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Motorrad-WM: Analyse

Dovizioso: Winglet-Debatte eine Farce

Bei Testfahrten in Valencia zeigte Yamaha eine radikale Aeroverkleidung, die Ducati-Pilot Andrea Dovizioso zu scharfer Kritik bewog.

Fotos: Ducati Corse; Yamaha Racing

Bei MotoGP-Testfahrten in Valencia sorgte Yamaha mit einer neuen Variante seiner Aeroverkleidung (Bild oben) für Aufsehen. Die Winglets an der Frontpartie ließen die Konkurrenten daran zweifeln, dass diese Variante wirklich regelkonform ist. Schließlich wurden Winglets Ende 2016 verboten, weil die Regelhüter darin ein zu hohes Gefahrenpotenzial gesehen haben.

Seither muss die Verkleidung sozusagen aus einem Guss sein und darf keine unnatürlich hervorstehenden Bauteile beinhalten. Das hat die Aerodyamnikexperten der Hersteller zur Hochform auflaufen lassen. Nach und nach präsentierten sie neue Verkleidungslösungen mit sogenannten innenliegenden Flügeln. Einige fielen radikaler aus als andere, Ducati wies in dieser Saison die größten Aeroelemente auf.

Vizeweltmeister Andrea Dovizioso nutzte diese Variante nicht so häufig wie sein Teamkollege Jorge Lorenzo, übte mit Blick auf den neuesten Vorstoß von Yamaha jedoch Kritik am allgemeinen Verbot. "Ich will keine Kontroverse heraufbeschwören, aber es gibt nur eine mögliche Erklärung", sagte der Italiener, der glaubt, dass die Winglets nur aus einem einzigen Grund verbannt wurden.

"Uns wurde gesagt, dass die Flügel verboten werden, weil sie zu gefährlich sind, aber diese Verkleidungen von heute sind gefährlicher als die alten Flügel", meinte Dovizioso. "Ich bin mit den aktuellen Regelungen einverstanden, aber die neuen Verkleidungen beweisen, dass die Begründung damals eine Farce war. Der wahre Zweck des Verbots bestand darin, den Fortschritt von Ducati zu begrenzen."

Tatsächlich hat die italienische Audi-Tochter seinerzeit am meisten von den Winglets profitiert, nachdem man auf diesem Gebiet die eigentliche Pionierarbeit geleistet hatte. Das Verbot führte jedoch nicht zu einem Rückgang der Aerodynamikentwicklung, sondern trieb im Gegenteil ganz neue Blüten. Jüngstes Beispiel ist die besagte Yamaha-Verkleidung, die Valentino Rossi und Maverick Viñales in Valencia getestet haben.

Letzterer zeigte sich begeistert und spielte Zweifel an der Legalität der Erfindung herunter: "Aprilia tut es, Ducati auch. Es sieht wie ein Winglet aus, ist aber Teil der Verkleidung. Daher denke ich nicht, dass es illegal ist." Letzten Endes sei es aber die Aufgabe der Dorna, dies zu beurteilen; was auch immer der Rechteinhaber der Motorrad-WM entscheide, werde man akzeptieren, so Viñales. MotoGP-Technikchef Danny Aldridge soll bereits Änderungen angemahnt haben.

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