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Das Motto lautet: Tod dem Flexi-Wing

Schon für den Kanada-Grand Prix wird der Heckflügeltest der Sportbehörde FIA entscheidend verschärft, auch die Toleranzwerte werden erhöht.

Fotos: GEPA/RB Racing

Jene Videoaufnahmen aus Barcelona, auf denen zu sehen war, wie sich David Coulthards Heckflügel bei hohen Geschwindigkeiten deutlich sichtbar nach unten bog, sorgten in der Formel 1 in den vergangenen Tagen für Wirbel.

Aufgrund der Proteste der Konkurrenz hat der Automobilweltverband FIA nun reagiert und wird schon beim kommenden Kanada-Grand-Prix mit einem verschärften Belastungstest die Heckflügel der Autos auf Flexibilität prüfen.

Wie unsere Kollegen von Autosport berichten, hat die FIA den Teams am Montag mitgeteilt, dass man die Testprozedur mit sofortiger Wirkung umstellen wird. Bisher wurde an den Heckflügeln horizontal mit einer Kraft von 500 Newton gezogen. Dabei durfte sich die Konstruktion maximal um 5 Millimeter bewegen.

Ab dem Rennen in Montreal wird die gleiche Belastung nun auch in der Vertikalen auf den Heckflügel gerichtet, um zu überprüfen, dass die Konstruktion bei Belastung nicht nachgibt. Zudem hat Rennleiter Charlie Whiting die Teams informiert, dass der Heckflügel sich bei diesen beiden Tests ab sofort nur noch um maximal 2 Millimeter bewegen darf.

Der Test wird pünktlich zu jenem Rennen verschärft, bei dem die Teams von flexiblen Flügeln aufgrund der langen Geraden des 'Gilles Villeneuve Circuit' massiv profitieren würden. Je höher die Geschwindigkeit der Autos, desto mehr Gewicht lastet auf den Heckflügeln. Geben diese unter der Belastung nach, sinkt der Luftwiderstand und damit steigt gleichzeitig die Höchstgeschwindigkeit.

Flexible Aerodynamik-Teile sind nicht nur verboten, da sie die Höchstgeschwindigkeit der Autos teigen lassen, sondern auch, da sie ein Sicherheitsrisiko darstellen. Durch die Flexibilität kann es zur Materialermüdung kommen - abbrechende Flügel sind neben Reifenplatzern das gefürchtetste Unfallszenario. Ein gewisses Maß an Flexibilität muss jedoch vorhanden sein, da die Flügel bei kompletter Starrheit ebenfalls brechen würden.

Schon im vergangenen Jahr drehte sich anlässlich des Großen Preises von Kanada alles um die Heckflügel und es wurden Abstandshalter eingeführt, sodass sich der Abstand zwischen den einzelnen Heckflügelelementen bei schneller Fahrt nicht verkleinern konnte, was ebenfalls den Luftwiderstand verringert.

Damit setzt sich der seit über einem Jahr geführte Kampf der FIA gegen flexible Front- und Heckflügel nahtlos fort. Erneut muss in diesem Zusammenhang betont werden, dass Red Bull Racing in Barcelona nicht mit einem illegalen Auto gefahren ist. Vielmehr hat man - bewusst oder unbewusst - den fehlenden Belastungstest in vertikaler Richtung ausgenutzt. Den horizontalen Belastungstest hatte der RB3 bei der Abnahme bestanden.

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