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Motorrad-WM: Spielberg

Im Schongang zum ersten Doppelsieg seit 2007

Ducati schreibt Geschichte: Zuletzt gewann Casey Stoner im Jahr 2010 für die Italiener, der letzte Doppelsieg liegt bereits neun Jahre zurück…

Foto:MotoGP

Fast sechs Jahre musste Ducati auf einen Sieg in der MotoGP warten. Vor Andrea Iannones Erfolg in Spielberg triumphierte zuletzt Casey Stoner im Oktober 2010 auf Phillip Island. Der letzte Doppelerfolg lag sogar noch länger zurück: Im Oktober 2007 gewann Stoner - ebenfalls in Australien - vor Loris Capirossi. Die Tatsache, dass Stoner seine aktive MotoGP-Karriere bereits Ende 2012 beendete und Capirossi mittlerweile Sicherheitsberater der MotoGP ist, zeigt, dass es Erfolge aus einer anderen Zeit sind.

"Es ist ein magischer Moment für mich und für das ganze Team", jubelt Iannone dementsprechend nach seinem Triumph in Spielberg. Vor allem der Umstand, dass er der erste Ducati-Sieger nach Weltmeister Stoner ist, sei für ihn ein "sehr spezielles" Gefühl. "Es ist schwierig, diese Emotionen in Worte zu fassen. Es war ein unglaubliches Rennen", jubelt der 27-Jährige.

Wirklich gefährdet war der Doppelerfolg durch Iannone und Andrea Dovizioso am Sonntag wohl nie. Zwar konnten die Yamaha-Werkspiloten bis zur Rennmitte mithalten, doch anschließend drehten die Italiener auf. "Andrea war sehr schnell, und auch Jorge hat hart gepusht, um vor mir zu bleiben. Aber ich wollte nicht zu sehr pushen, denn ich begann mit dem weichen Reifen. Ich wollte ihn nicht verschleißen", erklärt Iannone.

"Ich verwendete im halben Rennen weniger Sprit. Nachdem ich das Mapping änderte, konnte ich dann etwas mehr pushen", verrät "The Maniac" weiter und Dovizioso bestätigt: "Ich denke, dass wir beide eine sehr gute Strategie hatten. Wir wollten beim Sprit- und Reifenverbrauch kein Risiko eingehen. Also pushten wir am Anfang nicht." Andernfalls wären die Yamahas an diesem Sonntag wohl komplett chancenlos gewesen.

Iannones Risiko zahlt sich aus

Das Ducati-interne Duell entschied Iannone am Ende auch aufgrund der besseren Reifenwahl für sich. Der Italiener setzte als einziger Pilot im Feld auf den weicheren Hinterreifen, was selbst seine eigenen Ingenieure verzweifeln ließ. Mit einem Lachen berichtet er: "Meine Ingenieure fragten nur: 'Warum willst du diesen Reifen?'" Seine Erklärung: "Ich fuhr gestern mit beiden Reifen, und ich hatte das Gefühl, dass der weiche besser ist."

"Der harte Reifen baute bei mir nach sechs oder sieben Runden stark ab. Für mich war es besonders schwierig, die rechte Flanke zu managen. Im vierten Training fuhr ich einen kurzen Longrun mit dem weichen Reifen und schaffte 22 Runden. Meine letzten drei Runden waren 24.2, 23.9 und 23.9", erklärt Iannone und verrät: "Michelin stimmte zunächst nicht zu 100 Prozent zu, aber ich glaubte an mich."

"Ich glaube, dass es eine sehr gute Entscheidung war", sagt Iannone mit einem Lächeln. Teamkollege Dovizioso stimmt zu. "Das Risiko, das Iannone eingegangen ist, war richtig. Wir haben glaube ich nur in den letzten sechs Runden gepusht, und ich hatte nicht den gleichen Grip und konnte nicht an ihm dranbleiben", ärgert sich "Dovi" und verrät: "In der letzten Runde war ich nicht nah genug an ihm dran."

Dovizioso "enttäuscht"

"Ich bin enttäuscht, denn alles lief sehr gut. Beim Bremsen war ich besser als Iannone", so Dovizioso, der sich allerdings als fairer Verlierer präsentiert. "Ich bin wirklich stolz, Teil dieses Projekts zu sein", sagt der Italiener und ergänzt: "Ich weiß, wie viele Stunden sie zuhause arbeiten. Wir sind noch immer nicht stark genug, um bei jedem Rennen um den Sieg zu kämpfen. Aber wir sind nah dran."

Für Iannone dürfte der Sieg derweil auch eine kleine Genugtuung sein, denn während Dovizioso auch 2017 für die Italiener fahren wird, muss Iannone Platz für Weltmeister Jorge Lorenzo machen. Dass nun ausrechnet er - und nicht Dovizioso - den ersten Sieg seit fast sechs Jahren holte, dürfte dem nächstjährigen Suzuki-Piloten ganz besonders schmecken. "Dovi" wartet derweil weiter auf seinen ersten Sieg seit 2009.

Übrigens: Die Rippenverletzung, die sich Iannone beim Motocross-Training in der Sommerpause zuzog, spielte keine große Rolle. "Ich hatte immer weniger Schmerzen. Die Clinica Mobile hat sehr gute Arbeit geleistet", berichtet der Italiener und ergänzt mit einem Lächeln: "Während des Rennens tat es nur in den letzten fünf Runden etwas weh. Aber ich war voller Adrenalin." Die Schmerzen hat er da wohl schlicht und ergreifend vergessen.

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