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Formel 1: Interview

Neues Qualifying? Teamchefs skeptisch

Ein Q4 soll mehr TV-Quote bringen; die Teamchefs warnen allerdings davor, dass man bei dessen Einführung nichts überstürzen dürfe.

Aktuell wird wieder einmal über einen neuen Qualifyingmodus für die Formel-1-WM diskutiert. Konkret geht es um eine Ausweitung von drei auf vier Segmente. In den ersten drei Abschnitten sollen je vier Fahrer ausscheiden, die besten acht anschließend im Q4 um die Pole Position kämpfen. Hört man sich im Fahrerlager um, stellt man allerdings fest, dass die Teams momentan noch skeptisch sind.

"Es sieht so aus, dass viele TV-Zuschauer erst in Q2 einschalten; Q1 schauen sie nicht", erklärt Haas-Teamchef Günther Steiner zunächst den Grundgedanken hinter dem Änderungswunsch. Im Prinzip sei die Idee nicht schlecht, denn kürzere Qualifyingsegmente erhöhten die Chance, dass jemand einen Fehler begeht und früh ausscheidet; komplett hinter der Idee steht der Südtiroler dennoch nicht.

Er fürchtet, dass der Schuss nach hinten losgehen und der Vorsprung der drei Topteams sogar noch größer werden könnte. Zudem äußert er einige Bedenken wegen der Pneus und ist damit nicht alleine. "Wir wollen nicht, dass im Q4 am Ende keine Autos fahren, weil es keine Reifen mehr gibt", warnt auch Christian Horner, Teamchef bei Red Bull Racing.

"Wir werden uns das anschauen. Wir sind offen für alle Ideen, aber man muss seine Hausaufgaben erledigen", sagt der Brite. Der Hintergrund: Bei einem zusätzlichen Qualifyingsegment bräuchten die Teams mehr Reifen, doch der Gummilieferant soll von dieser Idee wenig begeistert sein. "Die Simulationen haben bereits begonnen", verrät Ferrari-Teamchef Mattia Binotto.

Tatsächlich haben alle Teams aktuell die Möglichkeit, eigene Studien anzustellen und anschließend ihre Rückmeldungen an Ross Brawn, den Sportchef der Formel-1-WM, zu senden. Binotto erklärt, man müsse neue Regeln vor der Einführung ordentlich prüfen, um sicherzustellen, dass man keine Probleme schaffe. Tatsächlich wäre es nicht das erste Mal, dass die Formel-1-WM ihr Qualifying mit einer Änderung unübersichtlicher machen würde.

2016 führte man einen überarbeiteten Modus ein, kehrte aber nach nur zwei Wochenenden wieder zum vorherigen System zurück. Auch Horner mahnt deshalb, man dürfe nicht nur um des Änderns willen eine Anpassung vornehmen. Steiner meint, dass das aktuelle System nicht schlecht sei, und gibt das Motto vor: "Verändere nichts, was funktioniert!"

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