MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
DTM: Moskau

Q4 wegen Putin abgesagt

Mike Rockenfeller in Moskau quasi kampflos auf der Poleposition – Q4 musste abgesagt werden, weil Präsident Putin den Luftraum sperren ließ.

Foto: DTM

"Andere Länder, andere Sitten": Treffender als Bruno Spengler kann man das kuriose Ende des DTM-Qualifyings auf dem Moscow Raceway nicht beschreiben.

Denn weil Präsident Wladimir Putin gerade mit seinem Jet über Moskau kreiste, musste der Luftraum gesperrt werden - was dazu führte, dass der Rettungshubschrauber für mindestens zwei Stunden nicht starten konnte. Also entschied die Rennleitung, Q4 kurzerhand abzusagen.

"Die Sicherheit der Fahrer geht vor", erklärt Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich. "Wenn ein Hubschrauber nicht starten darf, der dazu da ist, im Notfall einzugreifen, dann sind wir auch immer konsequent nicht gefahren. Daran müssen wir uns auch halten. Die Umstände sind sicherlich etwas ganz Besonderes, aber ich nehme an, das liegt auch daran, dass wir in einem ganz besonderen Land sind und wir uns ganz einfach an die Gegebenheiten hier anpassen müssen."

Die ersten vier Startplätze wurden also nicht wie sonst üblich in einem Einzelzeitfahren vergeben, sondern es wurden die Zeiten von Q3 als Wertungsgrundlage herangezogen. Das bedeutet: Pole-Position für Mike Rockenfeller, 0,181 Sekunden vor Mattias Ekström (beide Audi) und 0,254 Sekunden vor Augusto Farfus (BMW). Rockenfellers erster Verfolger in der Meisterschaft, Bruno Spengler (+0,275), wurde Vierter.

"Wenn das Qualifying vor Q4 aufhört, ist es für mich kein richtiges Qualifying", schimpft der BMW-Pilot. Rockenfeller sieht das naturgemäß entspannter: "Ich bin Erster, von daher kann ich zufrieden sein", lächelt der Polesetter. "Am Ende wäre nur noch Q4 gewesen, es ist jetzt kein komplett anderes Bild wegen der Geschichte. Ich glaube, die Pace war so gut, dass ich mir auch zugetraut hätte, auf Platz eins zu fahren."

Jamie Green (Audi) und Dirk Werner (BMW), der in Q2 Bestzeit erzielt hatte, teilen sich die dritte Startreihe, gefolgt von dem Mercedes-Quartett Paffett, Wehrlein, Juncadella und Vietoris. "Wir haben zwar vier Autos in den Top 10, aber leider am falschen Ende der Top 10", seufzt Mercedes-DTM-Leiter Wolfgang Schattling. "Heute nach dem Qualifying sieht es vielleicht nicht optimal aus, aber verloren ist da noch gar nichts. Ich würde uns noch nicht abschreiben."

Chaotisch war das Qualifying übrigens schon vor dem Abbruch wegen Präsident Putin, denn immer wieder mussten Zeiten gestrichen und dann doch wieder gutgeschrieben werden. Das Ergebnis ist zunächst nur provisorisch, weil die Rennleitung die Richtigkeit der Zeiten nicht garantieren kann. Besonders kurios: Pascal Wehrlein (Mercedes) schien in Q2 zunächst als 13. ausgeschieden zu sein, wurde dann aber doch als Achter geführt und durfte weiterfahren.

Der große Pechvogel, der dadurch aus den Top 10 rutschte, war Miguel Molina (Audi), der vor Adrien Tambay und Filipe Albuquerque (beide Audi) steht. Timo Scheider (14./Audi) und Timo Glock (16./BMW) schieden ebenfalls früh aus, ebenso wie Robert Wickens (18./Mercedes), am Norisring noch starker Zweiter. Martin Tomczyk (BMW) musste als 19. auch bereits nach dem ersten Qualifying die Segel streichen.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

DTM: Moskau

- special features -

Weitere Artikel:

Red Bulls neues Update funktioniert: Max Verstappen kämpfte in Spielberg erstmals um den Sieg, doch Strategie, Verkehr und Mercedes verhinderten den großen Coup

Bei sommerlichen Temperaturen behält George Russell einen kühlen Kopf und siegt erstmals seit dem Saisonauftakt - Aufholjagd von Max Verstappen reicht nicht

MotoGP Assen 2026

Premierensieg für Ai Ogura!

Ai Ogura gewinnt in Assen als erster Japaner seit mehr als 20 Jahren - Raul Fernandez und Jorge Martin auf dem Podium - Marco Bezzecchi gestürzt

Bekommt Gasly Podium zurück?

FIA-Anhörung um Podium von Gasly steht

Die FIA hat bestätigt, dass noch in dieser Woche über die Aufhebung der Strafen verhandelt wird, die Pierre Gasly in Monaco einen Podiumsplatz gekostet haben

Wenn der Renn-Samstag beginnt, dann ist er für die Teams und Fahrer genauso durchgetaktet, wie schon die Tage zuvor. Spätestens ab Mittag, wenn die Le Mans Startaufstellung alles versammelt, was im Motorsport Rang und Namen hat, dann weiß man vor allem eines: Man muss die nächsten rund 27 Stunden einfach nur noch 101 Prozent funktionieren.