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Motorrad-WM: Interview

"Für E-Sportmotorräder ist es zu früh"

Die Technikvertreter von Honda und Aprilia glauben, dass Elektroantriebe im Motorradrennsport zu früh kommen - es müsste eine Revolution geben.

Mitte September wird die neue MotoE in Misano zum dritten Mal im Rahmenprogramm der Motorrad-WM auftreten. An der Adria-Küste werden gleich zwei Rennen gefahren werden. Der Vertrag mit Energica bezüglich den Einheitsmotorrädern läuft über drei Jahre. Die derzeit in der MotoGP engagierten Hersteller Honda, Yamaha, Suzuki, Ducati, KTM und Aprilia haben momentan kein Interesse, ein eigenes Elektromotorrad ausschließlich für den Rennsport zu entwickeln.

"Es ist gut, dass die MotoE gestartet wurde, um ein Experiment zu haben und das Level der Technologie zu sehen. Wir wissen auch, dass es nicht einfach ist", sagt Romano Albesiano, der bei Aprilia für die technische Entwicklung der RS-GP zuständig ist. "Die Verhältnis von Größe und Leistung einer Batterie ist nicht mit einem Benzintank vergleichbar. Das ist der springende Punkt. Bevor es keine technologische Revolution gibt, ist das die Situation."

Die Energica-Bikes sind mit 258 Kilogramm schon jetzt deutlich schwerer als die MotoGP-Prototypen (157 kg Mindestgewicht). Die Reichweite ist beim E-Bike vergleichsweise gering. In Spielberg betrug die Renndistanz nur 26 Kilometer, während das MotoGP-Rennen über 121 Kilometer führte. "Aus Sicht von Honda kann es die Zukunft sein", meint HRC-Techniker Takeo Yokoyama. "Das kann man nicht leugnen und deswegen besteht Interesse. Wir sehen uns genau an, was bei der MotoE passiert."

Trotzdem ist das Thema laut dem Japaner derzeit keine Priorität: "Wäre Honda momentan bereit dafür? Das muss man verneinen. Wenn wir uns dazu entschließen würden, so eine Art von Meisterschaft zu fahren, dann wollen wir es richtig machen und nicht halbherzig. Honda hat natürlich Technologien, aber wir sind momentan nicht bereit, um damit Rennen zu fahren", sagt Yokoyama.

Der Tenor ist eindeutig. Die Konzerne befassen sich mit der Technologie, aber um damit Rennsport zu betreiben, der die MotoGP ersetzen könnte, dafür ist es noch viel zu früh: "Piaggio ist stark involviert in die Entwicklung von elektrischen Motorrädern. Wir haben die Technologie", sagt Albesiano, um anzufügen: "Leider ist das Interesse dafür im Bereich Sportmotorräder ziemlich gering. Die Technologie ist aber vorhanden. Ich glaube immer noch, dass es zu früh kommt für Sportmotorräder, Kunden und für Rennen."

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