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Formel 1: News

Toto Wolff steht hinter Pirelli

Pirelli gibt den Teams selbst die Schuld am Skandalrennen von Silverstone. Diese hätten die Reifen falsch montiert, was nicht vorgesehen ist.

Im Nachgang zum Grand Prix von Großbritannien äußerte sich Pirelli am Dienstagabend zu den Ursachen für die Reifenplatzer-Orgie vom vergangenen Sonntag. So sei eine Kombination aus seitenverkehrt montierten Hinterreifen, zu geringem Reifendruck, extremem Radsturz und den scharfen Randsteinen in Kurve vier für die spektakulär davongeflogenen linken Hinterreifen von Lewis Hamilton, Felipe Massa, Jean-Eric Vergne und Sergio Perez verantwortlich gewesen. Auch an den Boliden von Esteban Gutierrez und Nico Hülkenberg war es zu Reifenschäden gekommen.

Bei Mercedes zeigt man sich erfreut über die Darlegung der Fakten seitens Pirelli. Die Praktik der seitenverkehrt montierten Hinterreifen sei laut Toto Wolff allerdings nichts Ungewöhnliches. "Viele Teams vertauschen die Reifen, und das schon seit einigen Rennen", sagt der Österreicher und spricht damit die Bemühungen an, die hinteren Pneus schneller auf Temperatur zu bringen.

Bei Pirelli sieht man ein solches Vergehen allerdings kritisch. "Die diesjährigen Slicks haben eine asymmetrische Struktur, sind daher nicht austauschbar. Die Seitenwände wurden entwickelt, um speziellen Belastungen innen und außen standzuhalten. Sie auszutauschen beeinflusst unter bestimmten Bedingungen ihre Funktion. Besonders die äußere Seitenwand wurde so gebaut, sehr hohen Kräften zu widerstehen, die in den langen Kurven anspruchsvoller Strecken wie Silverstone wirken", heißt es in der Erklärung des italienischen Reifenherstellers.

In puncto Radsturz erhofft sich Wolff nun ähnliche Hinweise seitens Pirelli. "Ich schätze, Pirelli wird den Teams künftig genauere Anweisungen geben, was den Radsturz betrifft. Vor einem oder zwei Jahren gab es bei einem unserer Mitbewerber schon einmal ein Problem in diesem Zusammenhang", spricht der Österreicher die Radsturz-Querelen von Red Bull Racing beim Grand Prix von Belgien 2011 an und fügt hinzu: "Was immer Pirelli auch macht, wir bei Mercedes werden sie voll unterstützen."

Statt den bisherigen Hinterreifen mit Stahl-Gürtel kommen beim Großen Preis von Deutschland am kommenden Wochenende Reifen mit einem Kevlar-Gürtel zum Einsatz. Diese wollte Pirelli ursprünglich schon früher bringen, scheiterte aber am Widerstand von Ferrari, Lotus und Force India. Ab Budapest werden dann neue Pneus eingesetzt.

So zeigt sich auch Mercedes-Pilot Hamilton - am vergangenen Sonntag in Silverstone der erste der sechs von Reifenschäden betroffenen Fahrern - mit den von Pirelli angekündigten Maßnahmen glücklich, sieht die Gefahr aber noch nicht vollends gebannt. "Ich bin mir sicher, dass die richtigen Schritte getätigt wurden. Wir sitzen alle im selben Boot. Ich bin froh, dass man reagiert hat und bin zufrieden, kann mir aber erst vor Ort ein genaues Bild machen. Wir werden sehen, wie das Wochenende läuft", so der Weltmeister des Jahres 2008.

Ferrari-Pilot Fernando Alonso setzt Pirelli vor dem Nürburgring-Rennen unter Druck. "Wenn die Situation so ist wie in Silverstone, ist es unmöglich zu fahren. Es besteht die Gefahr, dass ein Fahrer oder ein Steward ums Leben kommt", bekräftigt der Spanier die unmittelbar im Anschluss an den Grand Prix von Großbritannien geäußerten Bedenken der Piloten. "Wir haben in Silverstone Dinge gesehen, die wir nicht sehen wollen - viele schlimme Unfälle. Pirelli muss Lösungen finden. Ich hoffe, die Reifen, die sie liefern werden, sind besser", so der Spanier.

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