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Emerson Fittipaldi: Brasiliens Wegbereiter!

Der „Vater des brasilianischen Motorsports” – zweifacher F1-Weltmeister, Indy-500-Sieger und CART-Champion – hat den Rennvirus im Blut...

Michael Noir Trawniczek

Am 12. Dezember 1946 erblickte im brasilianischen São Paulo ein Junge namens Emerson Fittipaldi das Licht der Welt. Der damals dreijährige Wilson bekam somit ein Brüderchen an seine Seite. Die „Racing-Gene” bekamen Emerson und Wilson junior von ihrem Vater Wilson senior vererbt – ein anerkannter Motorsportjournalist, der sich auch immer wieder selbst hinter das Steuer eines Rennwagens begab.

Doch niemand konnte zu diesem Zeitpunkt erahnen, dass beide Fittipaldi-Brüder später in der Königsklasse des Motorsports vertreten sein sollten; Ebensowenig, dass noch später der Sohn von Wilson jr., Christian Fittipaldi, ebenfalls die Formel 1 erreichen wird. Die Fittipaldis sind die Rennfahrer-Familie schlechthin...

1969 begab sich Emerson Fittipaldi nach Europa, um sich in der Formel Ford mit anderen Jungspunden zu messen – mit Erfolg. Nur ein Jahr später sitzt Fittipaldi in einem F1-Lotus. Nach dem Unfalltod von Jochen Rindt in Monza übernimmt Fittipaldi im Team die Rolle des Nr.1-Piloten und gewinnt den Grand Prix der USA in Watkins Glen.

Rindt wurde 1970 bekanntlich posthum Weltmeister. „Emmo“ hoffte 1971 ebenfalls den Titel holen zu können – doch in seinem zweiten F1-Jahr lief es nicht wie erwartet – kein Sieg, immerhin drei Podestplätze. Die beste Platzierung schaffte Fittipaldi mit Platz 2 beim GP von Österreich.

1972: Erster Titel und Sieg auf dem Österreichring

1972 war dann das Jahr der Fittipaldis: Bruder Wilson feierte beim GP von Spanien auf einem Brabham-Ford sein Formel-1-Debut und Emerson sicherte sich und seinem Team Lotus-Ford den WM-Titel. Nach Spielberg reiste Emerson Fittipaldi bereits als WM-Leader an. Er konnte seinen Lotus-Ford 72D auf Pole stellen, doch beim Start waren Jackie Stewart (Tyrrell-Ford 005) und Clay Regazzoni (Ferrari 312 B2) schneller.

Fittipaldi lag im Hella Licht-S bloß an dritter Position, dahinter überraschend Denny Hulme (McLaren-Ford M19C), der einen Raketenstart hingezaubert hatte. Doch bereits in Runde 4 schnappte sich „Emmo“ Regazzoni, schloss auf zu Stewart und übernahm in Runde 24 die Führung. Auf dem Podest standen neben Sieger Fittipaldi die beiden McLaren-Piloten Hulme und Peter Revson.

1973 war es dann wieder Jackie Stewart, der den Titel einheimsen konnte – Fittipaldi wurde Vizemeister. Doch schon 1974 wendete sich abermals das Blatt: Fittipaldi wechselte zu McLaren und eroberte im selben Jahr zum zweiten Mal den Weltmeister-Titel. 1975 musste er sich bei der Titelverteidigung dem aufstrebenden Österreicher Niki Lauda (Ferrari) geschlagen geben – Fittipaldi wurde erneut Vizemeister.

Copersucar: Alles andere als ein Honiglecken!

Im selben Jahr trat sein Bruder Wilson erstmals mit dem eigenen Fittipaldi-Automotive-Team an. Emersons älterer Bruder konnte die brasilianische Zuckerindustrie – Copersucar – als Sponsor gewinnen. Wilson hängte seinen Helm an den Nagel und kümmerte sich um das Management des Teams; Als Emerson Fittipaldi dann 1976 in das Copersucar-Team wechselte, wusste er nicht, dass die kommenden Jahre alles andere als das vielzitierte Honiglecken werden würden.

Über ein halbes Jahrzehnt kämpften die Fittipaldi-Brüder gegen Windmühlen. Die beste WM-Platzierung war Emersons zehnter Gesamtrang im Jahre 1978 – in diesem Jahr konnte „Emmo“ beim Heim-GP in Rio de Janeiro einen guten zweiten Platz hinter Ferrari-Star Carlos Reutemann an Land ziehen. Emerson beendete seine F1-Karriere 1980, zwei Jahre später schloss auch das Team Fittipaldi seine Pforten.

Mit fast 40 Jahren: Zweite Karriere in den USA!

Doch Emerson Fittipaldi hatte noch nicht genug vom Rennsport – 1984 begann er eine zweite Karriere in der Indy-Car-Serie. 1989 und 1993 gewann er das legendäre 500-Meilen-Rennen in Indianapolis – 1989 wurde er zudem CART-Champion. Von 1990 bis 1995 fuhr er für das Team von Roger Penske und gewann bis zuletzt Rennen.

1996 beendete ein heftiger Crash in Michigan seine Karriere als Rennfahrer, im Jahr darauf zog sich der Brasilianer abermals schwere Verletzungen zu, als er mit seinem Ultraleichtflugzeug verunglückte. Ein harter Weg der Rehabilitation liegt hinter ihm, doch der „Vater des brasilianischen Motorsports“, wie er in seiner Heimat gerne bezeichnet wird, bleibt dem Motorsport als Teambesitzer in der CART-Serie erhalten.

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