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Ecclestone will drei Europa-Rennen streichen

Deutschland und Italien könnten je einen Grand Prix verlieren, weil neue Veranstalter Schlange stehen. Selbst Monaco hat keinen Fixplatz mehr.

Das Problem ist nicht neu, Lösungen gibt es aber nach wie vor keine: Immer mehr Länder wollen einen Grand Prix veranstalten und stoßen dabei auf offene Ohren, weil sie im Fall von Indien oder Russland gewaltige Wirtschaftsanreize mitbringen. Dies führt jedoch unweigerlich dazu, dass einige klassische Rennen in Europa gestrichen werden müssen.

Das Concorde Agreement besagt, dass maximal 17 Grands Prix pro Jahr ausgetragen werden dürfen. Finden - wie zum Beispiel 2006 - zusätzliche Rennen statt, dann muss Bernie Ecclestone dafür mit den Teams einen separaten Deal aushandeln. Allerdings sind alle Experten einhellig der Meinung, dass mehr als 20 Veranstaltungen pro Jahr nicht realisierbar wären. Ab 2008 könnten also 20 Grands Prix ausgetragen werden, eventuell jedoch nur noch als Zweitagesevents.

Zwei Grands Prix pro Land nicht mehr tragbar

Ecclestone äußerte sich zu dieser Problematik folgendermaßen: "Wir haben einige Anwärter, mehr als wir unterbringen können, aber wir können den Kalender nicht endlos ausdehnen", so der Brite im Interview mit der L'Equipe. "Wir haben zwei Grands Prix in Italien, zwei in Deutschland - mehr oder weniger zwei in Frankreich, wenn man bedenkt, dass Monaco und Frankreich in einem engen Verhältnis zueinander stehen. Ich denke, dass diese drei Grands Prix problemlos verschwinden könnten."

Sprich: Italien müsste sich entweder von Monza oder Imola trennen, Deutschland vom Hockenheim- oder vom Nürburgring, Frankreich von Magny-Cours oder dem klassischen Stadtrennen an der Cote d'Azur. Aber wäre eine Streichung von Monaco nicht ein gewaltiger Fehler, Bernie? "Das könnte passieren, auch wenn ich es mir natürlich nicht wünsche. Alles ist jederzeit möglich", entgegnete er knapp, ohne mit der Wimper zu zucken.

Vom Rotationsprinzip hält Ecclestone nicht viel

Um traditionsreiche Strecken zu retten, könnte ein Rotationsprinzip eingeführt werden, nach dem nur noch alle zwei Jahre an bestimmten Austragungsorten gefahren wird: "Nichts ist unmöglich", antwortete Ecclestone auch auf diese Idee angesprochen, "aber ich wünsche mir das nicht. Rotation ist für die Veranstalter nicht günstig. Andererseits wird es früher oder später notwendig werden, bestimmte Grands Prix zu streichen."

Schon 2006 hätte ja eigentlich ein zusätzlicher Termin in Mexiko hinzukommen sollen, der jedoch nicht zustande kam. Darüber hinaus stellen sich Russland, Indien und die USA mit Las Vegas bei Ecclestone an, weil sie die Formel 1 zu sich holen möchten. Von den Europastationen werden vermutlich nur jene überleben, die eine besondere Ausstrahlung haben, also beispielsweise Monaco oder Monza - und selbst das scheint nicht mehr sicher zu sein.

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