MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Der Kniefall beginnt zu schmerzen…

Wieviele Strecken wurden schon für „Anforderungen“ des Formel-1-Zirkus verschandelt? Langsam geht dieser Umbauwahn aber auch auf Kosten der Sicherheit…

Manfred Wolf

Alle Motorsportbegeisterten, die sich noch an den „alten Österreichring“ erinnern, werden wohl ab und an wehmütig an die Rennen auf dieser Strecke zurückdenken. Spektakulär und schnell, aber leider auch gefährlich.

Früher oder später hätte man die Strecke aus Sicherheitsgründen entweder umgestalten, oder die Auslaufzonen enorm vergrössern müssen.

Solchen Änderungen kam aber der Komplett-Umbau zuvor, der Formel 1 angepasst, versteht sich: Die Tiroch-Kurve verwandelte sich in die 60 km/h Remus-Ecke, Gösser- und Rindt-Kurve schrumpften von Highspeed-Mutproben zu faden Rechtskurven zusammen.

Doch jetzt wurde (nicht nur am A1-Ring) auch noch auf Kosten der Sicherheit „umgebaut“. Schuld daran sind einmal mehr die Vorgaben der Formel 1, der die immer kleiner werdenden Starterfelder in der „Königsklasse“ große Probleme bereiten.

Aus Angst vor frühen Ausfällen – aufgrund von im Kies festhängenden F1-Boliden – werden jetzt immer mehr Auslaufzonen asphaltiert: Ein schwerer Fehler, vor allem für viele andere Rennserien.

So gibt es am A1-Ring jetzt in Castrol-, Remus-, Rindt- und Mobilkom-Kurve statt weitläufiger Kiesbeeten rutschigen Asphalt. Den zweifelhaften „Erfolg“ dieser „tollen Idee“ können Sie, werter Leser, den Bildern entnehmen, die diesem Artikel beigefügt sind.

Die ÖTC, die Clios der italienischen Automobilmeisterschaft, die historische Formel 1 – alle Opfer der fehlenden Kiesbeete. Weitere folgen, soviel ist sicher: Ferrari-Challenge, GTP-Porsches, ÖTC, Motorrad-Langstrecken-WM, Nissan World-Series, die DTM und ihre Rahmenrennen, die Top-10-Serie…

Bis jetzt waren es gottlob nur Totalschäden oder schwere Beschädigungen an den Autos – die Fahrer kamen im schlimmsten Fall mit leichten Blessuren davon. Doch was passiert, wenn die Bremsen eines Motorrades versagen? Oder es regnet in Strömen, und auf dem Asphalt gibt’s überhaupt keine Bremswirkung mehr.

Auf einem Kurs wie dem A1-Ring – der bekanntermaßen höchste Ansprüche an die Bremsen stellt – auf rettende Kiesbeeten zu verzichten, gleicht einem Russischen Roulette. Ohne den Teufel an die Wand malen zu wollen – es wird leider viel Glück vonnöten sein, um heuer nicht noch einen Verletzten am A1-Ring zu erleben.

Und wozu das alles? Für die Formel 1? Der Kniefall vor den hohen Herren und ihrem Zirkus beginnt langsam zu schmerzen, hoffentlich bleibt es uns allen erspart, dass er richtig weh tut.

Manfred Wolf

Fotos: Manfred Wolf, Peter Eberhard (www.motorsportaction.at)

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

GP von Katalonien: Qualifying

Russell "zurück in der Spur": Pole vor Hamilton

Mercedes-Fahrer George Russell meldet sich mit der Poleposition in Barcelona zurück im WM-Titelkampf - Erster Top-10-Startplatz für Audi-Fahrer Nico Hülkenberg

Wenn der Renn-Samstag beginnt, dann ist er für die Teams und Fahrer genauso durchgetaktet, wie schon die Tage zuvor. Spätestens ab Mittag, wenn die Le Mans Startaufstellung alles versammelt, was im Motorsport Rang und Namen hat, dann weiß man vor allem eines: Man muss die nächsten rund 27 Stunden einfach nur noch 101 Prozent funktionieren.

Der brandneue Audi Nuvolari teilt offenbar seine Basis mit dem Lamborghini Temerario: Genau daraus könnte das nächste GT3-Auto von Audi entstehen

DTM-Rennen Lausitzring: Hintergrund

Hochsommerlicher Motorsport & more mit vielen Highlights!

Der Auftritt der DTM auf der Rennstrecke unweit der polnische Grenze stand ganz im Zeichen hochsommerlicher Bedingungen. Ein Gewitter am Samstag und brütende Hitze am Sonntag hielten 58.000 Zuschauer nicht davon ab, von der hochgebauten Haupttribüne die Action auf weiten Teilen des Kurses live zu verfolgen.

Vor dem Langstreckenklassiker

24h Le Mans 2026

Der Langstreckenklassiker – nominell zwei Mal rund um die Uhr – ist inzwischen weit mehr. Und auch keine Rennwoche, sondern eigentlich inzwischen zwei bis drei Wochen. Diese Spanne resultiert aus dem Aufwand, den die Teams und Hersteller rund um dieses Mega-Event betreiben.