Aber wenn man ein Ziel erreicht hat, sucht man nach neuen Herausforderungen. Unser nächstes Ziel ist es also, Ferrari zu schlagen. Und das wird sehr schwierig."

Auf Imola 2001 angesprochen, sagt Berger: "Ehrlich gesagt glaube ich, dass wir im letzten Jahr deshalb so stark waren, weil Ferrari Probleme hatte." Der Tiroler ist sich ganz sicher, dass das heurige BMW-Williams-Paket "in allen Bereichen besser" ist als das letztjährige. Berger erklärt: "Michelin ist heuer im zweiten Jahr und sie arbeiten heuer schon viel besser als letztes Jahr. Unser Motor war schon in der letzten Saison stark, heuer ist er noch stärker."

Zum Williams-Chassis fällt Berger ein: "Williams hat mit dem FW24 ein gutes Auto gebaut, auch wenn es im ersten Moment ein wenig zu konservativ wirkt. Der Wagen zeigt, dass da noch einiges an Potential drinnen steckt. Wenn wir die Aerodynamik noch etwas verbessern können, wäre das gesamte Paket wirklich sehr stark."

Und was macht Ferrari so stark? Berger sucht die Antwort im menschlichen Bereich: "Ich denke, da arbeitet einfach eine starke Gruppe von Personen." Doch der ehemalige GP-Pilot kennt das Wesen der Königsklasse und sieht die Sache ruhig und abgeklärt. Kein Wunder, haben doch sowohl BMW als auch Williams bereits in der Vergangenheit ähnlich wie Ferrari in der Gegenwart dominieren können. Berger kann zuversichtlich sein:

"In der Formel 1 gibt es immer ein Team, welches sich in bestimmten Bereichen von der Performance her von den anderen Teams abhebt. Und dann kommt wieder ein anderes Team - es ist ein ständiges Kommen und Gehen. Im Moment dürften wir eine große Ferrari-Ära haben, und nach 21 Jahren sind wir alle froh darüber, dass sie wieder Siege einfahren können. Ganz sicher ist auch Michael Schumacher ein wichtiger Bestandteil des derzeitigen Erfolgs bei Ferrari. Aber trotz all dem wollen wir alles tun, damit die nächste Ära eine BMW-Williams-Ära wird."

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