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Microsoft/McLaren schlugen Magneti Marelli

Dass Microsoft die ab 2008 vorgeschriebene Standard-ECU liefert, löste nicht nur bei Magneti Marelli Unverständnis aus. Doch der Computerriese kooperiert mit der McLaren-Elektronikfirma MES.

Michael Noir Trawniczek

Am Mittwoch tagte das World Motor Sport Council der FIA - beschlossen wurden unter anderem die Vergabe der Ausrüsterrechte für Einheits-Reifen und Einheits-Elektronik. Wie erwartet erhielt Bridgestone den Zuschlag für die Lieferung der ab 2008 vorgeschriebenen Einheitsreifen. In punkto Standard-ECU gab es jedoch eine Überraschung: Die Firma Microsoft MES wird von 2008 bis 2010 die Standard-Elektronik liefern.

Unverständnis bei Magneti Marelli

Dies weckte bei den Betreibern der in Mailand operierenden Firma Magneti Marelli Unverständnis aus. Formel 1-Fans ist diese Firma ein Begriff, kein Wunder: In den 14 Jahren von 1992 bis 2005 wurden die mit Elektronik von Magneti Marelli bestückten Fahrzeuge 13mal Konstrukteurs-Weltmeister. Derzeit rüsten die Italiener Renault, Ferrari, Toyota, Red Bull Racing, Toro Rosso und Midland mit Elektronik aus.

Um bei der Ausschreibung für die ab 2008 vorgeschriebene Standard-ECU noch bessere Chancen zu haben, koalierte man mit der britischen Firma PI-Research - doch den Zuschlag erhielt der F1-unerfahrene Microsoft-Konzern. Ein Magneti Marelli-Manager erklärte: "Die FIA hat bei der Vergabe offensichtlich eine eigene Logik angewandt."

Microsoft und die McLaren-Tochterfirma MES

Unterdessen haben unsere Kollegen von Autosport herausgefunden, dass hinter dem Konstrukt Microsoft MES sehr wohl eine Formel 1-erfahrene Firma steckt: McLaren Electronic Systems. MES arbeitet seit 15 Jahren in der Formel 1, rüstet alle Teams mit Elektronik aus und soll völlig unabhängig von dem Formel 1-Team McLaren operieren - auch wenn die Firma im McLaren Technologie Center in Woking ansässig ist.

Ein Firmenstatement besagt: "McLaren Electronic Systems ist eine unabhängige Firma der McLaren-Gruppe." Die McLaren-Gruppe besteht aus dem Formel 1-Team McLaren Racing, McLaren Cars (Erzeugung von Straßenautos) und McLaren Electronic Systems.

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