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Gary Paffett im Portrait

Der Meistertitel in der heiß umkämpften deutschen Formel 3 ist der bislang wichtigste Titel für Gary Paffett, wir werfen einen Blick auf seinen Werdegang.

„Spätestens jetzt schätzt man auch in meiner Heimat die Int. Deutsche Formel-3-Meisterschaft entsprechend ein", urteilt der erste Brite, der den Meistertitel in der 28-jährigen Formel-3-Geschichte in Deutschland erringen konnte - Gary Paffett. Mit seinem siebten Saisonsieg feierte der Brite beim 16. Saisonlauf in Hockenheim ein Rennen vor dem Saisonende den Gewinn seines bislang wichtigsten Titels.

Gary Paffett wurde am 24. März 1981 in Bromley Kent geboren. Schon früh schlug er die klassische Motorsport-Karriere ein: Basisausbildung Kartsport, Weiterbildung Formelsport. "Mit neun Jahren bekam ich von meinen Eltern ein Kart geschenkt, natürlich zu Weihnachten." Fortan tingelte Familie Paffett, Vater, Mutter und Schwester, mit Gary von einer Kartstrecke zur anderen. Klar, dass man auf Zip-Kart fuhr, dort ist Garys Vater seit über zehn Jahren beschäftigt. In Großbritannien sind die Karts von Zip führend und mit Gary Paffett siegreich.

Der Dank des Herstellers aus Hoddesdon blieb ihm sicher - ebenso das Sponsorgeld: "Zip hat mich in der Formula-Vauxhall unterstützt und hilft mir auch in der Formel 3." Um Zip dreht sich bei Gary Paffett derzeit alles: Martin Hines, Inhaber des Unternehmens, wurde Ende der 90-er Jahre sein Manager und ist gleichzeitig Arbeitgeber. "Gary arbeitet jeden Tag, schraubt Karts zusammen oder gibt Fahrerlehrgänge. Manchmal lenkt das leider zu sehr ab", weiß Malte Bongers, Manager im Meister-Team Rosberg.

Der Grauhaarige aus der Eifel hatte es nicht immer leicht mit seinem Schützling von der Insel: "Wenn Gary sich ablenken lässt, läuft gar nichts mehr. Beispiel Nürburgring und Zandvoort - beide Mal war seine Freundin dabei." Mit Lisa, einer Versicherungsangestellten, ist Gary liiert: Wir sind seit sechs Jahren zusammen, haben im November ein Haus in Stevenage gekauft."

Die 500.000 Einwohner-Stadt liegt 50 Kilometer nördlich von London: "In Sachen Partys und Highlife läuft da nicht viel, doch wir sind sowieso keine Discogänger." Sport steht obenan bei Gary Paffett, Fitness, Tennis, Squash, Laufen, Fahrradfahren - einfach alles. Die Vielseitigkeit kommt ihm auch im Rennsport zugute: "Ich kann mich gut auf verschiedene Bedingungen einstellen, bin auf neuen Rennstrecken schon nach wenigen Runden schnell."

Doch auch diese Regel hat Ausnahmen. Im Vorjahr zum Beispiel. "Alles war damals neu, das Land, die Serie, das Team, der Ingenieur. Darauf musste ich mich zuerst einstellen", so Paffett. "Stimmt genau", bestätigt Malte Bongers. "Gary hatte es ganz schön schwer, er fühlte sich fremd und wollte nach den Rennen immer sofort zurück nach England. In dieser Saison begleitet ihn Collin Ling, ein Freund seines Vaters, zu dem Gary großes Vertrauen hat - und schon läuft es."

Vielleicht in Richtung Formel 1, wohin die Kontakte nicht schlecht sind. Zu BAR beispielsweise, da dort David Richards bestimmt, und gegen dessen Sohn Jamie fuhr Paffett schon im Kart. Oder zu Ford, da von dort schon seit Jahren Unterstützung zu Zip-Kart fließt. Oder aber zu McLaren Mercedes. Dort testete Gary bereits zwei Mal. Erstmals als Belohnung für den Gewinn des Titels ‚Britischer Nachwuchsfahrer des Jahres 1999' und danach als Belohnung für die guten Ergebnisse des ersten Tests.

Die Chancen sind wirklich nicht schlecht, ein Job zumindest als Formel-1-Testfahrer sogar greifbar nahe - und das ohne Geld. "Denn meine Familie ist nicht vermögend und Sponsoren schwer zu finden. Mein Talent allein muss reichen", hofft der Int. Deutsche Formel-3-Meister 2002.

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