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Formel 1: News

Hill ortet Veränderung im Zweikampfverhalten

Ex-Weltmeister Damon Hill beobachtet in der aktuellen Formel 1 einen hohen fahrerischen Standard und führt die Fahrergewerkschaft GPDA als Grund dafür an

Nach Ansicht von Damon Hill ist die fahrerische Güte der Formel-1-Piloten in der aktuellen Ära der Königsklasse ausgesprochen hoch. Gleichzeitig ortet der Weltmeister des Jahres 1996 eine gesunde Aggressivität im Zweikampfverhalten. Letztgenannten Punkt führt Hill, der die Formel 1 inzwischen als Experte für Sky Sports F1 begleitet, vor allem auf die Verbesserungen im Bereich der Sicherheit und der Erstversorgung zurück. Diese wurden in den vergangenen Jahrzehnten vom langjährigen Formel-1-Chefarzt Sid Watkins federführend vorangetrieben.

"Die Fahrer haben das Wissen, in Rennsituationen aggressiver sein zu können", spricht Hill gegenüber 'Pitpass' den Unterschied zur Formel 1 der 1960er- und 1970er-Jahre an, als es angesichts der lauernden Gefahren auf der Piste ein Art "Verhaltenskodex" unter den Fahrern gab. "Inzwischen gibt es mehr Spielraum", urteilt der Sohn des zweimaligen Weltmeisters Graham Hill in Bezug auf die massiv verbesserten Sicherheitsvorkehrungen sowohl an den Autos selbst als auch an den Rennstrecken.

Die fahrerischen Standards und der Respekt der Piloten untereinander waren jedoch nicht immer so hoch wie heute. "Es gab eine Zeit, da ging es sehr kontrovers zu. Es gab Fahrer, die die Grenzen der Aggressivität überschritten. Es hatte den Anschein, als wurde dies stillschweigend geduldet oder sogar gefördert", erinnert sich Hill vor allem an die legendären Duelle zwischen Ayrton Senna und Alain Prost Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre.

Gruppenzwang durch die GPDA

Dass sich die Situation inzwischen geändert hat, führt der Brite nicht zuletzt auf die in der Saison 1994 wieder ins Leben gerufene Fahrergewerkschaft GPDA zurück. "Über die GPDA können sie ihre Klagen anbringen und es herrscht so etwas wie Gruppenzwang", beschreibt Hill die regelmäßig tagende Vereinigung der Fahrer, der im vergangenen Jahr HRT-Pilot Pedro de la Rosa vorstand. Der inzwischen für Ferrari tätige Spanier zeigt sich nicht abgeneigt, diese Funktion auch in der Saison 2013 auszufüllen.

Auch die Arbeit der Rennkommissare sieht Hill als Grund für einen gestiegenen Standard im gegenseitigen Umgang auf der Strecke. So wurde Lotus-Pilot Romain Grosjean im Anschluss an seine Startkollision beim Grand Prix von Belgien für das darauffolgende Rennen in Monza mit einer Sperre bedacht. Ein ähnliches Durchgreifen der Kommissare vor gut 20 Jahren hätte die Formel-1-Historie laut Hill nachhaltig beeinträchtigt.

"Ich bin immer noch erstaunt darüber, dass Ayrton Senna nicht gesperrt wurde, als er in Suzuka Alain Prost ins Heck fuhr. Hätte er das heutzutage gemacht, wäre eine Sperre für fünf Rennen oder sogar eine Sperre für die gesamte Saison die Folge gewesen, denn das war schlichtweg gefährlich", so Hill, der in diesem Zusammenhang offenbar die Vorgeschichte aus Suzuka 1989 vergisst.

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