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Motorrad-WM: Interview

Kallio: KTM-Motor strotzt vor Kraft

Mika Kallio ist nach ersten Testfahrten mit der RC16 zufrieden: Der Motor sei kraftvoll, trotzdem gebe es noch eine Menge zu erledigen.

Fotos: Philip Platzer

Trotz perfekter Vorbereitungen am Computer ist der erste wirkliche Test eines neuen Motorrads stets ein Moment der Wahrheit. Mika Kallio hat die KTM RC16, mit der die Österreicher in der Saison 2017 in die MotoGP-Klasse der Motorrad-WM einsteigen werden, bereits ausgiebig getestet. Nach den ersten Gehversuchen war er von der neuen Maschine und insbesondere dem Motor sehr angetan. Lediglich bei der Elektronik und dem Vorderreifen sieht er noch weiteres Potenzial.

"Das Motorrad ist jetzt schon guter Verfassung", freut sich der 33jährige Finne bei Moto Matters nach einem erfolgreichen Test in Valencia. "Wir sind ein bisschen überrascht, dass alles so gut funktioniert hat. Es gab keine technischen Probleme, und das war das Wichtigste, was wir checken wollten. Das Bike wurde ja gerade erst am Computer fertiggestellt, und die Teile zusammengeschraubt, jetzt wollten wir schauen, wie es läuft. Das ist eine wirklich positive Sache."

Kallio lobt vor allem den V4-Motor, der sich seines Erachtens nicht vor der Konkurrenz verstecken müsse: "Natürlich haben wir momentan keine Referenz, aber es fühlt sich so an, als wäre der Motor sehr kraftvoll." Kallio absolvierte in den Jahren 2009 und 2010 insgesamt 32 MotoGP-Rennen und weiß daher, dass Leistung nur ein Aspekt des Gesamtpakets ist. "Ich mag es auch, wie die Power einsetzt", entkräftet er Zweifel an der Fahrbarkeit. "Mir gefällt es wirklich, wie der Motor derzeit ist."

Dennoch ist das Motorrad natürlich noch weit von seinem Optimum entfernt. Gerade bei der Elektronik sieht der Moto2-Vizeweltmeister des Jahres 2014 noch Verbesserungspotenzial. Zwar ist sie ab der Saison 2016 standardisiert, erlaubt aber weiterhin viele Anpassungen: "Sie ist zwar wesentlich leichter zu verstehen als das, was die Werksfahrer vergangenes Jahr verwendet haben, aber es ist weiterhin der Hauptaspekt, auf den man sich konzentrieren muss. Heutzutage haben alle Motoren viel Leistung, deshalb muss man einen Weg finden, die ganze Power ans Hinterrad zu bringen."

"Es gibt für mich keine wirklichen Schwächen am Motorrad", sagt der derzeit verletzte KTM-Testpilot selbstbewusst, "aber wenn es etwas anzumerken gibt, dann müssen wir uns hauptsächlich darin verbessern, wie die Front arbeitet. Es sieht so aus, als müssten wir einige Veränderungen am vorderen Teil des Chassis vornehmen." Das sei aber kein großes Drama, fügt er hinzu, da solche Dinge immer vorkämen, wenn man ein neues Motorrad zum ersten Mal testet.

Damit steht er aber nicht alleine dar, denn auch andere Fahrer haben bereits über fehlendes Gefühl mit den Reifen des neuen Ausstatters geklagt. "Mit meiner Erfahrung glaube ich, dass das Problem, das sie mit dem Vorderreifen haben, eigentlich von hinten kommt", erläutert Mika Kallio. "Der Hinterreifen liefert an manchen Stellen eine Menge Grip, und der Vorderreifen kann den Druck von hinten einfach nicht kompensieren. Die Balance stimmt also nicht, aber ich glaube, dass sie eine Lösung dafür finden werden."

Das stellt KTM allerdings vor eine schwierige Frage: Liegen die Probleme mit dem Vorderreifen nun am Chassis, am Fahrwerk oder doch an den Einheitsreifen? "Das ist für uns momentan in der Tat ein bisschen kompliziert", bestätigt Kallio. "Wir haben keinerlei Referenzwerte zu anderen Reifen oder mit anderen Motorrädern. Deshalb müssen wir viel daran arbeiten, herauszufinden, woher die Probleme kommen. Derzeit wissen wir nicht genau, woher sie rühren."

Trotz des guten Starts erwartet Kallio im Laufe der Testsaison 2016 große Veränderungen an der Maschine: "Das Bike, mit dem wir die Rennen in Angriff nehmen werden, wird völlig anders aussehen. Schritt für Schritt wird es immer besser werden. Ich bin überrascht und sehr zufrieden mit dem Niveau, auf dem sie jetzt sind. KTM meint es mit diesem Projekt wirklich ernst."

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