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Auf dem Oval des Indianapolis Motor Speedway stand mit dem Brickyard 400 eines der Saison-Highlights des NASCAR-Kalenders auf dem Programm.

Johannes Gauglica

Der große alte „Brickyard“ in Indianapolis ist seit 1911 nach eigener Definition die Heimat des „greatest spectacle in racing“ (gemeint ist das Indy 500), seit heuer die Heimat der größten Blamage des Rennsportes (die USGP-Tickets werden zur Zeit von Michelin rückvergütet), und seit 1994 auch der Schauplatz eines NASCAR-Rennens.

Damals von manchen beinahe als Sakrileg empfunden, ist das Brickyard 400 längst eines der Kronjuwelen des Nextel Cup. Mit 2,5 Meilen Länge ist der IMS ein echter „Superspeedway“: Super muß der Speed v.a. durch die vier jeweils um 9 Grad überhöhten Kurven sein, die zwar alle gleich ausschauen, aber unterschiedlich durchfahren werden wollen.

In einem turbulenten Qualifying mit Wetter- und Technikpech für etliche Fahrer holte sich Elliott Sadler mit seinem Ford die Pole Position. Auch im 160-Runden-Rennen ließ er dann zunächst einmal die gesamte Konkurrenz stehen. Das war nach den Boxenstops in Runde 38 vorbei; ein Reifenplatzer machte später seinem Rennen ein Ende. Ein halbes Dutzend Fahrer kassierte einen Geldbonus für Führungsrunden, aber die großen Herausforderer waren Kasey Kahne mit dem Dodge des Evernham-Teams und Lokalmatador Tony Stewart im Chevy von Joe Gibbs Racing. Am Start nur 26., übernahm der „Homeboy“ in Runde 100 nach einem Spießrutenlauf durchs Feld die Führung von Brian Vickers; Dodge-Fahrer Kahne setzte sich dann vorderhand gegen Stewart durch. Eigentlich unzufrieden mit seinem Auto, biß Stewart nach Diskussion mit seiner Crew trotzdem die Zähne zusammen und legte keine unplanmäßigen Stops ein.

Ab Runde 145 war zum zehnten Mal „gelb“ angesagt, Stewart täuschte einen Boxenstop an, Kahne fiel aber nicht drauf rein und blieb ebenfalls auf der Strecke. Elf Runden vor Schluß war das Rennen wieder frei zum Grande Finale: Stewart überrumpelte Kahne, der wehrte sich nach Kräften, aber es war am Schluß die „Tony Stewart Show“ mit einem triumphalen Sieg vor seinem Heimpublikum (250.000 Zuschauer). Mit dem vierten Sieg in den letzten sechs Rennen übernimmt Stewart jetzt auch die Tabellenspitze.

Verlierer des Tages: Einerseits Jimmie Johnson, der nach einem Unfall zur Kontrolle ins Spital wandert und die Punkteführung aufgeben muß; andererseits Dale Earnhardt jr. – für ihn ist nach einem weiteren Ausfall der Traum von der „Chase“ vermutlich vorbei.

Vom Superspeedway fahren die Cup-Teams zuerst nach Hause, andere Autos abholen: für die zwei Straßenrennen der Saison stehen spezielle Chassis bereit; am 14.8. gehts auf die frühere Formel-1-Strecke von Watkins Glen.

Resultat | Tabelle

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