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Formel 1 soll "sinnvollen Beitrag" leisten

FIA-Präsident May Mosley und Burkhard Göschel von BMW bekannten sich beim Motorsport Businessforum in Monaco zur Energie-Rückgewinnung in der Formel 1.

Die Formel 1 wird "grün" - und alle stehen hinter diesem Trend: Diesen Eindruck wollten FIA-Präsident Max Mosley und der Vorsitzende der Herstellerkommission, Burkhard Göschel von BMW, heute im Rahmen ihrer Vorträge beim hochkarätig besetzten Motor Sport Business Forum in Monaco vermitteln.

Zauberwort KERS

Zentraler Punkt der "Öko-Formel" ist KERS (Kinetic Energy Recovery System), also ein System zur Rückgewinnung von Energie - zum Beispiel aus Bremsabwärme oder der erhitzten Luft am Auspuff. McLaren hat Ende der 1990er-Jahre schon einmal in diese Richtung experimentiert, damals wurden diese Bemühungen aber ausgerechnet von der FIA unterbunden. Nun ist KERS das Zauberwort, auf Basis dessen Mosley und die Hersteller endlich einen gemeinsamen Nenner finden konnten.

"Das Einfrieren der Motoren", holte Mosley im Zuge seiner Erklärung ein wenig aus, "steht unmittelbar bevor. Warum machen wir das? Der Formel-1-Motor ist voll entwickelt; es würde keinen Sinn machen, ihn weiterzuentwickeln. Der Motor dreht 19.000 Touren, was viel höher ist als jeder vergleichbare Motor. Er hört sich gut an, ist zuverlässig und erstaunlicherweise sind die sechs teilweise eingefrorenen Herstellermotoren relativ ausgeglichen."

Mosley: "Die F1 sollte nützlich sein"

"Also erlauben wir es den Herstellern durch das Einfrieren der kostenintensiven Motorenentwicklung, Geld für Technologien auszugeben, die wirklich sinnvoll sind. Der erste Teil dieses Vorhabens ist das KER-System, das wir 2009 einführen werden. Das ist genau das, was die Formel 1 tun sollte, denn die Formel 1 muss beweisen, dass sie nützlich ist", erläuterte der Brite.

In der Tat ist das Thema Umwelt- und Klimaschutz durch zahlreiche öffentlichkeitswirksame Initiativen - man denke nur an Al Gores Dokumentarfilm 'Eine unbequeme Wahrheit' und die anschließende Konzertreihe auf der ganzen Welt - dermaßen ins Bewusstsein der Menschen gerückt, dass nun auch die Formel 1 in diese Richtung gehen möchte. Honda war mit dem Earth-Car das erste Team, das ein Signal mit Symbolkraft gesetzt hat.

Mosley hält diese Entwicklung für besonders wichtig: "Es ist notwendig, der Gesellschaft zu demonstrieren, dass die Formel 1 etwas Nützliches macht, denn jeder größere Sponsor hat inzwischen ein Umweltschutzkomitee. Also ist es für die Formel-1-Teams zwingend notwendig, den großen Unternehmen zu demonstrieren, dass sie einen sinnvollen Beitrag leisten", meinte der 67 in seiner Grundsatzrede.

Göschel: "Die F1 sollte straßenrelevant sein"

Göschel unterstützte diese Aussagen: "Die Formel 1 sollte straßenrelevant sein. Die Automobilindustrie steht vor der großen Herausforderung, Effizienz zu verbessern und Emissionen zu reduzieren. Denkt man an Hybrid- und eines Tages Elektroautos, dann ist die Speicherung von Energie der wichtigste Entwicklungsprozess, der momentan in der Automobilindustrie stattfindet. Mit der Einführung von KERS ist die Formel 1 diesbezüglich federführend."

Genau wie Mosley sieht auch der Deutsche keine Relevanz darin, nur die Leistungsentwicklung zu pushen: "Eine Erhöhung der Drehzahl von 19.000 auf 20.000 Touren ist für die Automobilindustrie nicht relevant, aber KERS und Gewinnung von Energie aus Hitze sind relevant. Ich kann ihnen versichern, dass die Formel 1 einen Schritt in Richtung Pioniertechnologie gemacht hat. Dieser Prozess wird nun vorangetrieben", meinte Göschel abschließend.

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